Gehört und Gesehen - The Ultimate Truth About Love, Passion And Obsession

30.07.2009Cosmic Tribe

Cosmic Tribe

The Ultimate Truth About Love, Passion And Obsession

DIY (2009)

Bands, die als lokale Größen gelten werden in der Szene besonders von den selbst ernannten „Fachleuten“ gerne kritisch belächelt. Begriffe wie „Lokalmatadoren“ o.ä. haben so einen Bart, dass selbst die Jungs von ZZ Top neidisch werden würden und bedeuten im Umkehrschluss natürlich auch, dass es die Band niemals geschafft hat außerhalb der heimischen Gefilde ein wirklich dickes Ding zu werden. Die Bandgeschichte der Hannoveraner von Cosmic Tribe liest sich interessant und abwechslungsreich, mit vielen Veröffentlichungen, umjubelten Konzerten und sogar einer Clubtour in Amiland. Dass die umjubelte Hochzeit dieser Combo trotzdem vorbei zu sein scheint, kann man allerdings ebenfalls zwischen den Zeilen herausdeuten.

Mit ihrer neuen Cd, welches den fulminanten Titel ”The Ultimate Truth About Love, Passion And Obsession” trägt, geht die fünfköpfige Truppe ein deutliches Stück mehr in Richtung Rock, als das früher der Fall war. Ballernde Riffs und coole Hooks waren zwar schon immer ein Markenzeichen der Jungs, doch selten mit einer derartigen Straightness und solch einer Zielstrebigkeit auf den Chorus zu. In vielen Teilen erinnern die Songs auf diesem Album an das letzte Guns´n Roses Album. So finden sich zum Beispiel gleich bei den ersten zwei Tracks „All I Want“ und „Coming Down“ deutliche Anleihen an das Werk von Mr. Rose. Wo jetzt vielleicht manche „Pfui, Plagiat!“ schreien darf ich Entwarnung geben. Cosmic Tribe wahren ihre Eigenständigkeit und vor allem zieht bei ihnen so mancher Refrain deutlich mehr Adrenalin aus dem Körper als das bei unserem Botoxopfer der Fall war.

Mit fantastisch strukturierten und gut instrumentierten Songs inklusive Stadien Hymnen an jeder Ecke begeistert „Tutalpao“ auf den ersten Höreindruck. Manchmal hat man fast schon zu viel strukturiert, ein bisschen mehr Dreck und Improvisation könnten der Nachhaltigkeit der Songs gut tun. Die tolle musikalische Leistung wird durch die fette und moderne Produktion noch einmal aufgewertet. Man könnte man die Songs dieser Platte ohne Probleme in jeder Rockdisse zwischen HIM, Nickelback oder 3 Doors Down spielen. Das ist auf jeden Fall Majordeal-tauglich, fertig und gut so wie es ist, hier weiß jeder was er tut und was funktioniert. Eine toller, lockerer Song mit wunderschönem Chorus und Solopart ist zum Beispiel „Cold As A Stone“. Ansonsten ist man mit deutlich höherer Oktanzahl unterwegs. Bei „Sick & Soulless“ dürften selbst Judas Priest Fans von diesem Single Not Lick angetan sein. Schon sehr „oldschool“ wie man so schön sagt, aber rocken tut´s halt doch.

Auch mal andere Wege zu beschreiten würde den Jungs trotzdem gut tun, denn die Perfektheit ist gleichzeitig auch die Krux dieses Albums. Häufig kann man die Einsätze und Linien die da kommen erahnen. Fans von experimenteller und abgedrehter Musik werden also nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen. Alle die jedoch auf gute Rockmusik, geile Riffs und große Melodien stehen, werden begeistert sein. Und egal, ob diese Band nun angesagt ist oder nicht, sie schreibt geile Musik und das ist das Wichtigste.

Fazit: Gute Leistung einer tollen Band, die einen weiteren Schritt nach vorn verdient hätte. Däumeling hoch!

www.cosmictribe.de


Jan Hagerodt
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