Gehört und Gesehen - So Many Roads - Live

11.03.2010Neal Morse

Neal Morse

So Many Roads - Live

InsideOut / EMI (2010, 3CD)

Dass Neal Morse zu den herausragenden Komponisten und Multiinstrumentalisten der internationalen (Prog-)Rockszene gehört, dessen kreativer Output in puncto Quantität und weitestgehend auch Qualität schier unerschöpflich ist, ist vielen hinreichend bekannt.

Wenn Neal Morse CDs produziert oder Konzerte gibt, dann wird in Sachen musikalischer Fülle und Spieldauer oft richtig geklotzt.

So scheint es kaum verwunderlich, dass Morse nun unter dem Titel „So Many Roads –Live“ gleich ein 3-CD-Set mit insgesamt dreieinhalb Stunden Musik veröffentlicht. Dafür muss der Hörer Zeit haben oder sie sich nehmen und konditionell von robuster Konstitution sein.

Die Aufnahmen stammen von einer Europa-Tournee aus dem Jahr 2008, die Neal Morse mit einer ihm im Vorfeld völlig unbekannten Bandbesetzung unternahm. Das Ergebnis überraschte positiv. Auf den drei CDs gibt es einen Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen des sehr gläubigen Künstlers. Stücke aus seiner Zeit als Mastermind der Band Spock´s Beard („At The End Of The Day“), von der Prog-Rock-Supergroup Transatlantic, wo Morse auch Mitglied ist („We All Need Some Light“ oder „Bridge Across Forever“) und aus seinen in großer Regelmäßigkeit produzierten Solo Alben, darunter ein Medley aus Songs von „Testimony“.

Ob bombastischer Symphonic-Rock, technisch versierter Prog-Rock oder Folk-Rock-Songwriting – Neal Morse und seine Band agieren sicher und mit tendenziell lockerer Leichtigkeit. Einige Songs klingen natürlich etwas anders als im Kontext von Transatlantic oder Spock´s Beard, gehen aber weitesgehend in Ordnung, wissen größtenteils zu gefallen.

Die große Sensation ist „So Many Roads –Live“ zwar nicht, allerdings ein 3-CD-Live-Album der höheren Kategorie. Für Fans von Neal Morse wahrscheinlich eine tolle Sache und auch für Musikfreunde, die anspruchsvolle, hochqualitative Rockmusik mögen und sich gern mittels Live-Alben einen Repertoire-Überblick über die jeweilige Band oder den jeweiligen Künstler verschaffen wollen.

Für Nicht-Neal-Morse-Kenner mag „So Many Roads – Live“ vermutlich auch wegen der 3,5-Stunden-Spieldauer etwas zu ausführlich für´s Kennenlernen geraten sein, als Einstieg in die Thematik Neal Morse eignet sich sicher das grandiose Album „Testimony“ am besten.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.nealmorse.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
The Neal Morse Band - The Similitude Of A Dream (2016)
Neal Morse - Songs From November (2014)
Neal Morse - Sola Scriptura (2007)
Neal Morse - ? (2005)
Neal Morse - One (2004)
Neal Morse - Testimony Live (2004)
Neal Morse - Testimony (2003)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite