Gehört und Gesehen - Wonderland - Live At Rockpalast

26.02.2010Big Country

Big Country

Wonderland - Live At Rockpalast

eagle vision classics (2010, DVD)

Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges trat die schottische Folk-Pop-Rock-Band Big Country im März 1986 bei der letzten Rockpalast Rocknacht in der Essener Grugahalle auf. Seinerzeit belegte das damals aktuelle Album der Band „Steeltown“ in ganz Europa höchste Chartpositionen. Schaut man sich diese Rockpalast-Show auf der vorliegenden DVD an, weiß man schnell, warum das so war.

Big Country passten in puncto Outfit, Songs und Sounds optimal in die damalige Zeit. Im Fahrwasser von damals (schon) überaus populären Bands wie U2, Simple Minds oder gar Cock Robin machten sich Big Country mit ihrem locker-groovigen hochmelodiösen Gute-Laune Folk-Pop-Rock sehr gut, auch ohne Synthesizer. Im Publikum stieg die Stimmung schon früh im Set, das Stuart Adamson (Gesang, Gitarre), Bruce Watson (Gitarre), Tony Butler (Bass) und Mark Brzezicki mit „Wonderland“ und „Fields Of Fire“ entsprechend flott eröffneten.

Für die heutige Zeit und für heutige Maßstäbe mag die Band etwas sehr clean und adrett erscheinen und so wirklich in Top-Form schien der Sänger Stuart Adamson beim Rockpalast-Gig 1986 auch nicht zu sein. An die Stimme von Kollegen wie Bono Vox oder Jim Kerr kommt das nicht im Entferntesten ran, was Adamson bei dieser Show ablieferte. Die Darbietung ist eher solide aber wenig fesselnd. Musikalisch war die Band schon besser aufgestellt. Charakteristisch sind die von Multieffekt-Sounds großzügig aufgemotzten Gitarren (ähnlich typisch für die damalige Zeit), die schicke, sphärisch anmutende Funky-Pop-Rhythmen oder rockige Riffs lieferten. Dort wo im klassischen Folk die Geige muntere Melodien spielt sind bei Big Country die beiden Gitarren von Stuart Adamson und Bruce Watson überaus vital und farbenfroh unterwegs, teilweise sogar zweistimmig.

Die Musik von Big Country war auch bei dieser Show angenehm zu hören, die Schotten lieferten viele Argumente zum rhythmischen Mitklatschen, Tanzen und Hüpfen, dem das Publikum in der prall gefüllten nichts entgegenzusetzen hatte und die Band so richtig abfeierte.

Anno 2010 würden stilistisch artverwandte Bands live wahrscheinlich mit deutlich mehr Druck zu Werke gehen als Big Country im März 1986. Für die damalige Zeit, galt der Auftritt als „großes Ding“, heutzutage würden die Schotten mit dieser Show wohl eher im gesicherten Mittelfeld der internationalen Liga rangieren. So bleibt diese Konzert-DVD ein schönes und liebevolles Stück Erinnerung für Nostalgiker und Fans.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.eagle-rock.com
www.bigcountry.co.uk
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