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Im Interview: Timur Saitbekov, Veranstalter der Break-Your-Face-Konzertreihe im Béi Chéz Heinz und des Break-Your-Face-XXL-Festivals im MusikZentrum.

Plattform für Hannovers Rock-und Metalszene

Break Your Face -Macher Timur Saitbekov im Interview

18.08.2014, Von: Andreas Haug, Foto: Cao Huynh

Am 30.und 31.August steigt im MusikZentrum Hannover das zweite Break Your Face XXL Festival, das insgesamt 23 Bands der aktuellen Rock-und Metal-Newcomerszene der Leinemetropole auf die Bühne bringt. Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es unter dem Motto Break Your Face meist gut laufende Konzertabende mit fünf bis sechs Bands im Béi Chéz Heinz. Break Your Face hat sich zu einer Plattform und zu einem Netzwerk entwickelt. Wir trafen den Gründer und Organisator Timur Saitbekov zu einem Gespräch über die Ideen und Hintergründe der Reihe und über das bevorstehende Festival.

Rockszene.de:
Hallo Timur, schön, dass du Zeit hast und wir uns vor dem Festival mal sprechen können. Wir sind ja noch mitten in der Open-Air-Saison. Wie kommt man da auf die Idee, Ende August ein zweitägiges Festival mit regionalen Rock-und Metalbands in einer Halle zu machen?

Timur Saitbekov:
Das hat einfach nur terminliche Gründe. Als wir im letzten Jahr erstmals das Break Your Face XXL hier im MusikZentrum veranstaltet haben, lag das auch im Sommer, Ende August. Das war damals ganz gut gelaufen, also haben wir uns gedacht: Bleiben wir doch einfach bei diesem Termin.

Break Your Face ist doch normalerweise eine Bandreihe im Béi Chéz Heinz, das Festival findet aber im MusikZentrum statt. Es treten lokale und regionale Rock-und Metalbands auf. Wie ist das Ganze entstanden und welches Konzept steckt dahinter?

Ziel ist es, der jüngeren Metal-Newcomerszene mit Break Your Face eine Plattform zu geben, das läuft im Béi Chéz Heinz ganz gut. Es gibt ja für Metalbands in Hannover kaum Auftrittsmöglichkeiten. Beim Break Your Face XXL Festival im MusikZentrum bringen wir die Bands auf die Bühne, die wir von unseren Konzerten im „Heinz“ schon kennen.

Seid ihr demnach so etwas wie eine Community?

Wir sind ein kleines Netzwerk aus Veranstaltern und Musikern. Es ist immer ziemlich viel in Bewegung. Wenn sich in dieser Szene eine Band auflöst und neue Gruppen entstehen, dann haben die sich oft bei uns kennengelernt. Manchmal helfen sich die Bands auch gegenseitig an Instrumenten aus, das alles finde ich sehr nett.

Wie kommt das alles zustande? Hast du besondere Beziehungen zu den Bands, kann man sich bei euch für Auftritte melden oder bewerben und nach welchen Kriterien trefft ihre eine Auswahl?

Ich achte zunächst besonders auf ein guten Gesamteindruck. Da geht es nicht unbedingt um tolle Studioaufnahmen, man hört auch auf einfachen Demo-CDs, ob eine Band gut zusammenspielt und ob Potenzial vorhanden ist. Bands sollten sich vernünftig präsentieren können, es ist ja heute kein größeres Problem, gute Fotos zu schießen, eine ordentliche Webseite im Netz zu haben, ein Video und gutes Info-Material am Start zu haben. Ich finde man merkt sehr schnell, ob eine Band nur mal so zusammenspielt oder ob bei der Band richtig Zug drauf ist und die live was rüberbringen.

Man kann uns gern kontaktieren bei Gig-Anfragen, wir sind ansprechbar. Oft werde ich aber auch von einer uns bekannten Band auf ein Konzert eingeladen und lerne somit weitere Bands kennen, die am Abend spielen. Wenn die mich auch überzeugen und man kommt ins Gespräch, dann kann sich daraus durchaus ein Gig beim nächsten Break Your Face im Béi Chéz Heinz ergeben und später vielleicht auch beim Festival im MusikZentrum.

Mittlerweile bekommen wir recht viele Meldungen von Bands, die bei uns spielen wollen, es ist also nicht so wie früher, dass es zeitweise schwierig war, passende Bands zu finden. Wir wählen letztlich die Bands aus, die uns gefallen. Für 2015 planen wir aber, das Konzept zu überarbeiten.

Was heißt das genau, kannst du uns schon was dazu sagen?

Weniger Bands, mehr Leute (lacht). Im Ernst, wir sind dann mit Break Your Face im dritten Jahr und wir denken, dass wir dem Publikum nicht immer das Gleiche vorsetzen können. Wir wollen uns schon schrittweise weiterentwickeln und dabei den Schwerpunkt etwas mehr auf Metal legen. Derzeit mischen wir ja und buchen auch Bands aus dem Grunge-oder Alternative- oder Hardcore-Bereich. Der Vielfalt wegen.

Größer werden, möglicherweise überregional oder international bekannte Headliner dazuholen?

Das müssen wir konkret sehen, das ist ja auch eine finanzielle Frage, aber grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, auch größere Sachen zu machen.

Wie sieht es denn grundsätzlich finanziell aus? Konzerte zu veranstalten kostet Geld und nur mit lokalen oder regionalen Bands kann man ja nicht wirklich Geld verdienen, oder? Habt ihr Sponsoren?

Das stimmt. Ganz zu Anfang habe ich meine allerersten Konzerte überhaupt im Salon des Béi Chéz Heinz gemacht. Von den Mietkonditionen ist es dort so, dass wenn ein Konzert mal nicht ganz so gut besucht ist, kein wirklich großer Schaden entstehen kann.

Geht man dort in den großen Saal oder stellt hier im MusikZentrum eine Show auf die Beine, dann ist das Kostenrisiko teilweise ziemlich hoch. Deshalb habe ich dann mit Paul Schmidt einen Partner gewinnen können, um die Last des Risikos zu verteilen, außerdem macht es auch mehr Spaß, im Team zu arbeiten. Paul kümmert sich im Schwerpunkt um das Design, die Website und auch um das Booking.

Einen Sponsor haben wir nicht, denn wir wollen unabhängig bleiben und das machen, was wir wollen und uns nicht lenken lassen. Es gibt ja auch Sponsoren, die sich anderenorts hier und da in das Programm oder Konzept involvieren, das wollen wir nicht.

Bislang lief es für uns ganz okay, so dass wir auch ein bisschen Geld zurücklegen konnten für den Fall, dass mal ein Konzert wirtschaftlich schlecht läuft. Das können wir dann kompensieren.

Das bedeutet, ihr teilt im Gewinnfall das Geld nicht gleich untereinander auf, sondern legt es in den Break-Your-Face-Topf für zukünftige Projekte und zur Absicherung.

Richtig, anders kann man es auch nicht machen.

Was ist aus deiner Sicht das Besondere an Break Your Face im Vergleich zu anderen Lokal-und Regionalband-Reihen?

Wir achten nicht nur bei den Bands, sondern auch vom Drumherum und der Veranstaltungsorganisation auf Qualität. Es gibt ja in Hannover kaum Leute, die Konzertreihen oder Festivals veranstalten, bei denen Metalbands spielen. Wir bringen hier die aktuellen Newcomer aus Hannover und Region auf die Bühne und bilden damit in dieser Stilrichtung die aktuelle Szene ganz gut ab.

Ich glaube auch, wir sind der einzige Regionalveranstalter, der beispielsweise eine extra-Lichtshow fährt und eigens dafür die Clubs mit separatem und erweitertem Licht ausstattet.

Stimmt, ich hatte bei einem Live-Video aus dem Béi Chéz Heinz verhältnismäßig spektakuläres Konzertlicht gesehen, unter anderem mit mehreren Moving Lights, die es im Club regulär gar nicht gibt...

Genau, dafür haben wir Steffen Böttger im Team, der eigenes Material mitbringt und auch die Lichttechnik beim Konzert steuert. Das werden wir im MusikZentrum auch machen. Steffen opfert dafür sehr viel Zeit, um so gutes Licht wie möglich zu machen.

Was hat dich eigentlich genau bewogen, Break Your Face ins Leben zu rufen? Hast du weitere Ambitionen als Veranstalter?

Das Ganze habe ich nicht angefangen, weil ich Veranstalter werden wollte, sondern weil es für meine frühere Band absolut keine Auftritte gab. Da habe ich dann irgendwann gesagt, dass wir vor Publikum spielen möchten und mich entschieden, das selbst in die Hand zu nehmen. Wir haben dann mit zwei weiteren, jeweils wechselnden Bands einmal monatlich im Salon des Béi Chéz Heinz gespielt.

Wie hieß denn die Band?
Unsere Band hieß Gottersatz

Ein vielversprechender Name. Und ihr habt damals Metal gemacht?

Nein, das war akustische Musik (lacht).

Und wie ging es weiter?

Als sich unsere Band aufgelöst hatte, wollte ich im Salon einfach weitermachen und dann kam Eines zum Anderen und dann ging es auch bald mit Break Your Face los. Inzwischen macht mir das Veranstalten Spaß, auch wenn das ursprünglich so gar nicht meine Absicht war.

Was machst du sonst noch, abgesehen von Break Your Face?

Es wird noch eine weitere Reihe geben mit Akustikkonzerten, da sollen dann auch Rockbands akustische Sets spielen. Das läuft auch mit lokalen Bands. Der Start ist voraussichtlich im Oktober und wir gehen dafür in den Salon des Béi Chéz Heinz.

Nun spielen ja am 30. und 31. August im MusikZentrum insgesamt 23 Bands. Gibt es da einen Geheimtipp oder hast du einen Favoriten den man auf jeden Fall sehen und hören sollte?

Wir haben mit HIRYM eine neu gegründete Band dabei, die könnte ziemlich gut werden, Stone Age Is Over, so könnte ich mir vorstellen, dürften coole Sachen vorhaben und dann sind da noch Never Promise, die habe ich kürzlich zum ersten Mal im MusikZentrum gesehen, sie dann ins Béi Chéz Heinz eingeladen und als sie dann bei uns gespielt haben, war mir klar: Never Promise müssen auch auf dem Break Your Face XXL auftreten.

Es wäre aber falsch, jetzt einzelne Bands herauszupicken. Jede Band hat was und viele auch das gewisse Etwas. Ich könnte mir vorstellen, das jede der insgesamt 23 Bands so gut ist, dass sie alle auch auf einer großen Bühne bestehen könnten.

Mit wie vielen Besuchern rechnest du dieses Jahr?

Vom Gefühl her würde ich sagen, mit 800 bis 1000 Besuchern insgesamt an beiden Tagen. Damit wären wir glücklich. Der Vorverkauf läuft gut, wir sind im Vorfeld sehr zufrieden.

Dann danke ich dir für das Gespräch und wünsche zwei erfolgreiche Tage mit dem Break Your Face XXL.

Vielen Dank.

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