Gehört und Gesehen - The Great Compression

20.08.2009Bitune

Bitune

The Great Compression

Headroom Records / Soulfood (2009)

Die Jungs von Bitune aus Eschwege gehörigen mit zu den stets fleißig werkelnden Bands, die man in 300 Kilometern Umkreis auf jeden Fall kennt. Vorausgesetzt natürlich, man ist interessiert an Musik und schaut sich nicht immer nur die so genannten „großen Acts“ an. Mit „The Great Compression“ legen die Nordhessen ein manchmal raues, manchmal poppiges und insgesamt extrem tanzbares Stückchen Musik hin, dass vom musikalischen Niveau deutlich über so mancher Auskopplung der erwähnten „großen Acts“ liegt.

International klingende Melodien, die man gerne mitsingen mag und das auch nach „einmal hören“ in den meisten Fällen kann. Die Hooks sind definitiv eingängiger geworden, Beats und Riffs deutlich mehr auf Groove ausgelegt und dennoch bewahrt sich die Kapelle ihren unförmigen Stoner/ Indiekern. Der Titelsong stimmt einen zu Beginn des Albums gut ein, lässt aber noch Luft nach oben. „Red Light“ und „Get Out Of My Head“ treten da schon etwas deutlicher auf das Gaspedal. 16tel HiHats sollen zum Tanzen animieren und tun das auch. Bei letzterem Titel, der auch die aktuelle Single ist, wird sich leider schon an bisschen zuviel an gängige Disconummern angebiedert, da schafft das mehrstimmige Gitarrensolo in der Mitte erfrischende Abwechslung. Eine der einfachsten aber schönsten Nummer auf dieser Cd ist „Shut Down“. Straight, cool, einfach locker aus der Hüfte geschossen. „This Is Mine“ funktioniert auf ähnliche Art und Weise. „Shattered Revolt“ ist die Hymne dieser Cd und erfreut sich mit steigendem Durchlauf auch steigender Beliebtheit. Der Schlusstitel „Can´t Stop“ schafft grade noch die Biege, denn Gott sei Dank setzt genau in dem Moment in dem man es zu poppig wird das Gitarrenbrett ein. Schwein gehabt!

Klanglich bewegt sich Sänger Sascha deutlich häufiger im nasalen Dunstkreis eines Michael Stipes, was mir persönlich sehr gut gefällt, hier stimmen die Emotionen und Phrasierungen. Es ist den Eschwegern echt zu gönnen, dass sie sich mit diesem Album endlich aus dem Hickhack furchtbarer Begrifflichkeiten à la Newcomer, Lokalmatador oder „next big thing“ rauswühlen können und ehrliche Anerkennung für ihr Schaffen erhalten. „The Great Compression“ ist nämlich schlicht und einfach ein stimmiges Album mit toller Musik.

Wer das neue Werk von Bitune live sehen möchte, der hat dazu übrigens am 19.09. im Musikzentrum Hannover die Möglichkeit dazu. Ich nehme die Cd bis dahin jetzt erstmal mit ins Autoradio.

Fazit: Wer nach einer Variante im Alternative/ Indierockbereich sucht, der wird mit Bitune fündig. Qualitätsurteil: Musikalisch hochwertig.

www.bitune.de


Jan Hagerodt
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