Gehört und Gesehen - The Fountain

06.11.2009Echo & The Bunnymen

Echo & The Bunnymen

The Fountain

Warner Music Germany (2009, CD)

Echo & The Bunnymen? Die gibt es noch? Oder wieder? Ja, gibt es und zwar aktuell noch um die Gründungsmitglieder Sänger Ian McCulloch und Gitarrist Will Seargent. Die Kernbesetzung also. Ursprünglich gründete sich die Band 1978 in Liverpool und geht aus der Post-Punk / New Wave Szene Großbritanniens hervor.

Ende der Siebziger / Anfang der Achtziger ging es ja auch mit Bands wie U2 oder The Alarm nach vorn und für Fans dieser Musik liefern Echo & The Bunnymen im Jahr 2009 das passende Album. War die Band im weiteren Verlauf der Achtziger teilweise für ihren melancholisch angehauchten, kräftig mit Rhythmusmaschine angereicherten Pop bekannt, der für Fans von handgemachtem, energiegeladenem Rock und Pop nicht immer super-bekömmlich war, schlagen Echo & The Bunnymen mit diesem Album wieder knackigere Töne an.

Auf der einen Seite ist das Ergebnis „retro“ auf der anderen Seite auch zeitgemäß, denn ähnlich wie die britischen Gitarrenbands aus der Post/Punk und New Wave Phase unterwegs waren, tun es ihnen viele junge Bands heute nach. „The Fountain“ ist eine rau produzierte Platte mit zunächst sehr viel Energie, griffigen, vertraut klingenden Harmonien und teilweise hymnenhaften Melodien. Stadiontauglich aber auch für Clubs geeignet. Die ersten Tracks „Think I Need It Too“ und „Forgotten Fields“ hätten ebenso von den bereits angeführten U2 oder The Alarm stammen können. Eingängige Songs bei denen noch Kanten stehen geblieben sind, kraftvoll gespielt. Das macht ersteinmal richtig Spaß zu hören, die Band kommt frisch und spielfreudig rüber.

In der zweiten Hälfte verflacht das Album ein wenig, die großen, zündenden Ideen fehlen, aber gut zum Durchhören ist das allemal. Oder zum Drachenfliegen, Skifahren, Segeln oder ein passender Begleiter um in weite Landschaften zu blicken und die Seele baumeln zu lassen.

Mit „The Fountain“ haben Echo & The Bunnymen ein Album vorgelegt, das nicht zu den ganz großen des britischen Gitarren-Wave-Rock-Genres gehört, aber doch über dem Durchschnitt anzusiedeln ist. Die Fans der Band sind wieder am Start, die UK- Konzerte und teilweise auch Shows in den USA waren im Oktober ausverkauft. Vielleicht gewinnen McCulloch, Seargent und ihre Mitmusiker mit diesem Album auch neues Publikum, „retro“ und britische New-Wave-Sounds werden ja aktuell auch von jüngeren Musikfans gern gehört.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.bunnymen.com
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