Gehört und Gesehen - Beyond Hell/ Above Heaven

02.10.2010Volbeat

Volbeat

Beyond Hell/ Above Heaven

Universal Music (2010, CD)

Das ist ja mal ein Pfund Mett, dass die Kopenhagener uns da auf den Tisch gelegt haben. Roh und kaltschnäuzig dröhnt es aus den Boxen. Selten eine Band erlebt, die sich selbst so treffend beschreibt. Sänger und Gitarrist Michael Poulsen sagte mal in einem Interview, dass sie das Beste aus Rock und Metal unter einen Hut bringen wollen. Soviel kann verraten werden: Das haben Volbeat definitiv geschafft.

Nach dem Motto „Mein Gain-Regler geht bis 187“ packen die Dänen ein Powermetal-Riff nach dem anderen aus der Trickkiste. Inklusive sämtlicher genretypischen Stilmittel versteht sich. Was diese Platte - auch für Nicht-Metal Fans - hörbar macht, ist ihre ungeheure Eingängigkeit. Der Opener „The Mirror And The Ripper“ überzeugt durch eine geniale Strophengesangslinie und schicke Rhythmuswechsel. Beim Anfang von „Heaven Nor Hell“ kann man nicht anders, als an AC/DC zu denken, bis plötzlich eine Mundharmonika (!) einsetzt. Einen großen Anteil daran, dass mir diese Band gefällt, hat die Stimme von Poulsen. Herrlich kräftig, ohne Schnörkel mit schicker James-Hetfield-Attitüde. Das hat was und brennt sich tierisch in die Ohrmuschel.

Manchmal springt die Band in die Rock´n Roll Richtung ab und es darf auch mal „gegrowled“ werden, insgesamt fahren die Dänen aber 13 Tracks lang auf dem gleichen Kutter. Ich vermute jetzt schon mal ganz stark, dass die Eingängig- und musikalische Schmalspurigkeit auf Dauer ihren Tribut fordern wird. „Beyond Hell/ Above Heaven“ ist bestimmt kein Album, dass man lange hören wird oder in zehn Jahren immer noch gerne rauskramt, deshalb gibt’s dafür leichten Punktabzug in der B-Note. Aber für den Moment liefert die Band da ein ganz stimmiges Stück Musik ab. Das sollte live hervorragend funktionieren!

Besonders für die all die Oldschool-Metaller/ Rocker, die ja immer beklagen, dass es nichts Neues ihrer Musikrichtung gibt. Schaut mal gen Norden, Dänemark hat da noch was für Euch parat.

Fazit: Dickes Ding mit großem Fun-Faktor. Breite Schultern und große Eier werden vorausgesetzt.


Jan Hagerodt
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.volbeat.dk

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