Gehört und Gesehen - Girlz In Trouble

19.02.2010Girlz In Trouble

Girlz In Trouble

Girlz In Trouble

Timezone Records (2010, CD)

“Girlz In Trouble klingen wie ein One Night Stand zwischen Robert Plant und P.J. Harvey.” schrieb einst die Neue Züricher Zeitung. Eine Band mit Schweizer Vergangenheit, die offensichtlich nicht ganz unerfolgreich war. Zwei Top-Ten-Hits schlugen im Land der Eidgenossen in den 1990er-Jahren zu Buche. Das ist lange her. Der Bandbiografie entnimmt man, dass die Musiker, angeblich „diversen Vaterschaftsklagen und Blutrache-Attentaten entronnen“, ihre Wohnsitze von der Schweiz in die Ausläufer des Wiehengebirges verlegten, um dort ihren „ungestümen Sound“ weiterzuentwickeln.

Das vorläufige Zwischenergebnis dieses Ansinnens liegt in Form der aktuellen, schlicht mit „Girlz In Trouble“ betitelten CD vor. Acht Songs plus ein Bonus-Video-Track sind darauf enthalten. Ordentlicher Stoff für Fans von bodenständigem, handgemachtem Rock. Die Klangfarben: rau, schmutzig und teilweise bluesig-psychedelisch angehaucht. In der Spielweise laut, intensiv, oft dick und äußerst groovig aufgetragen. Die Herren Musiker dürften sicher so manche Led Zeppelin-Scheibe in ihrer Plattensammlung haben und auch Bands wie etwa Pearl Jam und deren Musik nicht ganz unsympathisch finden.

Girlz In Trouble präsentieren sich auf dieser CD als solide, rund und auch mal rotzig rockende Band, die im Vorprogramm der aktuellen Frühjahrstour von Tito & Tarantula möglicherweise einige neue Fans gewinnen könnte. Die Musik ist nicht neu, baut auf einem vertraut wirkenden, festen Rock-und Rock´n´Roll Fundament und ist handwerklich so in Szene gesetzt, dass die Genre-Spezialisten aus dem Kreis der Musiker-Polizei kaum ernsthafte Reklamationen geltend machen werden.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/girlzintrouble
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