15.12.2012

"Ein bisschen gepflegte Schizophrenie schadet nie."

Unzucht-Saenger Daniel Schulz im Rockszene.de-Interview

von: Hanna Rühaak, Foto: Pressefreigabe

- "2012 ist das Jahr der Unzucht!" So steht es jedenfalls auf der Homepage der gleichnamigen Band, die sich 2009 in Hannover gegründet hat. Frontmann ist Daniel Schulz " düster gekleidet und ebenso düster geschminkt übernimmt er das Mikrofon der Gothic/Industrial Rock Band Unzucht, weniger düster als "Der Schulz", ein Singer-/Songwriter-Projekt.

Rockszene.de sprach mit Daniel Schulz darüber, ob 2012 wirklich das Jahr der Unzucht war, wie "Der Schulz" und Unzucht zusammenpassen und die Zukunftspläne beider Musikprojekte.

Rockszene.de:
Auf der Unzucht-Homepage steht "2012 wird das Jahr der Unzucht!" " war es das? Was ist so passiert?

Daniel Schulz
Es ist richtig viel passiert. Wir haben eine gute Bookingagentur gefunden, einen Plattenvertrag unterschrieben, eine viel beachtete EP und ein Album rausgebracht, und wir sind gerade in der zweiten Jahreshälfte permanent auf Tour durch Deutschland, Schweiz, ÷sterreich, Holland und Dänemark. Unter anderem mit Bands wie Mono Inc. und Megaherz.

Das krönende Finale werden die Dark End Festivals zum Jahresende sein, bevor dann im neuen Jahr unsere eigene Darkness Kills-Tour startet. Und nicht zuletzt wächst unsere Anhängerschaft rasant. Einige von ihnen haben sich in den letzten Monaten sogar UNZUCHT Tattoos stechen lassen, was uns natürlich voll geflasht hat und eine absolute Ehre ist. Einen Fanclub gibt es jetzt auch seit einigen Monaten. Man kann 2012 also definitiv als unzüchtiges Jahr bezeichnen - aber zum Glück ist das ja erst der Anfang!

Rockszene.de:
Am heutigen Samstag (15.12.) spielt Unzucht im Musikzentrum. Was dürfen die Besucher erwarten?

Daniel Schulz
Das absolute Live-Brett, für das die UNZUCHT bekannt ist, und noch ein bisschen mehr, weil es ein Heimspiel und der Tourabschluss der Götterdämmerung-Tour unserer Freunde von Megaherz ist. Man kann also gerne mit allerlei Wahnsinn rechnen.

Rockszene.de:
Auf der Bühne mit Unzucht gibst Du Dich sehr düster, bist dunkel gekleidet und dunkel geschminkt. Wie düster ist Daniel Schulz im privaten Leben?

Daniel Schulz
Genauso düster, wie man es auf der Bühne bei UNZUCHT sieht. Auf der anderen Seite bin ich aber auch ein sehr lebensfroher Mensch, der den dunklen Seiten des Lebens allerdings frontal ins Gesicht schaut.

Rockszene.de:
Der Schulz und Unzucht " Musik, die unterschiedlicher wohl nicht sein könnte. Wie passt das zusammen? Schlagen da zwei Herzen in einer Brust?

Daniel Schulz
So kann man das sagen. Ich war ja schon immer in düsteren Bands, wie zum Beispiel Pinkostar, unterwegs. Meine andere Seite, die mir genauso wichtig ist, ist die Seite die man bei DER SCHULZ von mir kennt. Es sind beides absolute Herzblutangelegenheiten. Ein bisschen gepflegte Schizophrenie schadet nie.

Rockszene.de:
Kommt man irgendwann in das Alter, wo man denkt "Ich bin zu alt für so etwas"?

Daniel Schulz
Die Frage hat sich mir noch nie gestellt, weil ich immer die Musik gemacht habe, die aus mir raus kommt, und ich Musik machen werde, bis ich von der Bühne falle " also tot von der Bühne falle, das andere habe ich ja schon ein paar Mal hingekriegt (lacht). Das letzte Mal auf der Mono Inc. Tour in Braunschweig, als ich von Strobos geblendet ins Leere getreten bin, und eine Rollstuhlfahrerin mich galant aufgefangen hat.

Rockszene.de:
Im September wurden Unzucht für das Mera Luna 2013 bestätigt. Worauf freut ihr euch besonders?

Daniel Schulz
Wir freuen uns einfach wahnsinnig, nach 2010 wieder auf diesem "groflen Klassentreffen" der schwarzen Szene zu spielen. Das Publikum dort ist etwas ganz Besonderes und Backstage gibt es mit den vielen befreundeten Musikern immer etwas zu feiern. Das Mera Luna ist jedes Mal ein absolutes Highlight.

Rockszene.de:
Abgesehen vom Mera Luna Festival: Was hat Unzucht für 2013 geplant? Und was für Zukunftspläne hat "Der Schulz"?

Daniel Schulz
Es wird im Januar/Februar mit der Darkness Kilss-Tour unsere erste eigene Tour mit unseren Freunden von Lord Of The Lost zusammen geben. Und dann geht es an die Arbeit für das nächste Album, das ebenfalls noch 2013 veröffentlich wird. Für den Sommer trudeln gerade die Festivalbestätigungen rein, zum Beispiel werden wir auch auf dem Feuertal Festival und im April auf dem Hexentanz Festival dabei sein. Im Herbst wird es dann unsere zweite eigene Tour geben. Es wird also mit Volldampf weiter geschraubt.

In den Pausen von UNZUCHT werden wir mit den Schulzens das nächste Album aufnehmen und in der zweiten Jahreshälfte wieder eine kleine Tour spielen. Das heiflt aber nicht, dass wir nicht vorher auch schon einzelne Konzerte spielen werden. Aber in nächster Zukunft sind erst einmal keine Aktivitäten geplant, da wir immer noch um unseren Gitarristen Dr. Hagen trauern, der im Oktober völlig unerwartet verstorben ist. nach oben | zurück