Gehört und Gesehen - Interspheres - Athmospheres

12.02.2010The Intersphere

The Intersphere

Interspheres - Athmospheres

Eigenproduktion (2010, CD)

Die Mannheimer Kapelle The Intersphere sammelte unter dem Namen Die Hesslers schon einiges an Banderfahrung. Im letzten Jahr kam mit der Namensänderung dann endlich der ersehnte Business-Schub. Beim Popcamp war man dabei und im renommierten Horus Studio wurde unter der Anleitung zahlreicher Fachleute der Musikindustrie das aktuelle Album aufgenommen. Iiieehh, wie ekelig, Businessschlampen! Nanana, ganz so voreilig würde ich mit dem Urteil nicht sein. Eine Band die sich reinhängt, ohne Frage. Doch hinten kackt die Ente!

Musikalisch bewegen sich die Jungs im Neo-Alternative/ Prog-Bereich, der Vergleich zu Dredg liegt schon nach den ersten Takten der ersten Single „Prodigy Composer“ auf der Hand. Doch keine Angst, ganz so schmalspurig wie die meisten Newcomer Bands gehen die Jungs nicht zu Werke. Die gesammelte musikalische Erfahrung sorgt nämlich für einen ausgewogenen Stilmix. Mit vielen Details und Vertracktheiten dürfen wir auf ”Interspheres <> Athmospheres” zwölf abwechslungsreiche und weitestgehend zeitlose Rockperlen entdecken. Sei es nun der fett aufgeblasene und hymnische Titelsong oder das schön strange „I Have A Place For You On Google Earth“. Die kompositorische Leistung der Band ist beeindruckend. Ein großes Debütalbum, wahrscheinlich sogar das Beste was ich von einer deutschen ProgRock Band in letzter Zeit gehört habe.

Sänger Christoph klingt ein bisschen nach einem jungen Don Henley (Eagles), schön weich und trotzdem rauchig und verpasst den Songs eine geile Hookline nach der nächsten. Es fällt schon schwer bei diesem Album etwas Negatives zu entdecken. Produzent Fabio Trentini hat gute Arbeit geleistet, das Album klingt modern und sauber, ohne übermäßig aufpoliert zu sein. Manchmal vielleicht schon ein bisschen zu geleckt, ein bisschen mehr Dreck wünscht man sich bei einer solch perfekt eingespielten Band manchmal. Bei manchen Songs stellt man sich förmlich vor, wie sie auf einem Flipchart entworfen worden und das Arrangement wohl eher die Grundlage einer technischen Zeichnung hatte, als ein sonst so übliches Songarrangement auf einem knödeligen Stück Papier. Für Fans von „Bauchmusik“, improvisierter Soli und allem was dazu gehört wird dieses Album deshalb eher nichts sein. Jeder Liebling von moderner, progressiver Musik sollte diese Cd aber haben und wird sie abfeiern.

Fazit: Starkes Stück Musik.


Jan Hagerodt
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/theintersphere
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