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Am 29. März geht der Kampf Grailknights vs. Dr. Skull im MusikZentrum weiter. Zuvor traf sich Rockszene.de mit der Superhelden, um über ihr neues Album zu sprechen.

Dr. Skull in den knochigen Hintern treten

Die Grailknights im Interview

24.03.2014, Von: Hanna Rühaak, Foto: Aussortiert Photography

Die hannoversche Superherometalband Grailknights steht mit ihrem neuen Album „Calling The Choir“ in den Startlöchern, um weiter gemeinsam mit ihrem treuen Battlechoir gegen den bösen Dr. Skull um den heiligen Gral zu kämpfen. Während Lord Drumcules weiter Dr. Skull verfolgte und Sir Optimus Prime Stalldienst beim Bandbierpferd Zapfi schob, traf Rockszene.de Sovereign Storm, Earl Quake und Count Cranium in einer kleinen, dunklen Eckkneipen in Hannover, um mit ihnen über ihr neues Album zu sprechen.

Rockszene.de: Ihr bringt in Kürze euer neues Album „Calling The Choir“ raus. Wie seid ihr an die Arbeit für das neue Album herangegangen?

Sovereign Storm: Das war eigentlich ziemlich chaotisch. Wir haben uns gerade mit unserem neuen Drummer – Lord Drumcules – zusammengefunden, uns ein paar Mal getroffen und sind dann direkt ins Studio gestürmt, um die CD einzuspielen.

Earl Quake: Ja, das war 2013. Die Aufnahmen haben im Januar angefangen. Songwritingtechnisch war es eigentlich so, dass die Hälfte der Nummern schon stand. Wir haben ab 2012 schon die anderen Nummern geschrieben. Da aber ja eine Umbesetzung stattfand, mussten die Songs auf diese abgestimmt werden. Es fing also 2012 an und 2013 haben wir das Album dann aufgenommen.

Count Cranium: Wir haben auch während der Studiosessions einiges ausprobiert, damit jeder seine eigene Note nochmal mit einbringen konnte. Es war also nicht auf das vorgegebene Songwriting ausgelegt, sondern wir haben es dann natürlich angepasst.

Habt ihr bewusst mit der Veröffentlichung gewartet, bis ihr ein Label gefunden habt?

Count Cranium: Ganz klar: Ja!

Und was hat sich dadurch, dass ihr jetzt auf Intono Records seid, für euch verändert?

Count Cranium: Wir haben so viel Geld dadurch verdient, dass wir jetzt jeden Abend betrunken sind! (lacht)

Earl Quake:Das ist halt eigentlich eher ein Professionalisieren und ein Delegieren. Man könnte als Band natürlich viel selber machen, wie sich um Promo kümmern – wenn man es denn machen würde. Die Frage ist halt immer, wenn man es als Laie oder Halblaie selber macht: wieviel Schaden richtet man vielleicht an? Selbst wenn man dann 100 % der Einnahmen hat, sollte man schon sagen: Okay, ich kann ein Instrument spielen, ich kann ein bisschen Songwriting, und die Dinge, die man nicht kann, delegiere ich halt weg. Aus meiner Sicht ist das Gute an einem Label, dass sich um die Promo gekümmert wird, dass ein vernünftiger Vertrieb da ist und dass auch ein Netzwerk besteht, das einem vielleicht ein bisschen die Türen öffnet. Das Album war Ende des Sommers 2013 fertig und da machte es natürlich schon Sinn, einen Promoplan zu erarbeiten und zu überlegen, wann eine Veröffentlichung Sinn macht. Bei einem Label haben die einfach mehr Erfahrung damit.

Sovereign Storm: Außerdem haben wir als Superhelden dafür natürlich auch sehr wenig Zeit, unsere Hauptaufgabe ist es ja, den bösen Dr. Skull zu jagen!

Count Cranium: Genau, wir brauchen da natürlich viel Unterstützung, weil wir hauptsächlich mit Biertrinken und Verfolgungsjagden beschäftigt sind.

Da habe ich ja Glück gehabt, dass sich das Interview mit dem Biertrinken vereinen lässt!

Count Cranium: Absolut, besser geht´s nicht!

Im Gegensatz zum letzten Album seid ihr auf „Calling The Choir“ deutlich rockiger geworden. Wie kam es dazu? Wahrscheinlich liegt es ja daran, dass es einige Mitgliedswechsel in der Band gab.

Sovereign Storm: Ich denke es liegt eindeutig mit daran, dass die Besetzung gewechselt hat. Es wäre ja auch langweilig, wenn das Album so klingen würde, wie das davor. Es ist immer erfrischend, neue Inputs zu kriegen. Außerdem ist Dr. Skull vor den rockigen Stücken immer besser zurückgeschreckt, als bei den metallastigeren.

Earl Quake: Ich glaube gegen die Metalsachen ist er schon einigermaßen immun. Ich glaube aber auch, dass es zu einem kleinen Teil etwas mit der Produktion zu tun hat. Je nachdem wer es produziert und was ihm gefällt. Wie man Sachen mischt, Gitarren einstellt und sowas.

Aber vom Gesang her ist die Platte ja auch ganz schön anders. Habt ihr das dann einfach angepasst?

Count Cranium: Letztendlich war es auch einfach eine Geschmacksfrage. Sir Optimus Prime hat gemerkt, dass ihm das gut gefällt und dass er sich in der Hinsicht einfach etwas weiterentwickeln möchte und gesanglich in eine andere Nische gehen wollte. Was der Musik meiner Meinung nach auch ganz gut tut, weil wir einen ganz guten Mix zwischen cleanem Gesang, Growls und Shouts gefunden haben. Denn es ist ja doch wieder alles vertreten, obwohl es schon stimmt, dass der cleane Gesang überwiegt. Aber es klingt trotzdem noch nach Grailknights.

Mich würde interessieren, wie ihr überhaupt darauf gekommen seid, eine ganze Konzeptband ins Leben zu rufen. Konzeptalben kennt man ja von verschiedenen Bands, aber so ein Konzept wie eures – mit Publikum einbeziehen, große Show, Kostüme – gibt es ja nicht so oft.

Sovereign Storm: Im Endeffekt geht es ja um Gut gegen Böse. Wir haben uns einmal in Grailham City im Castle Grailskull zusammengefunden und zufällig waren alle Superhelden auf einem Haufen. Batman ist auch irgendwie mit Mickey Mouse abgezogen, keine Ahnung was bei denen ging…

Count Cranium:Die beiden habe ich letztens engumschlungen in der Straßenbahn gesehen!

Oh, ich hätte eher gedacht, es wäre Minnie Mouse gewesen!

Count Cranium: Also unsere Mission ist es ja, den heiligen Gral zu finden, beziehungsweise endlich mal zu behalten, nachdem wir ihn mal wieder besoffen verloren haben. Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir gemerkt haben, dass Dr. Skull so ein mächtiger Gegner ist, dass wir es ohne unseren treuen Battlechoir ja nicht schaffen. Und da haben wir uns natürlich gedacht: Mensch, wie kriegen wir denn den Battlechoir dazu, uns zu helfen? Also machen wir ein bisschen Musik, um sie zu animieren, uns bei der Jagd auf den bösen Dr. Skull zu helfen. Wir haben auch verschiedene Textphasen durchlaufen, zum Beispiel haben wir eine Schlagerallianz gegründet, aber die war nur sehr mäßig erfolgreich gegen Dr. Skull.

Also verliert ihr den heiligen Gral immer, weil ihr total betrunken seid?

Sovereign Storm: Meistens wird er uns dann wieder geklaut…

Earl Quake: Das liegt ja leider in der Natur der Sache (lacht). Der heilige Gral animiert ja zum Trinken!

Count Cranium: Er suggeriert ja ewige Trunkenheit. Wer ihn hat ist also ewig betrunken.

Sovereign Storm: Und katerfreies Aufstehen am nächsten Morgen!

Ach, kann ich den mal ausleihen?

Earl Quake: Ich möchte jetzt mal nicht verraten, wer ihn am meisten verliert…

Count Cranium: Natürlich bist du herzlich eingeladen!

Schön, da freue ich mich! Gibt es bei euch eigentlich manchmal Probleme, eure verschiedenen Geschmäcker beim Songwriting unter einen Hut zu kriegen?

Sovereign Storm: Also so pauschal eigentlich nicht. Dass so an der Stilrichtung kritisiert wird zum Beispiel gar nicht. Eigentlich ist es eher eine Geschmacksfrage, ob einem der Gitarrenriff gefällt oder nicht oder ob man es spielen kann oder nicht (lacht).

Kam es schonmal zu Auseinandersetzungen mit Metalfans, die sich auf den Arm genommen gefühlt haben, weil sie gedacht haben, ihr zieht das Genre ins Lächerliche? So richtig ins Lächerliche zieht ihr das ja nicht, aber über einige Sachen macht ihr euch ja schon ein bisschen lustig. An sich ist das natürlich cool, aber es gibt natürlich auch sehr viele intolerante Leute.

Sovereign Storm: Also eine direkte Konfrontation gab es eigentlich noch nie. Wir haben schon einmal vor Endstille, einer recht harten Metalband, im Vorprogramm gespielt und selbst die ganz eingefleischten Metalfans kamen danach an und haben mit uns gelacht und Bier getrunken.

Count Cranium: Wir wollen den Leuten in erster Linie Spaß vermitteln – und Leute die auf Konzerte gehen, wollen ja auch Spaß haben. Wenn sich da jetzt jemand vor den Kopf gestoßen fühlt und sagt „Das finde ich zu albern“, hat der halt nicht so gerne Spaß (lacht).

Sovereign Storm: Wir versuchen die Mission natürlich immer möglichst ernsthaft zu vermitteln. Dass sie dann immer etwas lustig rüberkommt, ist dann halt so. Das ist ein todernster Job!

Earl Quake: Da müssten wir ja eigentlich eher angepisst sein, dass wir nicht ernstgenommen werden.

So kann man es natürlich auch sehen. Passt ihr eure Show dem Publikum an, je nachdem, ob ihr im Vorprogramm spielt oder eine Headlinershow?

Count Cranium: Es gibt schon einige Elemente, die essentiell für die Show sind. Wäre zum Beispiel Zapfi – unser Bierpferd – nicht da, wäre Hopfen und Malz verloren.

Sovereign Storm: Ein Kalauer!

Der war echt nicht schlecht!

Sovereign Storm: Den hast du dir doch Zuhause schon aufgeschrieben.

Hat sich denn die Interaktion mit dem Publikum schon einmal als schwierig herausgestellt, weil es „nur“ eine Supportshow war und die Besucher nicht richtig mitgemacht haben?

Count Cranium: Also die hauptsächliche Kommunikation geht ja erst dann los, wenn Zapfi da war und wenn Zapfi da war, sind ja sowieso alle Bierangeschwenkt.

Earl Quake: Aber ich möchte auch nochmal auf letztes Jahr in Chemnitz verweisen. Das war aber keine Supportshow, sondern ein Festival. Es war halt tierisch heiß und die Halle hat natürlich gekocht – also jetzt temperaturbedingt. Bevor wir gespielt haben, waren vielleicht vier Leute in der Halle.

Sovereign Storm: Es waren zwei Leute, die vorne am Zaun standen. Der Mischer mitgezählt.

Earl Quake: Ja, vielleicht auch nur zwei Leute…Wir dachten echt, das wird eine öffentliche Probe, aber als wir angefangen haben, war der Laden nach der Hälfte der ersten Nummer voll. Ob das funktioniert…also der Laden war voll.

Count Cranium: Wir haben an dem Tag ja auch noch Grailrobic mit dem Battlechoir gemacht, bei gefühlten 80 Grad. Und dann ist Zapfi auch noch ausgetrocknet, das war noch viel schlimmer! Selbst da haben sie tapfer mitgemacht und das muss man dem Battlechoir natürlich sehr hoch anrechnen!

Earl Quake: Ja, selbst unter erschwerten Bedingungen lassen sie die Grailknights nicht im Stich!

Worauf darf sich denn das Publikum am 29. März auf eurer Show im MusikZentrum in Hannover freuen?

Sovereign Storm: Es wird viele Neuerungen geben. Man darf gespannt sein, ich will auch nicht zu viel verraten…

Count Cranium: Neue Songs zum Beispiel. Aber ich wollte nicht zu viel verraten (lacht).

Sovereign Storm: Ja, es wird wieder sehr anstrengend werden, der Battlechoir muss wieder tüchtig mitkämpfen und ich würde auch empfehlen, sich vorher ein bisschen warm zu machen - sei es jetzt direkt am Bierwagen neben der Tür oder schonmal Zuhause ein paar Liegestütze machen. Es wird auf jeden Fall ein lustiger Abend!

Count Cranium: Wir freuen uns riesig darauf und können es kaum erwarten, Dr. Skull in seinen knochigen Hintern zu treten!

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externer Link www.grailknights.de
externer Link www.intono.de

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