Gehört und Gesehen - Code B

01.10.2009Bela B

Bela B

Code B

Columbia / Sony Music (2009, CD)

Bela B. Der ungekrönte Prinz des deutschen Punkrocks. Coole und konsequent im Stehen spielende Trommelsau der Ärzte, Kultfigur und Vorbild für viele Teenies der letzten zwei Dekaden, die mittlerweile wahrscheinlich gerade ihre Probationszeit als HNO-Arzt hinter sich haben.

So ist das halt mit dem deutschen Punkrock, ihren Musikern und seinen Fans. Ein einziger Widerspruch. Und genau um diese Widersprüche soll es auf Belas zweitem Soloalbum gehen. Dafür hat der werte Herr sogar das Gitarre spielen erlernt. Die Single „Altes Arschloch Liebe“ kennt man ja schon einen knappen Monat lang und auch wenn der Song irgendwie Spaß macht, lässt sich eine gewisse „Mallorca-Mentalität“ nicht von der Hand weisen. Diesen Song könnte auch ein Micky Krause oder Onkel Jürgen auf dem Ballermann schmettern. Etwas tiefgründiger kann der Bela aber auch, wie er auf „Schwarz/ Weiss“ beweist. Cooler Song mit sinniger Aussage.

Sonst klingen die Tracks dieses Album ziemlich genau so, wie die Bela B. Songs auf einem Ärzte Album eben so klingen. Auch wenn der Berliner sich musikalisch und stilistisch etwas mehr austoben darf (z.B. bei „Nein!“) als bei den Herren in den weißen Kitteln, ist „Code B“ ein klassisches Solo Album mit den bekannten Schwächen: „Weniger Hitpotential vs. mehr Spaß beim Musizieren“ quasi.

Egal ist dieses Album aber nicht, dafür sind Songs wie „Hilf Dir Selbst“ oder „Ninjababypowpow“ ´ne Ecke zu cool und auch das deutsch-englische Duett mit Roman Polanskis Gattin „Emanuelle Seigner“ hat seine Daseinsberechtigung. Und wer die Ärzte mag, wird diese Cd sowieso mögen, wahrscheinlich besonders Songs wie „Als Wir Unsterblich Waren“, für eine ehrfürchtige Verneigung reicht es jedoch auch nicht ganz. Doch das sollte einem so coolen Typen sowieso am Arsch vorbei gehen.

Fazit: Insgesamt eine runde Sache, doch trotzdem warten wahrscheinlich alle auf die nächste Ärzte Platte.


Jan Hagerodt
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.bela-b.de
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