Gehört und Gesehen - Paper God

18.11.2010Paranoid Android

Paranoid Android

Paper God

Platte37/ New Music Distribution (2010, CD)

Die Band, die wie ein Song von Radiohead heißt, hat mit selbigen nichts zu tun. Future-New-Wave soll das sein, was die drei Musiker da auffahren. Mit Inspirationsquellen wie Depeche Mode oder den Sisters Of Mercy will man New Wave in das nächste Jahrtausend teleportieren. Nun, das ist ja nun noch ein bisschen hin. Ob 3000 allerdings mit der Musik des Trios zufrieden wäre, erscheint doch sehr fraglich.

In meinen Ohren klingt „Paper God“ nicht mal für 2000 innovativ genug, um bestehen zu können. Die „aussagekräftige Stimme“, von der in der Bandinfo gesprochen wird fehlt ebenso, wie die „extravaganten Gitarrenriffs“. Das ist so altbacken, dass man dafür ein neues Wort erfinden müsste. „Ur-altbacken“ vielleicht. Nerviges Wah-Wah Gefrickel begleitet die monotonen Kompositionen ohne Pause, während ein 80er Jahre Flächen-Keyboard-Sound die noch langweiligere Basis bildet. Vom Programming und den stumpfen Beats gar nicht zu reden.

Auch die prominenten Kollegen sind ja nicht unbedingt mit Mords-Organen ausgestattet, aber Töne treffen sollte man auch als Sänger einer New-Wave Band. Leider gelingt dies Sänger Guido nur phasenweise. Der Vorteil ist, dass man aufgrund der vielen falschen Töne nicht so doll auf den Text achtet, denn das sollte in jedem Fall vermieden werden. Die dreizehn Songs quälen sich alle so unaufregend durch den Player, dass man lieber RTL Teleshop gucken möchte, nur damit mal was Spannendes passiert.

Dieses Album schrammt von der musikalischen Qualität an einer Unverschämtheit nur knapp vorbei. Gott sei Dank werde ich nächstes Jahrtausend nicht mehr leben.

Fazit: Schlimmer geht’s nimmer.


Jan Hagerodt
(1 / 10 Pkt.)

Mehr:
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