Gehört und Gesehen - Payback Time

20.01.2011Marya Roxx

Marya Roxx

Payback Time

DR2 Records/ Intergroove (2011, CD)

Beim Einsetzen des Intros von “Time To Run” checke ich erstmal ob wir uns wirklich mittlerweile im Jahr 2011 befinden. Die ersten Sekunden lassen mich an „Killing In The Name Of“ von Rage Against The Machine denken. Nur nicht so cool. Im weiteren Verlauf des Songs erwartet mich Metal-Riffing, wie man es wahrscheinlich im Lehrbuch „Learning To Play Metal – Part 1“ finden würde. Jetzt sind wir also in den 80ern oder wie? Das Schlagzeug schlägt stumpftrocken Viertelbeats und die verehrte Sängerin presst sich Revoluzzer-Klischees aus den Rippen.

Marya Roxx „poppte“ einst als Mitglied der estnischen Band Vanilla Ninja herum, nun hat sie offenbar erkannt, dass sie eigentlich lieber eine Rockerin wär. Auf „Payback Time“ lädt einen das Mädel zu Rock/ Metal Hausmannskost ein, alle Klischees inbegriffen, versteht sich.

Das ist so unglaublich uninnovativ, das man es kaum fassen kann. Weder der Sound noch die Kompositionen können mir auch nur ein Haar krümmen. Regung? Bis auf das Suchen des Stop-Knopfes Fehlanzeige. Wenn man Gitarren mag, kann man immerhin ein bisschen auf seine Kosten kommen. Wenn man gute Musik mag, sollte man allerdings einen großen Bogen um diese Lady machen.

Sollte Doro irgendwann mal die Rente einreichen, könnte Marya Roxx sie möglicherweise beerben. Vielleicht schlüpft sie probeweise schon mal in´s Rüstungs- Leder-Outfit.

Fazit: EU-Erweiterung schön und gut, in diesem Fall endet es leider in Krebs für die Ohren.


Jan Hagerodt
(2 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.maryaroxx.com
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