Gehört und Gesehen - Phobia

18.11.2010Athorn

Athorn

Phobia

AFM Records (2010, CD)

Athorn aus Hannover haben sich seit ihrem Live-Debüt im Sommer 2009 zu so etwas wie einem schlafenden Riesen im Genre Metal entwickelt. Kraftvoller, ausgefeilter Metal im Spannungsfeld zwischen Power- und Progressive- mit stilistisch vielen zusätzlichen Nuancen, hohe Musikalität, zeitweise virtuoses Spiel auf den Instrumenten und ein abwechslungsreiches, spannendes Live-Programm - dafür stehen Athorn.

Die vielen guten ersten, zweiten und dritten Eindrücke bestätigt die Band nachdrücklich mit ihrem zehn Tracks umfassenden Album „Phobia“, für dessen Veröffentlichung ein Deal mit AFM Records an Land gezogen wurde.

Zahlreiche namhafte Genre-Medien wie unter anderem Metal.de, Metal Glory oder Metal Hammer vergaben für das Album hohe Punktzahlen und lobten Band, Platte wie Musik in höchsten Tönen: „Athorn könnte eine der größten deutschen Bands werden“, „Fast ein Meisterwerk“, „Das beste Debüt aus Deutschland seit 2003“, „Kein Zweifel, der heißeste Newcomer“, und so weiter…

Dass einige Musikmagzine und Genre-Fanzines des Öfteren gerne mal richtig heftig auf´s Mett hauen und in einen wahren Rausch der Euphorie geraten, ist bekannt und so muss man die Zügel mal etwas anziehen, damit die Vollblüter nicht plötzlich durchgehen und am Ende noch abheben und zu fliegenden Pferden mutieren.

Bleiben wir also mal auf dem Teppich und stellen fest, dass „Phobia“ von Athorn ein wirklich gutes und überzeugendes Album ist. Hier ist eine Band am Werk, die Musik aus Leidenschaft macht, die selbiges mit Können und Kreativität kombiniert, aber faktisch nicht in der Profi-Liga zuhause ist, weil noch anderen Verpflichtungen wie unter anderem Jobs nachgegangen werden muss, damit die Butter auf´s Brot kommt.

Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass Athorn ein in Eigenregie produziertes Album vorlegen, das international hohen bis höchsten Ansprüchen genügt. Das gilt für die Aufnahmen, den Mix und die Artworkgestaltung gleichermaßen. „Für Fans von Nevermore, Sanctuary & Iced Earth“, heißt es auf einem Sticker der auf der Jewel-Case-Verpackung klebt und damit ist die Richtung für Metal-Experten schon ein wenig vorgegeben. Man muss aber nicht unbedingt ein ausgewiesener Metalhead sein, um sich an Athorn und diesem Album begeistern zu können.

Aufgeschlossene Hörer, die sich im weiten Feld der Rockmusik bewegen, denen monotone, permanent brachiale, auf die Dauer stereotype Musik (die man gerade auch im Metal nicht selten vorfindet –d.Verf.) zuwider ist, die sich an kreativem Songwriting, intelligenten Arrangements, Dynamik, Abwechslung, variablem Gesang und songdienlicher Virtuosität wie gezielt platzierten, großartigen wie geschmackvollen Gitarrensoli erfreuen, könnten „Phobia“ als Bereicherung ihrer Tonträgersammlung empfinden und mit dieser Platte Athorn für sich entdecken.

Sehr gelungen.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.athorn.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Athorn - Livable Hatred (2009)
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