Gehört und Gesehen - My Inner Burning

12.12.2009My Inner Burning

My Inner Burning

My Inner Burning

SAOL/ H’Art/ Zebralution (2009)

Wieder eine von diesen Sympho-Metal Truppen mit holdem Weibchen ganz in Spitze, die von Tod und Verdammnis trällert, während vier harte Kerle das Gesäusel mit einem bösen Ballerteppich unterlegen? Nee.

Die niedersächsische Band, die früher mal The Core hieß, setzt eher auf die Grundsteine von dem was Metal in den 80ern auch einem breiteren Publikum öffnete und packt viele Keyboard Elemente oben drauf. Keyboard? Pfui! Das ist doch der Feind der Metaller oder? Bei My Inner Burning nicht. Da ist teilweise selbst die neue Platte von Europe härter.

Laut Pressetext soll das Ganze nicht altbacken, sondern modern und traditionell zugleich klingen, frei von Klischees und Trends. Das ist leider ein Punkt, denn man ganz und gar nicht unterschreiben kann. Herr und Frau Klischee klingeln nämlich an jeder Haustür; egal ob es um stumpfe Poser Metal Riffs, ausgelutschte Beats, mittlerweile unter Artenschutz stehende Keyboardsounds oder Gesangslinien alá Doro Pesch geht.

Das Positive daran? Die Klischees funktionieren! Einen großen Anteil daran trägt Sängerin Rebekka, die eine tierisch angenehme Stimme offen legt und stets eingängige und stimmige Hooks präsentiert. Die Band macht ihre Sache ebenfalls gut. Da passt so ziemlich alles, mit einer Ausnahme: Liebe Band, bitte lasst diese furchtbaren Shouts weg. Ungefähr so würde es klingen wenn der RWE-Öko-Riese aus der Werbung böse wird. Aufhören damit. Pfui und aus!

Für alle Fans von Oldschool Metal/ Rock der auf Melodie und nicht auf stumpfes Geballer setzt, bieten My Inner Burning genau das Richtige. Auch wenn vor allem gegen Ende das Niveau der Platte nicht gehalten werden kann, sollte man mal reinhören. Anspieltipps mit Ohrwurm inklusive sind „Fly With Me“ und „Head On A Plate“. Fast schon ein kleines Meisterwerk ist das sehr schöne „Solitude Within You“. Der Band wünsche ich sich mehr zu trauen und trotzdem keine Angst vor Altbewährtem zu haben. Haut doch mal auf die Kacke! Ihr seid gut, gerade wegen der Klischees.

Fazit: Gekonnt umgesetzter Melodic-Metal. Zwar nach Omas Backanleitung, schmeckt aber trotzdem (oder gerade deswegen).


Jan Hagerodt
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myinnerburning.de
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