Gehört und Gesehen - Halations

11.06.2010Black As Chalk

Black As Chalk

Halations

Eigenproduktion (2010, CD)

Langsam, ganz langsam, reift eine neue Generation an Bands aus der Region heran. Dieses Gefühl hat man, wenn die neue Platte der Göttinger Kapelle Black As Chalk im Laufwerk rotiert. Hardcore und Metal, die alten Aushängeschilder von Hannover und Umland, geben das Zepter ab an junge, frische Indie-Bands. Die Abschieds-Tour der Scorpions bekommt in diesem Zusammenhang schon fast symbolischen Charakter. Die 2000er Jahre sind nun auch in Niedersachsen angekommen, so scheint es.

Black As Chalk sind vier Göttinger, die allesamt in anderen Bands Erfahrung sammelten, bevor sie sich 2007 zusammenfanden und im Folgejahr ihr selbstbetiteltes Debüt-Album veröffentlichten. Damals erntete die Band viel positive Kritik, vermied es jedoch, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen und macht nun beim zweiten Album vieles anders. „Halations“ ist tanzbarer, weniger elegisch. Sie selbst nennen es liebevoll „Indie-Monster“.

Nun, Indie-Monster ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen, doch „Halations“ ist definitiv ein hörenswertes Album mit viel Tiefgang und einigen schillernden Facetten. Sehr interessant sind die Referenzen an Bands wie Seedcake oder auch die High Queens – offensichtlich etabliert sich in der erweiterten Region tatsächlich so etwas wie ein eigener Stil: Melancholischer Grundton, tanzbare, aber dezente Disco-Beats, eher sparsame Instrumentation und eine markante Stimme. Mit ihrem neuen Album schaffen es Black As Chalk auf jeden Fall, in diese Riege von Bands vorzustoßen.

Die Songs sind jeder für sich sehr eigenständig, fügen sich aber dennoch zu einem größeren Ganzen zusammen, das Artwork ist arty genug, aber nicht zu sehr - „Halations“ macht vieles richtig. Besonders spannend: „Dance“, das mit interessanten Arrangements und Sounds überzeugt, „Alibi“, das auf angenehme Weise an die Tonalität der Queens Of The Stoneage erinnert, und das hittige „Start A Fire“, das mit ein bisschen mehr Produktion tatsächlich zum Indie-Hit werden könnte.


Paul Schüler
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.blackaschalk.de

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