Gehört und Gesehen - Corrugated Road

06.11.2009Brett Hunt

Brett Hunt

Corrugated Road

Tonetoaster / Alive (2009, CD)

Dass dieser Künstler in seiner Kindheit viel Bob Dylan und Neil Young gehört hat, erschließt sich dem Zuhörer schon nach den ersten paar Sekunden des Openers „Wide Blue Sky“. Fingerpicking Gitarre kombiniert mit der ollen Herpesfidel, der Mundharmonika, charakteristischer geht es ja kaum. Der Australier Brett Hunt bespielt schon lange die Pubs und Bars des Outbacks, seine Geschichten wandelt er in zart besaitete Akustik Songs um und will damit in Kürze auch in Europa die Menschen begeistern. Das Rezept ist alles andere als neu, doch der Mittdreißiger offenbart auf „Corrugated Road“ ein großes Talent für eingängige, „smoothe“ Songs und sanfte Instrumentierung.

Denkt man beim Opener noch ein bisschen an Arrangements à la Tom Petty, erinnert „Wonderment“ ein wenig an eine „Die krieg ich heute noch ins Bett“-Nummer, die auch aus der Feder eines John Mayer stammen könnte. Textlich boxt der Australier allerdings so ziemlich jeden Singer/ Songwriter aus diesem Metier zu Boden. Tolle, zerrissene und an sich selbst zweifelnde Lyrics, die offensichtlich häufig von selbst gemachten Erfahrungen handeln. Auch stimmlich kann sich Herr Hunt eigenständig absetzen. Verfügt er auch nicht über die Wahnsinnsröhre, so passt das Organ doch hervorragend zu seinen Kompositionen und ist angenehm zu hören. Da steckt ein bisschen Ray Wilson vor dem Lungenkatar drin.

“Corrugated Road“ ist ein schönes Album zum „Weghören“ (also nicht zum „nicht Hinhören“, sondern zum Durchhören!). Ein wirkliches Highlight sticht zwar nicht heraus, dafür bricht dieses Album allerdings auch nirgends ein. Und die Weite Australiens, die man in den meisten Songs finden kann sind schon mal ein guter Grund um Zeit mit diesem Album zu verbringen.

Fazit: Gutes Album für alle die noch Sehnsucht im Herzelein haben.


Jan Hagerodt
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/bretthunt

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