Gehört und Gesehen - Lit

04.02.2011Fire In Fairyland

Fire In Fairyland

Lit

Eigenproduktion (2011, CD)

Als erstes sticht mir das gelungene Artwork des Albums ins Auge. Wollen wir hoffen, dass Frontfrau Anna ihren Bandkollegen nicht ins selbige sticht, auch wenn sie auf dem Promofoto mit gezücktem Stahl ihre männlichen Kollegen zu bedrohen scheint. Schön gemacht und professionell umgesetzt.

Fire In Fairyland haben vor kurzem am Coaching der Bandfactory Niedersachsen teilgenommen. Vielleicht ein Grund für die gelungene Umsetzung. Musikalisch kann der Fünfer aus Celle jedoch noch einiges richtiger machen. Wir hören Alternative Rock mit Nu-Metal Einflüssen, wechselnden männlichen Growls und zaghafter Damenstimme an der Front. Das ist alles ordentlich umgesetzt und ohne gravierende Schwächen eingespielt, leider meistens ohne zündende Elemente. Ideen hat die junge Band zweifelsohne genug und bricht auch gerne mal gewohnte Songstrukturen, man hätte sich jedoch häufiger für die „richtigen“ Ideen entscheiden sollen. Beim Songwriting und den Arrangements ergeben sich so viele typische Schwächen, die es zukünftig zu verbessern gilt.

Die Basis ist da, im nächsten Arbeitsschritt sollte sich jeder Musiker für sich fragen, ob bei seiner eigenen Linie nicht noch was geht, anstatt zu versuchen Abwechslung durch möglichst viele verschiedene Stilistiken und unterschiedliche Songparts zu kreieren. Was von Newcomer Bands immer als abwechslungsreich, neu und offen deklariert wird, muss zwangsläufig immer in Kauderwelsch enden. Oder wie meine Oma zu sagen pflegte: „Wer offen für alles ist, ist nicht ganz dicht.“

Als positives Beispiel sticht „Secret Handshake With Mr. Fate“ heraus. Hier hat man alles richtig gemacht und punktet mit funktionierenden Breaks, guten Grooves und sehr schönen zweistimmigen Gitarrenläufen. Hoch das Däumchen! Auch der Opener „Push It“ hat Potential und rockt auf gutem Level.

Wenn Fire In Fairyland es schaffen ihre Eigenständigkeit herauszuarbeiten und sich auf das zu spezialisieren, was sie wirklich gut können, dann kann man sich auf die nächste Veröffentlichung der Band freuen. An die Dame des Hauses gerichtet noch folgende Bitte: Trau Dich! Singen kannst Du, aber hau doch mal einen raus! Ein Schritt weg vom dünnen Avril Lavigne Stimmchen zu ´ner ordentlichen Rockröhre wäre schön und richtig.

Fazit: Ordentliches Debüt, ideenreich und mit guten Ansätzen. Jetzt einmal Feinschliff bitte!


Jan Hagerodt
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.fireinfairyland.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Gravity Lost/Fire in Fairyland - Balance Your Effort (2014)
Fire In Fairyland - For A Glimmer Of Limelight (2013)
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