Gehört und Gesehen - Bon Homme

15.10.2010Bon Homme

Bon Homme

Bon Homme

Motor / Rough Trade (2010, CD)

Tomas Høffding ist einer von diesen dänischen Vollblutmusikern, die scheinbar nie genug bekommen. Er ist Sänger des gefeierten Disko-Indie-Trios WhoMadeWho, er hat eine liebende Freundin und ein Bauernhaus in Schweden. Und dennoch brodelt es in ihm. Nun hat er mit seinem Solo-Debut all die überschüssige Energie und Kreativität auf einen Tonträger gefesselt.

Bon Homme nennt er sich, wenn er allein unterwegs ist – und so heißt auch die erste Platte, die er im Alleingang produziert hat. Eigentlich wollte er ja Electro-DJ werden, aber das war ihm dann doch zu aufwändig. Zu viele neue Platten hätte der Däne hören müssen um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dann doch lieber gleich eine eigene Platte machen, die sich andere dann anhören müssen. So oder ähnlich mag der Gedankengang wohl gewesen sein.

“Bon Homme” merkt man von vorn bis hinten an, dass sich hier jemand mal völlig frei ausgetobt hat. Trockene elektronische Beats treffen auf Akustik-Gitarren, über allem liegt die tiefe, weiche Stimme Høffdings. Oft ist das Ergebnis tanzbar, manchmal auch eher für die Chillout-Phase vor oder nach der Party geeignet. Zur musikalischen Einordnung mögen Hot Chip oder The Presets dienen. Insgesamt ist der Grundtenor eher düster gehalten, es gibt jedoch auch einige Ausreisser, wie das cheesy klingende “Cards For Love”.

Insgesamt muss man dann aber doch feststellen: Bei allem PR-Gequassel, das an dieser Stelle ausgiebig zitiert wurde, ist “Bon Homme” eigentlich nur eine weitere Platte im spannenden Feld zwischen Indie und Elektro. Momentan sicher sehr beliebt, aber auch nicht wirklich neu.


Paul Schüler
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/bonhommetomas
www.motor.de
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