Gehört und Gesehen - The Element Rebellion

25.09.2010One Fine Day

One Fine Day

The Element Rebellion

Ferryhouse/ Warner Music (2010, CD)

Ja, ich oute mich!

Seit dem Jahr 2000 verfolge ich regelmäßig die Seifenoper GZSZ. Was als „drüberlustigmachendes“ Event mit meinem Bruder begann, ist mittlerweile zum festen Bestandteil der alltagsabendlichen Szenerie geworden. Ich habe bereits unter Anleitung eines Psychologen und mithilfe verschiedener Medikamente versucht damit aufzuhören, doch bis zum heutigen Tag leider erfolglos. Eine Schande.

Warum erzähle ich das? Das fragt ihr euch mehr als zu Recht. Im Jahr 2009 sah ich dort den „Auftritt“ einer Band namens One Fine Day im hiesigen Club „Mauerwerk“. Diese Geldquelle hatte sich RTL schlaufüchsig ausgedacht um noch mehr Geld in die vollen Taschen ihrer Manager zu pumpen. Und mit Erfolg! Auch Künstler wie Nena, Unheilig oder Jennifer Rostock nutzten diese Gelegenheit um die stets nach neuen Sternchen sabbernde Teeniegeneration (und mich) zu erreichen.

Dass die Hamburger One Fine Day durchaus eine hart arbeitende und „echte“ Band sind, vergisst man dabei leider gerne mal. „The Element Rebellion“ nennt sich die Scheibe, mit wirklicher Rebellion hat sie leider, soviel sei jetzt schon mal verraten, nicht wirklich was am Hut. Sauber produzierte und ziemlich glatt arrangierte Rockmusik mit einem Auge immer zum Popsong schielend, das ist der Stil von One Fine Day. Das ist häufig gut gemacht, fast immer sinnvoll instrumentiert und bearbeitet, leider auch fast immer vollkommen ohne Tiefgang. Was mit dem Opener „Dare The World“ noch sehr verheißungsvoll beginnt, endet gegen Ende der Scheibe mit langweiligem Durchschnittsrock. Hier werden keine Experimente gemacht. Oder anders formuliert: Stumpf ist Trumpf.

Die Band versteht es dennoch tanzbare und eingängige Nummern zu schreiben, die leider viel zu oft dahin dümpeln. „Against The Gray“ klingt schon fast nach einem Tokio-Hotel-Song und doch kann man sich hier der hypnotischen Wirkung der Strophe und dem hymnischen Refrain nur schwer entziehen. Ein positives Beispiel für ein sonst sehr durchschnittliches Album.

Unanspruchsvolle Musikhörer werden in One Fine Day eine Band finden, die perfekt in ihren schmalen Kosmos passt. Für alle, bei denen es gerne mal etwas mehr sein darf, ist die Combo nicht wirklich empfehlenswert.

Fazit: Noch einmal mit Herz bitte!


Jan Hagerodt
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.onefineday.de
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