Gehört und Gesehen - Oxygen Overdose

01.02.2007Kuersche

Kuersche

Oxygen Overdose

NTL Rec./Cms Sony (2007)

Kuersche, der sympathische Singer-Songwriter und Entertainer aus Hannover lässt mit einem neuen Studioalbum von sich hören. „Oxygen Overdose“ heißt die am 16.Februar erscheinende CD und die bietet all das, was Kuersche-Fans seit Jahren schätzen. Melodische, britisch angehauchte, eingängige und gefühlvoll in Szene gesetzte Pop-Songs zur (zumeist) akustischen Gitarre vorgetragen, arrangiert und garniert mit noch einigen Schmankerln in Richtung Drums, Bass, Programming und Streichern obendrauf.

„Wer Kuersche hört, hört auch….(…) Coldplay, The Cardigans, Lloyd Cole, The Notwist, Ezio, Joe Jackson, Paul Weller(…) …oder sollte zumindest“ ist in der Medieninfo zu lesen. Die hier genannte (unvollständige) Auflistung Kuersche affiner Acts müsste noch um Fury In The Slaughterhouse erweitert werden, jener befreundeten Band die Kuersche Mitte der Neunziger im Rahmen einer ausgedehnten Tour durch große Hallen im Vorprogramm präsentierte und Kuersche so zu einem doch respektablen Bekanntheitsgrad verhalf. Der Sänger, Gitarrist und Songschreiber dankte es mit viel umjubelten Auftritten und erntete oftmals tosenden Beifall statt nur Höflichkeitsapplaus.

Auf „Oxagen Overdose“ gehen Kuersche und sein musikalischer Partner, Schlagzeuger Karsten „Kommander“ Kniep recht sanft zu Werke. Die Songs kommen in der Mehrzahl freundlich, sonnig, unaufdringlich und jederzeit geschmackvoll arrangiert daher. Farbenfrohe in flottem Tempo vorgetragene Titel wie „Wilson“ oder „Inside Outside“ wechseln mit kuscheligen Balladen wie „Love Is The River“. Bei „Get You“ ist die genannte Referenz Joe Jackson deutlich auszumachen und „This Is It“ lehnt sich leicht an „In Love With A Clown“ von bereits erwähnten Furys an. Das geht alles absolut in Ordnung und ist gut und ohne Anstrengung zu hören. Fans von kantigem und eher sperrigem Songwriting werden von Kuersche auf dieser CD weniger bedient, eher die, die eine lockere, unverkrampfte Atmosphäre schätzen und sich insgeheim auf den nächsten Sommer freuen, dürften an der Überdosis Sauerstoff ihre Freude haben.

In der Vergangenheit hat Kuersche auch Bands und Künstler wie Paul Carrack, Nena oder Runrig supportet. Gut platziert wäre er mit den Songs dieses Albums auch bei den Flaming Lips, der Band, die Konzerte oft zu einem großen Happening werden lässt. Konfetti fliegt durch die Menge, mit Ballons wird gespielt, während auf der Bühne neben der Band an die 30 Statisten in den witzigsten Kostümen herumtollen. Eine lächelnde Sonne, viele Blume, tanzende Bären und Hasen. Dieses Szenario wäre bei einer Kuersche-Show sicher auch kräftig in Bewegung.

Ein angenehmes Pop-Album für den feinen Geschmack.

www.kuersche.de


Andreas Haug
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