Gehört und Gesehen - Entweder geht diese scheussliche Tapete-oder ich

14.06.2007Jupiter Jones

Jupiter Jones

Entweder geht diese scheussliche Tapete-oder ich

Mathildas und Titus ()

„Entweder geht diese scheussliche Tapete – oder ich“ ist das mittlerweile zweite Album der Band Jupiter Jones, deren Mitglieder über die Eifel, Hamburg und Mannheim verstreut leben. Anderthalb Jahre haben Arbeit und Aufnahmen für die zwölf Songs umfassende CD in Anspruch genommen. Produziert von Jupiter Jones in Zusammenarbeit mit Uwe Sabirowsky, der unter anderem Bands wie die Beatsteaks zu seinen Referenzen zählen kann. Veröffentlicht wurde das Album wie auch die ausgekoppelte Single „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“ auf dem bandeigenen Label Mathildas und Titus Tonträger.

Augenscheinlich eine weitere, hochtalentierte –und wie man so schön sagt- oberamtliche Band aus deutschen Landen die nicht mehr an das von der Plattenindustrie „Entdecktwerden“ im traditionellen Sinne glaubt, verbunden mit dem (Irr-)Glauben, dass schon alles gut läuft, wenn da mal ein Deal da ist (wenn er sich denn ergibt), man sich dann seitens eines engagierten Firmenumfeldes liebvoll um die Kunst kümmert. Jupiter Jones machen das alles mal allein mit eigenem Label und bewahren sich damit das Wichtigste: (künstlerische) Freiheit und Unabhängigkeit. Purer, ehrlicher Rock´n Roll statt Marketing-und Businessplänen…so scheint es.

Jupiter Jones haben mit „Entweder geht diese scheussliche Tapete-oder ich“ ein absolut überzeugendes, sehr hörenswertes Album produziert, das der Fan von hartem, modernem, mit einer Prise Emo-Punk-Pop-Rock versehenem Singer-/Songwriter basierendem, melodischem Indie-Rock (man möge die etwas komplizierte Beschreibung nachsehen –d.Verf) in mehreren Durchläufen hintereinander hören kann ohne dass es langweilig wird. Auch wenn es ausgelutscht klingen mag: Diese Band rockt, was das Zeug hält, kommt in ihren griffigen, packenden und gern auch mal kantigen Songs auf den Punkt und hat obendrein noch wirklich lesens-wie hörenswerte deutsche Texte im Gepäck.

Texte, die nicht in Traurigkeit und Selbstmitleid versinken, sondern Texte „aus dem Leben“, die zum einen Mut machen können, mal einer Abrechnung gleichen und eher zum Aufstehen auffordern als zum sich Fallen lassen. Kein hyperintellektuelles, sensibles Hamburger-Schule-Zweiton-Erzähl-Gesinge, sondern kräftiges Rock´n Roll Shouting und energievolle Gitarren-, Bass-und Schlagzeugarbeit sind charakteristisch für Jupiter Jones. Auch wenn Songtitel, Akkordfolgen, Arrangements und Sound die Band manchmal sehr, sehr nah an (die rockigen) Kettcar rücken, bewahren sich Jupiter Jones Eigenständigkeit.

Man darf nach dem Eindruck dieses Albums mit Spannung erwarten, wie Jupiter Jones das Ganze live umsetzen. Einige Bands schaffen es ja, live noch eine Spur härter, knalliger und spritziger rüberzukommen als auf dem Album. Sollte das dieser Band gelingen, ist recht großes Kino auf der Bühne zu erwarten. Live demnächst zum Beispiel bei uns im Einzugsgebiet im Rahmen der Project Reloaded Parties am 6.Juli im Rockclub Hildesheim, am 7.Juli im Merz Braunschweig und am 13.Juli im Rockhouse Hannover.

www.jupiter-jones.de


Andreas Haug
()

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Jupiter Jones - Glory.Glory.Hallelujah (2014)
Jupiter Jones - Das Gegenteil von Allem (2013)
Jupiter Jones - Holiday In Catatonia (2009)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite