Gehört und Gesehen - Serenity Is Just A Relic

06.01.2011Steve From England

Steve From England

Serenity Is Just A Relic

Eigenproduktion (2010, CD)

Der Bandname darf nicht irritieren, Steve From England stammen aus Hannover und sind tief im Hardcore und Screamo verwurzelt. „German Amateur Hardcore“ prangt auf ihrer MySpace-Seite unter dem Logo, das auf einen freien Download des Albums „Serenity Is Just A Relic“ hinweist. Das muss augenzwinkernd gemeint sein, denn die Truppe präsentiert sich auf dieser CD keineswegs wie Amateure, eher wie abgezockte Genre-Profis, die schon ein paar Jahre unterwegs sind und wissen was sie tun.

Steve From England gründeten sich 2008. Bislang hielt man sich in der hannoverschen Szene in Sachen Präsenz aber noch vornehm zurück. Hinter vorgehaltener Hand sprachen Insider von einer „Klasse-Band“, die da im Bereich Hardcore werkeln soll, eine Band, die es „wirklich richtig gut draufhaben“ soll. Ein Gerücht? Nein, eine Tatsache. Steve From England überzeugen musikalisch und spieltechnisch auf der ganzen Linie. Auch die Produktionsqualität von „Serenity Is Just A Relic“ ist von hoher Güte. Im Prinzip eine professionelle Platte, der man internationalen Standard attestieren möchte.

Steve From England brettern sich mit aller Konsequenz durch das mit 14 Songs etwas zu lang ausgefallenen Albums. Keine Experimente, sondern Hardcore und Sreamo dauerschreiend auf hohem Niveau, druckvoll und temporeich geradeaus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Diese Platte hätte so wohl auch schon vor vielen Jahren auf den Markt kommen können. Steve From England betätigen sich als Genre-Pfleger und machen das wirklich gut. Dennoch wird man mit dem doch ziemlich gleichförmigen Songwriting und den kaum abwechslungsreichen Arrangements und Sounds keinen Originalitätspreis gewinnen.

Wer kein eingefleischter Fan dieser Band oder dieser Musikrichtung ist, hat spätestens mit dem dritten Song alles Wesentliche von Steve From England gehört. Wahrscheinlich braucht es auch auf der Bühne nicht länger als 25 Minuten um von den Jungs voll und umfassend bedient zu sein.

Alle Songs klingen sehr ähnlich, sind nach einem ähnlichen Strickmuster aufgezogen. Das ist gar nicht neu oder gar innovativ, sondern einfach traditionell. Abschließend möchte man vorsichtig ein Fazit ziehen: Sehr gut gemacht, aber es besteht die Gefahr der vorschnellen Ermüdung.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.stevefromengland.de
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