Gehört und Gesehen - Revolutions - The Very Best Of Steve Winwood

11.06.2010Steve Winwood

Steve Winwood

Revolutions - The Very Best Of Steve Winwood

Universal Music (2010, 4-CD-Box)

Eine Werkschau über das unterschiedliche musikalische Schaffen eines sehr umtriebigen, vielseitigen, weltweit seit Jahrzehnten hochgeschätzten Künstlers der internationalen Rockszene…

Steve Winwood ist seit Anfang der 1960er-Jahre aktiv, spielte zunächst bei der Spencer Davis Group, die Rockklassiker wie „Keep On Running“ oder „Gimme Some Lovin´“ hervorbrachte, war dann einige Jahre mit der Band Traffic unterwegs. Eine zunächst lose Projektarbeit geriet zu einer der ersten so genannten Supergroups der Rockgeschichte: Die Band Blind Faith, wo Steve Winwood Seite an Seite mit den damals von Cream kommenden Eric Clapton (Gitarre) und Ginger Baker (Schlagzeug) sowie mit Ric Grech (Bass) von der Band Family spielte.

Ab 1977 startete der Multiinstrumentalist, Songwriter und Sänger Winwood eine bemerkenswerte Solo-Karriere, die bis heute andauert. Hits wie „Valerie“ oder „Higher Love“ dürfte jedes Kind kennen, noch heute werden Songs an denen Steve Winwood beteiligt war regelmäßig im Radio oder auf Parties gespielt.

Dass Steve Winwood neben seinen Bandmitgliedschaften und Soloarbeiten noch als Studiomusiker für so unterschiedliche Acts wie Paul Weller, Phil Collins, Jimi Hendrix, David Gilmour, Billy Joel, Tina Tuner oder gar Christina Aguilera gebucht wurde, unterstreicht eindrucksvoll den Stellenwert des Briten.

„Revolutions – The Very Best Of Steve Winwood“ ist als Standard-CD oder als –in Buchform gestaltete- 4-CD-Celuxe-Box erhältlich. Die Box liegt als Rezensionsexemplar vor und kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Viele historische Fotos inklusive eines Buches mit Klappentexten von Autor Dylan Jones verleihen der Box eine hohe Wertigkeit. Hinsichtlich der Songaufteilung über die vier CDs ist man beim Editing nicht streng chronologisch vorgegangen, sondern hat auf einigen CDs Songs aus den verschiedenen Schaffensphasen von Winwood gemischt. Dies sorgt für Abwechslung.

Etwas schade der Umstand, dass in den Song-Listings keine Zuordnung über Erscheinungsjahr, möglicherweise sogar Tag der Original-Aufnahme und Hinweise zum Original-Album zu finden sind, wie das bei ähnlichen Werkschauen anderer Bands und Einzelkünstler durchaus üblich ist.

Ob man nun diese Best-Of-Compilation oder ein reguläres Album von Winwood und seinen früheren Bands nimmt, der Künstler hat zweifelsohne eine Relevanz, dass „irgendwas von Winwood oder seinen Bands“ in jede vollständige Rock-Plattensammlung gehört, ähnlich wie Alben von etwa Hendrix, den Beatles, Stones, Chuck Berry, Led Zeppelin oder anderen.

Obwohl einige Songs und Aufnahmen schon mehr als 40 Jahre auf dem Buckel haben, wäre es falsch, diese Box in die Schublade „Oldiekrams“ einzuordnen. Die spezielle und besonders kreative Art und Weise wie Winwood Rock, Pop, Soul und Weltmusik spielte und miteinander verband, ist auch heute noch spannend anzuhören.

Besonders die Klassiker aus den 1960er-Jahren haben keinen Staub angesetzt, dürften auch heute in jeder hippen Bar oder in jedem hippen Szene-Club für Glanzpunkte im Programm sorgen. Wer von der etwas jüngeren Generation Fan von Künstlern wie Paul Weller ist, dürfte auch ganz viel Freude unter anderem damit haben, was Winwood in den Sechzigern auf Band gebracht hat.

Trendunabhängig, kurzweilig und musikhistorisch wertvoll.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.stevewinwood.com
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