Gehört und Gesehen - Enter Metropolis

20.08.2009Dúné

Dúné

Enter Metropolis

Columbia / SonyMusic (2009, CD)

Sie sind immer noch verflucht jung, die sieben Dänen von Dúné, der Älteste gerade mal 21 – und doch sind sie im letzten Jahr deutlich erwachsener geworden. Promo- und Clubtouren um die ganze Welt, Festivalauftritte vor Zehntausenden von Leuten, und immer wieder große, aufregende Städte. Zuletzt dann der gemeinsame Umzug nach Berlin. Wenn man aus einem verschlafenen dänischen Kaff wie Skive kommt, dann beeinflusst einen sowas.

Und so klingt das zweite Album der jungen Dänen deutlich reifer, ausgeglichener, auch ein bisschen berechenbarer. Trotzdem haben Dúné nichts von ihrer Energie verloren, immer noch werden die Songs von treibenden Synthies und schnellen Drums nach vorn geschubst, garniert mit knackigen Gitarrenlinien und dem charakteristischen, femininen Gesang von Mattias Kolstrup. Im Opener „Time To Leave“ beschreibt er, wie sehr er sein altes Zuhause gehasst hat. Erst unterlegen sphärische Synthies seine melancholische Stimme, dann brettert die Band los und zeigt die Richtung an, die „Enter Metropolis“ in weiten Teilen einschlägt: Tanzbarer Indie-Electro-Rock.

Die darauf folgende Vorab-Single „Heat“ ist gegen den abwechslungsreichen Opener fast ein wenig langweilig, aber immer noch ein netter Tanz-Song. Statt großen Melodiebögen legt die Band ihr Augenmerk hier mehr auf den Beat. Viele Songs handeln vom Aufbruch, vom Loslassen und Ankommen – und vom Heimweh. Im eher ruhigen „Please Bring Me Back“ wünscht Kolstrup sich nichts sehnlicher, als wieder in seine Geburtsstadt zurück zu kommen.

Mit „Get It Get It“ und der zweiten Single „Victim Of The City“ kommen gegen Ende des Albums noch zwei Nummern, die mit ihrem Tempo und ihren Melodiebögen schon eher an die Hits des ersten Albums heranreichen können. „To Metropolis“ rundet das Album mit einem langen, melancholischen Outro ab. Insgesamt kein schlechtes Album, dennoch bleibt das Gefühl, dass diese Band ihren Zenit noch nicht erreicht hat. Da geht noch was.


Paul Schüler
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Mehr:
www.myspace.com/dunesite
www.columbiaberlin.de

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Dúné - Bloodlines (E.P.) (2007)
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