Gehört und Gesehen - See My Friends

11.11.2010Ray Davies

Ray Davies

See My Friends

Universal Music (2010, CD)

Ray Davies schrieb schon in den 1960er-Jahren als Gitarrist, Sänger und Songschreiber von The Kinks Musikgeschichte. Den jüngeren Musikfreunden sei kurz erklärt, dass The Kinks mit ihrer Musik maßgeblich spätere Bands aus Punkrock und Brit-Pop-Szene inspirierten respektive nachhaltig beeinflussten. The-Kinks-Hits wie der schmutzig-rotzige Rock´n´Roller Kracher „You Really Got Me“ oder die Mitsing-Hymne wurden unzählige Male von den verschiedensten Bands und Einzelkünstlern gecovert.

Nach mehr als 46 Jahren im Musikgeschäft, hat sich Ray Davies entschlossen, zahlreiche Größen aus der internationalen Musikszene ins Studio zu holen um mit ihnen gemeinsam viele Hits von The Kinks und Solo-Songs von Davies neu und gleichzeitig in neuen Versionen einzuspielen.

Das Ergebnis ist durchaus reizvoll, wenn auch nicht umwerfend. Mit Bruce Springsteen hat Ray Davies „Better Things“ neu aufgenommen, mit Jon Bon Jovi und Richie Sambora „Celluloid Heroes“, bei „Days/This Time Tomorrow“ waren Mumford & Sons dabei, „Waterloo Sunset“ gibt es in einer reduzierten akustischen Version gemeinsam mit Jackson Browne, „Dead End Street“ wurde gemeinsam mit Amy MacDonald neu interpretiert, das bereits angeführte „You Really Got Me“ rockte Davies zusammen mit Metallica. Dies ist nur ein Auszug aus der äußerst populären Liste der Studiogäste und Kollaborateure.

Die neue Platte „See My Friends“ sei mehr oder wenig aus einem Zufall heraus entstanden, verrät Davies, der sich ursprünglich nur mit anderen Künstlern zusammentun wollte um neue Songs zu schreiben.

Bei dem Großaufgebot an internationalen Top-Stars könnte man meinen, dass hier im Hinblick auf zu erwartende hohe Verkaufszahlen zum Weihnachtsgeschäft agiert wurde, denn große Namen verkaufen ein Produkt erfahrungsgemäß tendenziell besser. Aus diesem Grund holten sich in den Siebziger und Achtzigern manche Bands und Einzelkünstler zusätzlich hochkarätige, äußerst populäre und gefragte Studiomusiker ins Boot und sei es nur für ein Gitarrensolo oder Backingvocals, um das Album zu veredeln und einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen. Große Namen bürgen in der Regel zusätzlich für Qualität.

Die Qualität geht auf „See My Friends“ erwartungsgemäß in Ordnung, wo der besondere Reiz liegt, Metallica einen Song wie „You Really Got Me“ zwar solide aber nicht besonders originell zu interpretieren, erschließt sich einem weniger. Diese Version hinkt dem Original und anderen Interpretationen um einiges hinterher.

Das Album kann man –teilweise gut- hören, geht in Ordnung ist aber kein „Must Have“.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.raydavies.de
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