Gehört und Gesehen - Fidelity

11.11.2010JP, Chrissie & The Fairground Boys

JP, Chrissie & The Fairground Boys

Fidelity

Ear Music / Edel (2010, CD)

Ich verkürze an dieser Stelle einmal die wirklich nett konstruierte Bandgeschichte und versuche sie in zwei Sätzen zusammenzufassen. Chrissie Hynde, Sängerin der Pretenders, traf JP Jones, angetrunkener Waliser Rummelplatz-Fan, auf einer Party. Musikalisch funkte es und man produzierte zusammen ein Album, nachdem man zwei Wochen lang auf Kuba Songideen gesammelt und Havanna Club am Strand gepichelt hat.

Eigentlich also eine ganz normale Kennenlern-Geschichte, wie sie jedem passieren könnte. Nun aber zu dem Grund dieser Symbiose – dem Album: Zwölf Songs präsentieren sich dem Hörer als Rock/ Pop Nummern. Man skipped sich durch die ersten paar Titel auf der Suche nach einem ersten „Hängenbleiber“ und findet sich leider überaus schnell beim letzten Song dieses Albums wieder. Den einzigen Aufhorcher bietet die überaus prägnante Stimme von Hynde, die schon den Pretenders zum Durchbruch verhalf. Die Röhre des walisischen Rummelkindes kann leider keinerlei Akzente setzen. In den besten Momenten könnte so Bono in 20 Jahren klingen (sollte die Stimme des U2 Frontmanns weiter an Bestand verlieren).

Die Songs sind so was von lahm, dass selbst Fußnägelschneiden als spannendere Angelegenheit erscheint. Wo sind die Ideen? Wo die zündenden Zeilen, die richtigen Momente? Wo auch immer sie stecken, auf „Fidelity!“ wird sie der Hörer nicht finden. Einzig und allein die wirklich schöne Stimme von Chrissie Hynde hält mich davon ab noch weniger Punkte zu verteilen. Als Anspieltipp für einen netten Popsong kann immerhin „Never Drink Again“ herhalten. An den Rest der Songs kann ich mich beim Besten willen jetzt schon nicht mehr erinnern.

Fazit: Solche Kollaborationen helfen leider niemandem.


Jan Hagerodt
(3 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.jpchrissie.com
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