Gehört und Gesehen - Flashback

17.02.2011Eberhard Schoener

Eberhard Schoener

Flashback

MIG (2011, CD)

Dieses Album von Eberhard Schoener ist Teil einer Triologie und wurde ursprünglich auf Vinyl im Jahr 1978 veröffentlicht. Das Bemerkenswerte an diesem Album ist die Zusammenarbeit des in Stuttgart geborenen Komponisten, Produzenten, Elektronik- und Synthesizer-Pioniers mit Sting, Andy Sumners und Stewart Copeland, die sich nicht allzu lange vor den Aufnahmen zu „Flashback“ zur Band The Police zusammengefunden hatten. Diese Band war von ihrer weltweiten Popularität, die sich Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger einstellen sollte zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch weit entfernt, das Debütalbum noch nicht einmal erschienen.

Im Herbst 1977 lud Schoener die drei The-Police-Musiker in sein Studio nach München ein um an den Arbeiten für dieses Projekt zu beginnen, das, wie sich Sting an die Aussage von Andy Sumners erinnert, eine „Multimedia-Komposition aus Laser, Zirkus, Rock, klassischer und elektronischer Musik“ darstellte. Sting war ursprünglich rein als Bassist engagiert worden, als Schoener den The-Police-Frontmann singen hörte, entschied er sich, die prägnante Gesangsstimme von Sting für „Flashback“ einzusetzen.

Das Album wird laut Infotext in das Genre Avantgarde eingeordnet und als bedeutendes „Electronica Frühwerk“ bezeichnet.

Was sich zunächst als eher abgefahren ankündigt ist vom Höreindruck unschwer zu verdauen. Vom Gesamteindruck spürt man sofort, dass Eberhard Schoener vor allem auch als Komponist von instrumentaler Film- und TV-Serienmusik einem breiten Publikum vertraut ist. „Flashback“ wirkt fast schon beunruhigend beruhigend, wie ein Soundtrack zu einem Ballonflug über die Alpen, wie die Musik zu einem ausgiebigen Wellness-Programm auf einer Hausterrasse im Himalaya. Das alles im Spät-Siebziger-Sound, mit Mellotron, Moog-Synthesizern, einer laid-back aufgelegten New-Wave-Band mit der charakteristischen Stimme von Sting und dem Orchester der Münchner Kammeroper. Die Musik, die Sounds sind weit, breit und luftig.

Wer Musik à la Jean-Michel Jarre oder Mike Oldfield mag, sollte mal in diese Platte reinhören. Das leicht esoterisch anmutende Gesamtklangbild kann den Hörer kompakter Songwriter-Rock-Pop-Musik in schlechten Momenten unangenehm einlullen, kann aber auch schlichtweg gnadenlos entspannen, begeistern und die Fantasie anregen. Für naturverbundene Tagträumer ist „Flashback“ sicher sehr guter Stoff sich mal für ein Stündchen komplett aus dem Alltag auszublenden.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.eberhard-schoener.de
www.mig-music.de
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