Gehört und Gesehen - The Big Four - Live From Sonisphere

18.11.2010Metallica, Slayer, Megadeth, Anthrax

Metallica, Slayer, Megadeth, Anthrax

The Big Four - Live From Sonisphere

Vertigo / Universal Music (2010, 2DVD)

In Bulgariens Hauptstadt Sofia fand am 22.06.2010 ein denkwürdiges Ereignis statt, das in Metal Memoiren eingesehen sollte. Erstmals standen die „Big Four“ der Szene, Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax bei dem Sonisphere Festival auf dem Line Up. Ein Programm, das jedem Fan Freudentränen in die Augen treiben dürfte.

Für die deutschen Fans wurde das Spektakel ja live in vielen Kinos übertragen, nun kommt die Doppel Dvd dieser Konzerte über Universal in den Handel. Wirkt der Preis von rund 50 Euro erst einmal schmerzhaft, dürfte der wahre Fan darüber nur mit der kuttentragenden Achsel zucken. Und nimmt man die Aufzeichnung des Festivals einmal unter die Lupe kommt man nicht umhin festzustellen, dass man hier eine wirklich einzigartige Sammlung an Metal Großtaten vor sich hat.

Anthrax eröffnen mit ihrem neuen-alten Sänger Joey Belladonna und liefern mit „Caught In A Mosh“ gleich zu Beginn einen mächtigen Einstand. Das Stageacting zeigt, dass die Jungs noch längst nicht eingerostet sind. Dave Mustaine von Megadeth nimmt den einsetzenden Regen gelassen entgegen und präsentiert mit seinen Bandkollegen eine gelungene Mischung aus Klassikern wie „Symphony Of Destruction“, „Skin O´ My Teeth“ oder „Hangar 18“. So redselig erlebt man den Frontmann der Band übrigens nicht so oft.

Das Slayer zu den stärksten Live Bands ihres Genres gehören ist sicherlich richtig, bei diesem Auftritt ist die Kapelle, besonders Shouter Tom Araya allerdings nicht unbedingt auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Das Konzert ist zwar solide, aber definitiv kein Glanzstück in der Bandgeschichte der Trash Metaller. Die Highlights sind hier eindeutig die Klassiker wie z.B. „South Of Heaven“ oder auch „Raining Blood“.

Was soll man über Metallica noch schreiben? Trotz einiger Timingprobleme von Trommler Lars Ulrich zeigt die Band auch auf diesem Mitschnitt, dass sie die Großmeister des Metal sind. Die Auswahl an Songs ist gut und die Jungs scheuen sich nicht durch die lange Bandgeschichte zu reisen. So finden sich neben „Fade To Black“, „Master Of Puppets“ und „Seek & Destroy“ auch von Ur-Fans belächelte Mainstream Nummern wie “Sad But True” oder “Nothing Else Matters” im Set.

Diese Doppel Dvd gehört in jeden Sammlerschrank. Und wer die letzten 30 Jahre Metalgeschichte verpasst hat, besitzt nun die Möglichkeit sich „nachzubilden“.

Fazit: Großes Kino trotz ein paar kleiner Schönheitsfehler.


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
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