Gehört und Gesehen - Songs In Blue Flat Minor

07.06.2007It´s M.E.

It´s M.E.

Songs In Blue Flat Minor

Eigenproduktion (2007)

Sängerin Martina Maschke und Pianist, Keyboarder und Komponist Ecki Hüdepohl sind unter dem Namen It´s M.E. schon seit vielen Jahren unterwegs. Entweder spielt man als Duo, als Trio oder in kompletter Bandbesetzung. Die bislang acht CD Veröffentlichungen haben keine Abnutzungserscheinungen hinterlassen, im Gegenteil: It´s M.E. sind immer wieder für Überraschungen und Weiterentwicklungen gut. Das dokumentiert auch das neueste Studioalbum „Songs In Blue Flat Minor“, das womöglich bislang künstlerisch am stärksten ausgefeilte Werk der beiden Musiker.

„Songs In Blue Flat Minor“ ist eine sehr anspruchsvolle CD mit einem ausgesprochen ausgeklügelten Songwriting, stilistisch am ehesten als Jazz-Art-Songwriter-Pop festzumachen. Die überwiegend balladesken, sehr eindringlichen, zwischen dunkler Melancholie und sensibler Leichtigkeit pendelnden Kompositionen kommen ohne großen Pomp aus; statt aufwändigem Bandarrangement sind fast ausschließlich Piano und Gesang zu hören. Die „Methode des Weglassens“ nennen es It´s M.E., man habe bei der Vorproduktion festgestellt, dass die Reduzierung der Songs auf das jeweilige musikalische Grundgerüst, dem Ganzen mehr Ausdruck und Tiefenwirkung verleiht. „Weniger ist mehr“ oder „reduce it to the max“ sind in diesem Zusammenhang immer gern angeführte Weisheiten, die oft auch zutreffen.

Und It´s M.E. haben damit ein glückliches Händchen bewiesen. Der Hörer bekommt Raum für eigene Phantasien, das facettenreiche Pianospiel samt teils sehr komplexer Akkordstrukturen in Verbindung mit dem –wieder einmal- hervorragend in Szene gesetzten Gesang sorgen für hohen Hörgenuss. Man muss allerdings bereit sein, soll heißen die Zeit haben und in der „richtigen“ Stimmung sein, sich auf die Platte einzulassen. „Songs In Blue Flat Minor“ ist nicht immer leicht „verdauliche“ Kost, schon gar nicht Musik zum im Hintergrund laufen lassen.

Bei genauem Hinhören fühlt man sich bei einigen Kompositionen und deren Fragmenten sowohl an anspruchsvollere Musik von Bands wie den Beatles oder Supertramp, dann wiederum an progressive Arrangements von Brian Wilson oder Tori Amos erinnert, wie etwa bei dem leicht abgedreht-eckigen „The Best Things In Life“ oder „Actress“ Das ist schon eine spannende Angelegenheit, vor allen Dingen wenn dann hier und da doch mal einige Chor-und Streicherpassagen eingefügt werden. Auf „Sie muss gehen“ ist Fury-In-The-Slaughterhouse-Gitarrist Thorsten Wingenfelder als Gastsänger zu hören der auch einige sehr geschmackvolle It´s-M.E.-Porträtfotos für das Booklet beigesteuert hat.

Ein in sich stimmiges, künstlerisch hochwertiges Gesamtkonzept. Sehr gelungen !

www.itsme-music.de


Andreas Haug
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