Gehört und Gesehen - Spring

23.07.2010Larkin Poe

Larkin Poe

Spring

Edvins Records/ SdS - Alive (2010, CD)

Der Frontaufdruck dieser Cd bringt mich ein wenig durcheinander. Unter der niedlichen Buntstiftmalerei, die das Cover ziert, steht der Titel der Cd „Spring“ und direkt dahinter „an EP“. Doch der Infotext warnt: „Achtung! Das vorliegende Album ist keine EP, wie auf dem Cover angegeben.“ Hä? Watt is los? Da mach ich gerne mal den Herbie und brülle verstört: „Was soll das?“

Hier kommen die harten Fakten: Es befinden sich neun Tracks auf dieser – was auch immer - alle Songs stammen aus der Feder der ehemaligen Lovell Sisters, die in den Vereinigten Staaten schon einige Erfolge feiern konnten. Bei dieser Formation waren es Rebecca und Jessica Lovell die den Takt angaben, letztere wollte aber lieber heiraten und zur Schule gehen, deshalb sprang das Küken der Familie, Megan Lovell für sie ein und man benannte die Band kurzerhand in Larkin Poe um. So, damit sollten alle Familienangelegenheiten ge- und erklärt sein.

Bluegrass, Pop und Soul sind im Wesentlichen die musikalischen Spielwiesen der Geschwister. Eine Wiese, von der man eigentlich dachte, dass so ziemlich jede Blume schon runtergepflückt sei. Die Mädels überraschen jedoch mit vielen Songs positiv.

Bei „Long Hard Fall“ slided einem die Sonne ob einer zuckersüßen Melodei aus dem Allerwertesten, „To Myself“ ist ein kleines Meisterwerk und besitzt trotz einer melancholischen Grundstimmung diese Leichtigkeit, die alle Songs dieses Albums auszeichnen. Starkes Songwriting! „The Principle Of Silver Lining“ kuschelt mit Reggae und auch sonst bedient man sich vieler Stilrichtungen, ohne vom eingeschlagenen Weg abzukommen. Keiner der Songs haut einen zwar so endgültig aus den Badelatschen, Larkin Poe bieten aber ein überaus stimmiges Gesamtbild, das allen Freunden guter Pop und Americana Musik große Freude machen wird.

Die beiden Schwestern haben das Zeug auch in unseren Gefilden viel zu erreichen, vor allem da sie mit ihren Anfang 20 sogar nach heutigen Gesichtspunkten noch viel Zeit haben, ihre Karriere voranzutreiben. Bleibt nur der Wermutstropfen, dass bei den Amis solch hübsche Mädels als Familie Musik machen und wir dagegen nur die Kelly Family und Jakob Sisters entgegenzusetzen haben.

Fazit: Frauen weg vom Herd. Macht Musik!


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.larkinpoe.com
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