Gehört und Gesehen - Jugglery

26.03.2009Jinx

Jinx

Jugglery

Eigenproduktion (2009)

„Jugglery“ kann die Kunst des Jonglierens beschreiben, bedeutet übersetzt allerdings auch so viel wie Schwindel, Gaukelei oder geschickter Betrug. Bleibt abzuwarten in welche Richtung sich diese Platte entwickeln wird.

Seit mittlerweile zehn Jahren sind die Nordlichter der Jinx unterwegs, spielten sich die Finger wund und brachten ein erstes Album mit dem Titel „Le Roque“ heraus. Nach vier Jahren Wartezeit liegt nun der Nachfolger auf dem Tisch.

Die Band mixt punkige Elemente mit rockigen und poppigen Passagen. Hier und da wird der Sound durch ein Ska Riff oder eine Trompete ein bisschen aufgefrischt. Man kann die Jungs generell aber am Ehesten in der Alternative Ecke einnorden. Die Jinx sind eine Band, die auf den ersten Eindruck sehr viel Herzblut und Kreativität in ihre Musik investieren und anscheinend auch sehr viel Spaß an dem haben was sie tun. Und sie tun das ziemlich gut! Handwerklich gibt´s nichts zu bemäkeln, die Songs sind ordentlich komponiert und arrangiert. Sänger Wilken (ja, das ist ein Name!) textet mal auf Deutsch, mal auf Englisch und das ebenfalls ziemlich gut. Hervorheben sollte man hier den Song „Punk“, der sich kritisch mit der Entwicklung der Musikszene und ihren Beklopptheiten auseinandersetzt. “Attitude“ darf ein „Rage against the machine-Riff“ im Chorus haben und auch „Old And Wasted“ kann überzeugen. „Giving And Getting“ verfügt über einen sehr schönen und einprägsamen Refrain, der Spaß macht. Insgesamt gibt es auf der Cd keinen wirklich schlechten Song, leider aber auch keinen, der einen so richtig umpustet.

Deshalb bleibt die Platte leider ein bisschen in der Mittelmäßigkeit stecken, auch wenn die Jungs eigentlich nichts falsch machen. Vielleicht liegt es daran, dass die Art ihrer Musik mittlerweile ziemlich ausgelutscht ist. Das spezielle, das typisch „Jinxige“ fehlt außerdem. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass man genau das bei ihren Live Shows begutachten kann, denn da funktioniert die Musik mit Sicherheit sehr gut.

Eine gute Band, die ihren eigenen Weg hoffentlich so weiter geht und nie den Spaß an ihrer Musik verliert. Denn so hat das Ganze doch irgendwann auch mal angefangen.

Fazit: Keine Gaukelei, allerdings auch keine 100% perfekte Jonglier-Einlage.

www.jinx-band.com


Jan Hagerodt
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Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
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The Jinxs - Get Infected (2005)
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