Gehört und Gesehen - Rock´N´Roll Mutiny

30.07.2009The Booze Brothers

The Booze Brothers

Rock´N´Roll Mutiny

Wolverine Records/ Soulfood (2009)

Ok, sie kommen nicht gerade aus der Hauptstadt des Rockabilly. Die fünfköpfige Truppe „The Booze Brothers“ kommt nämlich aus Heinsberg. Wer weiß wo das liegt bekommt ne Eins, wer wissen will wo das liegt sogar eine Eins mit Sternchen. Dass die Herkunft einer Band nicht zwingend etwas mit der Qualität der Musik zu tun haben muss, haben aber schon unzählige andere Bands bewiesen. Das wäre ja auch schade, denke man an all´ die armen Gruppen aus Castrop-Rauxel, Dinslaken oder Sömmerda. Genug gelästert! Stiefel an, Tolle gegeelt, rauf auf die Harley und die Cd ab in die Anlage.

2005 wurde die Combo gegründet, seitdem werden fleißig Gigs gespielt. Die Band betont in ihrem Song „Rip Off“extra: „We play für booze and not for cash, we play ev´ry fucking pub“. Das freut vor allem die knickrigen Veranstalter! Wenn man sich ein bisschen in diese Platte reingehört hat, dürften bei dieser Band die Ausgaben für Getränke allerdings jede noch so schöne Fixgage übertreffen, so dass dem Clubbesitzer wohl spätestens im Verlauf eines Konzertabends die Gesichtszüge entgleisen.

Wenn Rockabilly wirklich so ist, wie es die Booze Brothers darstellen, dann klingt das eher nach einem Club von Nicht-Anonymen-Alkoholikern, als nach einer Band aber nun gut. Party gehört in jedem Fall dazu und dieses Feeling bringen die Jungs auch auf „Rock´N´Roll Mutiny“ gut rüber. Zu den zwölf Songs lässt sich prima tanzen, pogen, grölen und halt auch saufen. Für alle, die nicht gerade mit Pomade im Haar geboren wurden dürfte diese Cd leider spätestens ab der Hälfte zu einer langweiligen Angelegenheit mutieren. Es gibt einfach Bass- und Gitarrenstandardlinien die man nicht mehr hören mag, daran können auch die rotzigen Vocals und die netten Klavierparts nichts ändern.

Alle Fans von Punk und Rock´n Roll haben aber bestimmt ihre Freude mit dieser Combo. Die Songs sind kurz und knackig, manchmal sogar so knackig, dass sie es nicht mal auf eine Spielzeit von zwei Minuten schaffen. Das gesamte Album toppt das mit einer Gesamtlaufzeit von einer knappen halben Stunde sogar noch.

Fazit: Eher ein 50er Moped als eine Harley, für Fans lohnt sich aber eine Spritztour trotzdem.

www.myspace.com/theboozebrothers


Jan Hagerodt
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