Gehört und Gesehen - Traces

12.12.2009Peter Pankas Jane

Peter Pankas Jane

Traces

Cool & Easy Records / Soulfood (2009, CD)

Derzeit sind immerhin drei Bandformationen aktiv, die den Namen “Jane” führen. Mother Jane, Werner Nadolny´s Jane und Peter Panka´s Jane. Und alle machen Musik, die auch mehr oder weniger mit Jane zu tun hat. Von Peter Panka´s Jane stammt das vorliegende Album. Diese Band besteht aus Gitarrist Klaus Walz, Bassist Charly Maucher, Gitarrist Arndt Schulz, Drummer Fritz Randow und Keyboarder Wolfgang Krantz. Den Gesang teilen sich Maucher und Schulz.

„12 frische Songs zeigen die Band in Höchstform, eine Mischung aus Tradition und Moderne, aus großen Melodien und rockigen Rhythmen, aus feinen Gitarrenparts und sphärischen Keyboard-Sounds – oder um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Jane pur“. So will die Medieninformation Interesse für dieses Album wecken und es gleichzeitig als „tolles Ding“ anpreisen.

Unter diesem Hintergrund stellt sich beim ersten, zweiten und auch dritten Hören der Platte Stirnrunzeln ein. „Frisch“ ist im Zusammenhang mit dieser Musik und diesen Songs wohl der falsche Begriff. Unter „frischen Songs“ versteht man im Musiksprachgebrauch anno 2009 etwas ganz anderes und modern ist an diesem Album rein gar nichts. Hier geht es um die wohl konsequenteste, teilweise liebevolle Traditionspflege in Sachen Rockmusik überhaupt. Diese Jane-Formation sitzt ganz tief in den Siebzigern und hat die Stuhlbeine dabei noch in Beton gegossen. Sounds, Songstrukturen und Arrangements sind so richtig „alte Schule.“

Die Musiker machen augenscheinlich die Art von Musik, die sie schon am besten spielen können und am liebsten gespielt haben. Da ist kein Mut zum Risiko, keine wirklich neuen Ideen, kein innovativer Ansatz, kein frischer Wind. Man schwelgt ausnahmslos in vergangenen Zeiten.

Das ist im Prinzip gar nicht schlimm, sofern man bereit ist der Band und ihren neuen Songs zu folgen. Bei „Traces“ setzt die Truppe auf Abwechslung, es ist keine typische Krautrock / Progressive-Rock-Platte sondern eine Mischung aus bluesigem, schwermütigem Rock, Singer-/Songwriter Folkrock und dezentem sphärischem Rock. Prägend für den Sound der Band sind Gitarren und Keyboards, die bester Seventies-Rock-Tradition daherkommen, speziell an der Band ist, dass sich zwei Musiker die Gesangsparts teilen, eine in der Ausführung zuweilen sehr gewöhnungsbedürftige Angelegenheit. Ein „hauptamtlicher“ und gleichzeitig „richtig amtlicher“ Leadsänger würde der Band sicher gut zu Gesicht stehen, aber der ist eben nicht vorhanden. So schlagen sich Arndt Schulz und Charly Maucher wacker und machen, von Ausnahmen abgesehen, einen soliden Job ohne wirklich glänzen zu können.

Es ist der Gesamteindruck der Musik, der Songs der hier im Vordergrund steht. Das Songwriting ist so la la, es gibt durchaus schöne Kompositionen wie „Nature“, „Fly Away“ oder „For The Better“. Songs wie „Reflections Of My Life“, „Two Dots Of Luck“ oder „Before Long“ plätschern dagegen etwas uninspiriert und langatmig daher, arg konservativ und wenig prickelnd auch die ersten beiden Tracks „Hurricane Approaching“ und „Love Me Tomorrow“. Biedere Rock-Hausmannskost, die aber für Traditionalisten durchaus schmackhaft sein kann. Kurz vor Öffnen der Dose den Staublappen bemühen und dann wärmt und sättigt auch dieser Eintopf. Motto: Futtern wie bei Muttern, es müssen ja nicht immer die überkandidelten Edel-Delikatessen sein. „Traces“ ist was für Bodenständige. Solides von verlässlichen Leuten. Mit „Northern Lite“ bieten Peter Pankas Jane ein schönes und hübsches Instrumental-Stück zur Abrundung an. Hiermit punktet man dann nochmal.

Unterm Strich ist „Traces“ ein recht mittelmäßiges Album mit etwas mehr Schatten als Licht, eher was für Fans dieser Musiker und vergangener Zeiten. Geschmackssache.


Andreas Haug
(4 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.jane-music.com
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