Gehört und Gesehen - Faith In Salvation

03.12.2009Magistarium

Magistarium

Faith In Salvation

Eigenproduktion (2009, CD)

Unter den vielen Bands ohne Labeldeal findet man hier und da wahre Schätze. Schaut und hört man sich in der, traditionell ohnehin stark besetzten hannoverschen Metalszene um, gibt es einige Acts die im Do-It-Yourself-Verfahren CDs veröffentlichen und ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

Die im Jahr 2006 in Hannover gegründete Band Magistarium ist so ein Beispiel, bisher zumindest, denn man sucht zurzeit ein Label um das Debütalbum „Faith In Salvation“ auf breiter Basis zu veröffentlichen. Hier sollten Label-Inhaber und A&R-Verantwortliche mal beide Ohren riskieren, denn Magistarium öffnen auf ihrem Erstlingswerk eine riesengroße Wundertüte erstklassigen Metal. Abwechslungsreich gestalteten Metal zwischen Classic-und Power-Metal. Das Ergebnis dieser Albumproduktion braucht sich hinter nationalen und internationalen Acts nicht zu verstecken, im Gegenteil. Das Album ist schlichtweg beeidruckend. Helloween, Nightwish oder Masterplan nennt die Band selbst als Einflüsse, in ruhigeren Momenten, in denen Keyboards und auch mal geschmackvoll inszenierte Akustikgitarren für ganz viel Atmosphäre sorgen, schauen ganz vorsichtig Prog-Bands wie etwa Pendragon um die Ecke, aber teilweise sind die Übergänge zwischen Classic-Metal, Power-Metal und Prog-(Metal) ja fließend.

Produziert wurde in Hannover unter der Regie von Hermann Frank (Victory, Except). Da hat sich die Band für ihr Projekt in besonders kompetente Hände begeben. „Faith In Salvation“ gibt ein rundum schlüssiges und rundes Bild ab. Neun kraftvolle, melodische, klar strukturierte Songs, die mit viel Liebe zum Detail arrangiert und aufgenommen wurden, dürften auch Hörer ansprechen, die nicht zu den eingefleischten Genre-Fans gehören.

Man könnte fast meinen, Magistarium würden sich anschicken, ihre eigene Metal-Oper oder eine Art Rock-Theater aufzuführen, was nicht zuletzt am herausragenden, äußerst ausdrucksstarken Sänger Oleg Rudych liegen mag, der zum Teil mit ganz viel Dramatik durch die Songs führt und dem ein gewisses klassisches Gesangstimbre anhaftet, er gibt quasi eine Art „Master Of Ceremony“. Die Instrumentalfraktion geht ebenso äußerst gekonnt zu Werke und lässt nicht selten Virtuosität aufblitzen. Unisono Gitarren-und Keyboard-Skalen oder Höchstgeschwindigkeits-Gitarren-Soli lassen, da wo es der Musik gut tut, die Augen leuchten.

Um es mal salopp auszudrücken: Diese CD ist ein echter Oberhammer die manches in den Schatten stellt, was einige Plattenfirmen in dieser Musikrichtung so veröffentlichen. Oder eben ein kleiner Schatz, gehoben mitten in Hannover.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/magistarium

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Magistarium - 5´55´´ Till The End Of Days (2015)
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