Gehört und Gesehen - Band Of Joy

09.09.2010Robert Plant

Robert Plant

Band Of Joy

Universal Music (2010, CD)

Zum Weltstar in Sachen Rock und Hardrock ist Robert Plant als Sänger der Band Led Zeppelin geworden. Seine Stimme, sein Timbre, der fesselnde Ausdruck seines Gesangs haben auch nach über 40 Jahren Musikgeschäft nicht an Qualität verloren. Statt heftig zu rocken, schlägt Robert Plant mit seinen Solo-Werken in den letzten Jahren ruhigere Töne an.

Das war schon beim umjubelten und ausgezeichneten „Raising Sand“, dem gemeinsamen Album mit der Sängerin Alison Krauss vor drei Jahren so und das setzt sich mit dem aktuellen „Band Of Joy“ fort. Robert Plant erschafft aus Rock, Folk, Folk-Rock, Blues und Country einen ganz speziellen Sound, der nicht zuletzt von seinem charismatischen Gesang geprägt werden.

Hier hört man keinen in die Jahre gekommenen Altrocker, der längst Vergangenes aus der Tiefkühltruhe geholt hat um es lauwarm wiederaufzusetzen, Robert Plant ist ein Musiker, der auf Traditionellem aufbauend auch noch heute im Hier und Jetzt agiert und das verkörpert was gern als „zeitlos“ oder „trendunabhängig“ bezeichnet wird.

Gemeinsam mit Darell Scott (Akustikgitarre, Mandoline, Oktav-Mandoline, Banjo, Akkordeon, Pedal-Steel- und Hawaii-Gitarre), Byron House (Bass), Marco Giovino (Schlagzeug und sonstige Percussion-Instrumente) und Buddy Miller (E-Gitarre, Baritongitarre, Sechssaiter-Bass, Mando-Gitarre) hat sich Plant auf „Band Of Joy“ zahlreichen Songklassikern von Band und Einzelkünstlern wie Los Lobos, Townes Van Zandt oder Richard Thompson gewidmet und diese in ein neues Gewand gekleidet und ebenso neu und jederzeit geschmack-wie gefühlvoll interpretiert.

Ein bisschen dachte Robert Plant, wie er selbst sagt, bei der Umsetzung an das Album „Led Zeppelin III“, an eine Mischung aus akustischen Klängen und druckvollen E-Gitarren.

Ein schönes, reifes, erwachsenes und sehr niveauvolles Album, das ideal zu Tee und Gepäck oder einem edlen Getränk aus der gut sortierten Hausbar passt. Die teils psychedelischen Rock-Wurzeln Robert Plant´s werden dabei nicht ganz verleugnet, zum Abzappeln sind die Songs aber gänzlich ungeeignet. Led-Zeppelin affine Songs in der Machart von „Whole Lotta Love“, „Rock´n´ Roll“ oder „D´Yer Mak´er” findet man nicht. Alles zu seiner Zeit, mag sich Plant gedacht haben. Und damit liegt er gegenüber vielen heute noch aktiven Weggefährten von einst deutlich vorn.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.robertplant.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Robert Plant - lullaby and…The Ceasesless Roar (2014)
Robert Plant / Alison Krauss - Raising Sand (2007)
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