Gehört und Gesehen - I Don´t Like Metal (I Love It!)

14.08.2009J.B.O.

J.B.O.

I Don´t Like Metal (I Love It!)

Megapress/Soulfood (2009, CD)

Diese rosarote Kapelle aus dem Frankenland hat den Begriff Comedy Rock in Deutschland erst publik und mit Sicherheit so manche Teenager Seele dadurch glücklich gemacht. Auch meine Wenigkeit hat die Combo in Form eines Tapes im Ghettoblaster zu jedem Schulausflug begleitet. Songs wie „Ein guter Tag zum Sterben“ trieben damals so manchen Mitreisenden aus dem Zugabteil, passten aber prima zu Dosenbier von Aldi. 20 Jahre gibt es J.B.O. nun schon und man wundert sich, woher die Kollegen immer neue Schwachsinns- Ideen für Ihre Songs nehmen. Aber lobhudeln wir nicht gleich zu früh, hören wir uns doch das neue Werk mit dem aussagekräftigen Titel „I Don´t Like Metal (I love it!)“ erst einmal an.

Worum es schwerpunktmäßig geht, dürfte der Name des Albums eigentlich klar gemacht haben. Der Titelsong erzählt eine unterhaltsame Geschichte über Metal im Alltag, gewürzt mit gewohnt gutem J.B.O. Humor, der irgendwie so blöd ist, das er schon wieder gut ist - klingt komisch, ist aber so – am Ende lacht man meistens doch. Auch „Geh mer halt zu Slayer“ oder „Dio in Rio“ hauen auf die gleiche thematische Pauke. Doch auch mit politischen Themen sind die Erlangener unterwegs. „Hitler hatte keinen Sex“ versucht eine Erklärung zu liefern warum wir Deutschen so geworden sind. Fantastischer Song gegen Rechts! Schade nur, dass die meisten Nazis wahrscheinlich zu doof sind um die Aussage zu verstehen. „Angie“ basiert auf Falco´s „Jeanny“ und liefert schon vor der Bundestagswahl ein mögliches Endabstimmungsergebnis. Großartig!

Das Schöne an J.B.O. ist, dass sie zwar textlich immer auf der Blödsinnsschiene balancieren, doch das immer musikalisch vielseitig und gekonnt. In der deutschen Musiklandschaft freuen wir uns ja generell über jede Farbeerweiterung. Und dann nehmen wir doch ganz eindeutig das rosarote Farbspektrum lieber als das bräunliche. Ach, fast vergessen: Auch die Ost/ West Konflikte Deutschlands werden besungen. Unbedingt anspielen: Danzigs „Mother“ auf sächsisch und „Der Ossi sucht das Glück“. „Was kümmert uns Wachstum und Aktienindex? Das Volk will doch Rock´n Roll, Drogen und Sex“ bringen es J.B.O. zum Abschluss auf den Punkt. Genau!

Fazit: Besonders nach ein paar Jahren J.B.O.- Enthaltsamkeit wieder eine großer Spaß. Party on!


Jan Hagerodt
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Mehr:
www.jbo.de

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