Gehört und Gesehen - Don´t Look Back (CD/DVD)

20.03.2008Fury In The Slaughterhouse

Fury In The Slaughterhouse

Don´t Look Back (CD/DVD)

SPV (2008)

Fast 21 Jahre sind seit der Gründung von Fury In The Slaughterhouse vergangen und so langsam rückt der Abschied von Hannovers populärster und erfolgreichster Gitarren-Pop-Rock-Band näher. Am 30.August soll auf der bereits jetzt ausverkauften Gilde-Parkbühne das letzte Konzert gespielt werden. „Don´t Look Back“ heißt das Werk mit dem sich die Band bei ihren Fans bedanken will und –zumindest mal vorerst- Tschüß sagt. Vorerst? Nun ja, die Vergangenheit hat im Zusammenhang mit Band-Abschieden gezeigt, dass immer noch mal was nachkommt.

Die CD wartet mit einigen Raritäten auf, B-Seiten, vorübergehend verschollen geglaubte Songs, Live-Versionen und Specials wie etwa „Time To Wonder“ in einer akustischen Version. Der Tonträger ist gut durchzuhören, eine schöne Idee, wenn auch nicht der absolute Oberknaller.

Wesentlich spannender und wirklich essenziell gestaltet sich die DVD auf der sich alle 24 Videos finden, die die Furys seit 1988 gedreht haben. Von der absoluten No-bis Lowbudget Super8-Filmproduktion von „Kick It Out“ bis zum rührigen „Homesick“ gibt es die Karriere der Hannoveraner im audiovisuellen Schnelldurchlauf. Einige Videos dürften viele Fans bis dato noch gar nicht gesehen haben, vor allem die ersten Clips sind ein absolutes Schmankerl. Besagtes „Kick It Out“, „Won´t Forget These Days“, damals für vergleichsweise kleines Geld auf der Nordseeinsel Sylt in Szene gesetzt oder „Rain Will Fall“, das die Band tanzender und hüpfender Weise auf dem Hof der Glocksee zeigt, während jemand mit einem Gartenschlauch das (Regen)Wasser über das „Set“ schießen lässt, sind absolut charmant und aus heutiger Sicht historisch und kultig. Zu jedem Clip steuern die Furys kleine Anekdoten bei. Eine runde und unterhaltsame Angelegenheit.

Fury-Anhängern im Allgemeinen und Hannoveranern im Speziellen, die die Band seit ihrer Anfangszeit, spätestens aber seit ihrem zweiten Album „Jau“ begleitet haben, könnte es bei den Songs und Filmen schon fast ein wenig wehmütig ums Herz werden. Sind wirklich schon wieder 20 Jahre vergangen? Ja, es ist nun mal so. Man sollte ein Pferd nicht reiten, bis es unter einem tot zusammenbricht, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Das sind zwei von den üblichen Binsenweisheiten. Fury In The Slaughterhouse hören als gestandene Band auf, die einiges in den letzten Jahren bewegt und in ihrer Heimatstadt nicht ganz wenige Musiker und Bands motiviert hat, Songs zu schreiben und auf die Bühne zu gehen. Dass die hannoversche Musikszene gerade Anfang der 1990er-Jahre viele gute und hungrige Bands hervorbrachte hat sicher auch mit dem damals auf breiterer Basis einsetzenden Erfolg der Furys zu tun. Viele ließen sich damals mitreißen.

Für Fans der Band ist „Don´t Look Back“, besonders wegen der DVD ein absolutes Muss.

www.fury.de


Andreas Haug
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