Gehört und Gesehen - Masterful Mystery Tour

18.09.2009Beatallica

Beatallica

Masterful Mystery Tour

Megapress / Soulfood (2009, CD)

Mögen die Beatles eigentlich Metallica? Diese Frage lassen wir einfach mal sinnfrei im Raum stehen. Eine Antwort ließe sich ja sowieso nicht finden, da John Lennon leider ein Jahr vor Gründung der wohl wichtigsten Metalband aller Zeiten unfreiwillig über die Wupper hüpfte. Doch auch wenn alle vier Käferchen heute noch unter uns weilten, wäre die Ausgangsfrage wahrscheinlich eher mit „Nein“ zu beantworten. Und auch bei den US-Rockern hört man nicht unbedingt den Einfluss der Pilzköppe raus, selbst wenn sie mit ihrem „Black Album“ das Gegenstück zum schneeweißen Album der Briten geliefert haben.

Wie sinnvoll ist also eine Kombination dieser beiden Kapellen, wie funktioniert eine Symbiose dieser Genres? Erstaunlich gut, möchte man nach dem ersten Höreindruck sagen. Bei „The Battle Of Jaymz and Yoko“ brettern einem gleich zu Beginn typische Metallica Stilmittel um die Ohren, inklusive getriggerter Drums und Gitarren aus dem Sägewerk. Auch stimmlich ist man dicht an der „Hetfield-Röhre“ dran. „Masterful Mystery Tour“ setzt in puncto „coole Mischung“ sogar noch einen drauf. Besonders gelungen ist außerdem die Mischung aus „The Thing That Should Not Be“ und „Let It Be“.

Die vier Amerikaner durften ihre Bandkarriere übrigens nur fortsetzen weil sie angeblich auf Wunsch von Lars Ulrich durch seine Anwälte gegen die Sony wieder „freigeklagt“ wurden. Die hatten nämlich ein kurzfristiges Verbot gegen die Kapelle erlangt. Ja, Amerika ist wirklich das Land der skurrilen Prozesse.

Ob die musikalische Schnittmenge aus „Fab Four“ und „Heavy Metal Quartett“ jemandem gefällt, der die jeweiligen Bands einzeln mag, bleibt für mich eher unwahrscheinlich, lässt aber bei Gefallen Spielraum für weitere Mixturen. Mit „Slipknot vs. Britney Spears“ ließe sich bestimmt auch ´ne Menge Kohle machen. Oder wie wär´s mit „Andrea Bocelli meets Napalm Death“. Naja, war ja auch nur so ´ne Idee.

Wer die Band live sehen möchte kann dies im Dezember tun, denn dann sind die Mannen als Support von J.B.O. in Deutschland. Wahrscheinlich findet sich deshalb auf dieser Cd auch eine ziemlich überflüssige Coverversion von „Ein Guter Tag Zum Sterben“. Mit Sicherheit sind Beatallica eine Band, die aus einer „Suffidee“ hervorgegangen ist, solange es aber Spaß macht - warum nicht? Und Suff ist ja auch kein unpassendes Argument, wenn man so an Metallica denkt.

Fazit: Zu Beginn spaßig, auf Dauer aber recht dröge. Für so manche Party sollte es aber reichen.


Jan Hagerodt
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/beatallica
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