Gehört und Gesehen - Travelling Light

05.02.2010Ferdy Doernberg

Ferdy Doernberg

Travelling Light

Rebellion Rec./New Music Distribution (2010, CD)

Der Sänger, Songschreiber, Multiinstrumentalist und Produzent Ferdy Doernberg fährt mit dem Album “Travelling Light” groß auf. Richtig groß sogar. Großes Folk-Rock-Songwriter-Kino amerikanischer Prägung im großen Bandcontext. Mit einem großen Fundus an Instrumenten, Chören und allem, was für einen großen Film nötig erscheint. 16 Songs mit fast 74 Minuten Spieldauer, der kreative Output des Musikers aus dem Raum Hannover ist offenbar riesengroß. Ist es dann auch ein großes Album? Um es vorweg zu nehmen: Es ist ein schönes, farbenfrohes Album, vielleicht das bis dato mit Abstand beste des Musikers.

Ferdy Doernberg orientiert sich auch auf „Travelling Light“ an traditionellem Stoff und ebensolchen Klangfarben und liefert ein bemerkenswertes Ergebnis ab. Schöne, runde, in sich stimmige Songs, feine Melodien zum Träumen, Spaß haben und Glücklichsein. „Travelling Light“ wirkt wie ein musikalischer Roadmovie; es ist eine schier endlose Fahrt über ein weites Land mit fernem Horizont, dem man immer näher kommt, aber den man nie ganz erreicht. Ende offen. Wenn die Slide-Gitarre die Emotionen hochspielt, fühlt man sich ein wenig an die frühen Alben von Künstlern wie Jackson Browne erinnert, bei dem ein gewisser David Lindley des Öfteren die Himbeere auf die Sahne setzte. Wer beispielsweise das 1977er on the road-Album „Running On Empty“ mag, wird wahrscheinlich auch mit „Travelling Light“ seine Freude haben, die Attitüde wirkt ähnlich.

Ferdy Doernberg hat mit vielen unterschiedlichen Musikern zusammengearbeitet, die man sowohl aus der hannoverschen als auch internationalen Szene kennt. Das hat dem Album sehr gut getan und bringt die Platte auf ein hohes Level. „Travelling Light“ bietet eine Vielzahl an Songs für Romantiker, pendelt zwischen Sehnsucht, Harmonie und Lebensfreude, ist ein guter Begleiter für manch große Gefühle in der Abendsonne. Lauscht man einigen Tracks, dann freut man sich auf irgendein Happy-End, das es in der wirklichen Welt vielleicht leider viel zu selten gibt. 74 Minuten „Travelling Light“, 74 Minuten musikalisches Hollywood tun da ziemlich gut.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.ferdydoernberg.de

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