Gehört und Gesehen - Jetzt Im Handel

16.07.2010Die Drogen

Die Drogen

Jetzt Im Handel

Sonicsound / Rough Trade (2010, CD)

Bandname und Albumtitel erregen schon mal eine gewisse Aufmerksamkeit, der Slogan „Alle Macht Die Drogen“ abgewandelt von dem alt bekannten „Keine Macht den Drogen“ wirkt zunächst vielleicht auch ganz witzig, die stilistische Umschreibung „Junk Pop“ setzt dem ganzen Coming Out der Münchner Indie-Band noch eine kleine Krone auf.

Was wird nun musikalisch geboten von Die Drogen? Junger, tanzbarer Party-Indie-Pop-Rock der nach dem Mainstream schielt. Zwölf Songs die von ihrer Aufmachung und Umsetzung an Musik erinnern, wie sie Bands wie Die Ärzte oder Franz Ferdinand schon vor ein paar Jahren auf den Markt gebracht haben. In gewisser Weise liebäugeln Die Drogen auch mit der Neuen Deutschen Welle der frühen Achtziger. Es geht um Unterhaltung, die den Hörer intellektuell nicht überfordern darf, kurze schmissige Tracks zum Feiern, manchmal auch zum Mitgröhlen geeignet. Die unvermeidbaren „Ohhoohoohoo“-Chöre liefern Die Drogen natürlich gleich mit.

„Ana (Ist Die Beste)“, „Süchtig Nach Dir“, „Leckt Mich!“ oder „Schalalalala“ sind vier Songtitel aus dem Album und geben dem erfahrenen Musikhörer gleich gewisse Assoziationen, dass hier auf modern getrimmter, spritziger Indie-Gitarren-Disco-Sound die Ansage ist.

Gut und schön, Die Drogen haben das Album handwerklich ansprechend eingespielt, die Produktion ist erwartungsgemäß knackig und fett, die Melodien, Grooves und Sounds sind hübsch. Ein wenig Elektronik hier, ein synthetischer Oktav-Bass dort – das kennt man und das funktioniert bei einigen Bands auch ganz erfolgreich.

Andererseits ist diese Musikfarbmischung „Gitarre trifft Disco-Beat trifft NDW mit frecher Rest-Fun-Punk-Attitüde“ auch längst nicht mehr neu und die Machart nicht mehr besonders originell. Die Drogen wandeln auf bereits sehr ausgetretenen Pfaden, das aber sicher, ohne zu stolpern. Das Coverartwork ist ebenfalls sehr stimmig, setzt aber genauso wenig originäre Akzente wie die Musik.

Möglicherweise haben Die Drogen und ihr Umfeld versucht, nach bereits sattsam bekannten Strickmustern auch nochmal einen Tonträger-Beitrag zu leisten, so wie viele andere Bands in den letzten zwei, drei Jahren zuvor. Das Ganze wirkt ein wenig ausgelutscht aber natürlich noch genießbar respektive nett durchhörbar.


Andreas Haug
(4 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.diedrogen.de
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