Gehört und Gesehen - Leaving Home

16.07.2010Colin Moore

Colin Moore

Leaving Home

Suonix / Edel (2010)

Junge Bands klingen in letzter Zeit immer häufiger nach den Gründervätern ihrer Zunft. Eines dieser Originale ist mit Sicherheit unser Boss der Arbeiterklasse, Mr. Bruce Springsteen. Dass der Vater des amerikanischen Traums für Colin Moore als Inspirationsquelle hergehalten hat, merkt man schon nach wenigen Sekunden des Openers „Broken English“.

Erst einlullend mit Western Gitarre intoniert, darf man nach 55 Sekunden, mit einem markant männlichen „Yeah“ eingeleitet, Gas gegeben werden. Colin Moore ist Kanadier und verfügt über eine schön rauchige Stimme, die besonders gut in den kräftigen Passagen zum Tragen kommt. Seine Songs sind nicht dafür gemacht die Wände traditionellen Songwritings einzureißen. Sie sind traditionelles Songwriting. Ein schönes übrigens, das viele tolle Stücke hervorbringt.

„Friends Of Mine“ hat es sogar in die Fernsehserie „Family“ Biz“ geschafft. „Disease“ überzeugt mit einer wunderbaren Chorus Melodie, die man bereits nach ein paar Mal Hören einsaugt und mitsingt. Moores Stimme beweist eine Vielseitigkeit, die man so nicht häufig hört. Der Mann könnte als Hardrocker taugen, würde aber auch ohne Probleme den Part eines säuselnden Eros Ramazottis im italienischen Lieblingsrestaurant übernehmen können.

Die vierzehn Songs kommen leider nicht ohne ein paar Füller aus. Selbst die schwächeren Songs passen aber trotzdem gut in das musikalische Gesamtwerk. Für so was wurde ja schließlich auch die Skip-Taste erfunden.

“Leaving Home“ ist ein tolles Album für viele Lebenssituationen. Auch wenn es insgesamt eher für eine einsame Fahrt über den amerikanischen Highway taugt oder fürs Wolkenzählen mit dem Hinterkopf in den Dünen von Sylt. Richtig gute Laune scheinen sie auch in Kanada nicht versprühen zu wollen. Macht aber gar nichts, solange solch gute Songs dabei herauskommen. Ich schließe mit einer der abgedroschensten Aussagen, die man auch international nicht mehr hören kann und entschuldige mich schon im Voraus, aber der muss jetzt mal sein…

…Fazit: We want Moore!


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/colinsacoustic
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