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Das Plattencover des legendären Dream-Theater-Konzeptalbums aus dem Jahr 1999.

Dream Theater und ihr populäres Konzeptalbum

20 Jahre „Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“

08.02.2020, Von: Andreas Haug, Foto(s): Rhino / Warner Music

„Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“ ist ein von Fans und Kritikern fast ausnahmslos hochgelobtes Konzeptalbum der US-amerikanischen Progressive-Rock-und Metal-Band Dream Theater. Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums soll es auf Tour 2019/2020 wieder komplett zur Aufführung kommen, auch am 18. Februar 2020 in der Swiss Life Hall in Hannover. Dieses Album gilt bei vielen nicht nur als das beste in der bisherigen Karriere von Dream Theater, sondern wird teils auch zu den wichtigen Konzeptalben der Geschichte des Progressive-Rock/Metal gezählt. Was hinter diesem außergewöhnlichen Album steckt, zeichnet dieser Beitrag nach.

Der Artikel wurde aktualisiert - 07.02.2020, 2.58 Uhr

Man kann sich natürlich über die Relevanz von Alben in der Rockgeschichte streiten. Im Progressive-Rock nehmen Konzeptalben, die live mitunter in besonderer Kulisse und voller Länge in ihrer Gesamtheit auf die Bühne gebracht werden, eine Sonderstellung ein. Im Zusammenhang mit dem Gesamtwerk einer Band oder der Entwicklung wie Bedeutung des Genres.

Als Meilensteile werden des Öfteren „The Wall“ von Pink Floyd, „Tales Of An Exhibition“ von Emerson, Lake & Palmer, „Tales From Topographic Oceans“ von Yes oder „The Lamb Lies Down On Broadway“ von Genesis genannt. Diese Alben erschienen in den 1970er Jahren. Marillion schufen mit „Misplaced Childhood“ (1985) und „Brave“ (1994) zwei besondere Werke der Gattung und von den Veröffentlichungen aus der jüngeren Progressive-Rock-Geschichte darf sicherlich „Hand.Cannot.Erase“ von Steven Wilson herausgestellt werden.

Charakteristisch für Konzeptalben ist unter anderem, dass meist eine zusammenhängende Geschichte dramaturgisch aufbauend erzählt wird, die musikalisch durch ein bestimmtes, immer wiederkehrendes Thema zusammengehalten wird, das sich, oft nur angedeutet und leicht variiert, wie ein roter Faden durch die Werke zieht. Die Musikstücke gehen meist lückenlos ineinander über. Anders als bei Alben mit klar abgegrenzten, in sich geschlossenen Songs.

Nicholas und seine Erlebnisse in Hypnose

Beliebte Themen von Progressive-Rockalben sind Menschen und ihre Rolle in der Gesellschaft in Beziehungen, auf der Suche nach sich selbst. Oft fühlen sich die Charaktere isoliert, in einer Parallelwelt lebend oder erleben Ereignisse und Geschichten in der Retrospektive, in Träumen oder unter Hypnose, so, wie ein gewisser Nicholas in „Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“

Nicholas lässt sich von einem Therapeuten in Hypnose versetzen und erinnert sich in diesem Zustand wie mit Fotoschnappschüssen oder kurzen Filmsequenzen an Ereignisse des Jahres 1928 zurück, als es zu zwei am Ende unglücklichen Liebesbeziehungen kam. Im Mittelpunkt steht die junge Victoria Page, die nacheinander mit dem alkohol-und spielsüchtigen Julian Baynes und –nach der Trennung von ihm- bei dessen Bruder Senator Edward Baynes Trost sucht.

Ein fataler Freitagabend

Beide Verehrer werden im Booklet des Albums, das die Songtexte teils in Dialogform aufzeichnet, als „The Sleeper“ und „The Miracle“ geführt. Filmsequenzen aus der später veröffentlichten DVD "Metropolis 2000 - Scenes From New Your" vermitteln den Inhalt der Geschichte bruchstück-und teils schleierhaft (s.u.): Bei einem nächtlichen Treffen in einem Ort namens Echo´s Hil an einem Freitagabend im besagten Jahr 1928 werden Victoria und ihr ursprünglicher Partner Julian von dessen Bruder Edward überrascht. Es kommt zum Kampf. Julian zückt ein Messer, Edward einen Revolver, mit dem er Julian und mit dem Satz "Open your eyes, Victoria" die junge Frau erschießt.

Die Rollen von Nicholas und schließlich die des Therapeuten vermischen sich beim Übergang der retrospektiv in Hypnose erlebten Ereignisse des Jahres 1928 mit der vermeintlichen Gegenwart für Außenstehende reichlich undurchsichtig. Nicholas fährt nach der Hypnose nach Hause, legt eine Schallplatte auf und gießt sich einen Drink ein, als plötzlich eine Person, die sowohl dem Therapeuten als auch Edward Baynes ähnlich sieht, erscheint und die Worte "Open Your Eyes, Nicholas" ausruft. Man sieht für Sekundenbruchteile Julian im Sessel aufschrecken. In einer früher gezeigten Szene begeht Edward Baynes hingegen Selbstmord. Nähere Interpretationen dazu führt ein Wikipedia-Artikel aus.

Inhaltlich knüpfen Dream Theater an Teile ihres im Jahr 1992 wegweisenden Albums „Images & Words“ an, an das Stück „Metropolis Pt.1 – The Miracle And The Sleeper“.

Harter, virtuoser Progressive-Metal und ergreifende Balladen

„Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“ erschien im Herbst 1999 und nimmt den Hörer auf eindrucksvolle Art und Weise mit durch die Hypnose-Session und die Ereignisse rund um Nicholas, Victoria, Julian und Edward. Das Album verfügt über minutenlange kraftvolle und virtuos, teils sehr temporeich und hart gespielte Progressive-Metalstücke, die Raum für viele Soli bieten. Seitens des damals neuen Keyboarders Jordan Rudess und vor allem von Gitarrist John Petrucci, der das Konzept des Albums gemeinsam mit dem damaligen und langjährigen Schlagzeuger Mike Portnoy entwarf. Ebenso gibt es viele melodische Passagen und ergreifende Balladen wie etwa „Through Her Eyes“ und das bis heute bei Konzerten oft episch zelebrierte „The Spirit Carries On“.

Als Dream Theater kurz nach der Album-Veröffentlichung im Zuge ihrer damaligen Europa-Tournee am 9. November 1999 im seinerzeit brechend vollen Capitol in Hannover auftraten, standen zwar zahlreiche Songs von „Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“ auf der Setlist, eine komplette und zusammenhängende Aufführung des gesamten Albums gab es jedoch nicht.

Mit Filmsequenzen: „Metropolis 2000 – Scenes From New York“

Anders im Jahr 2000 als Dream Theater ihre „Metropolis“-Tour am 30. August im Roseland Ballroom in New York beendeten. Dort wurde das Album in Gänze und chronologischer Abfolge auf die Bühne gebracht. Dieses Konzert wurde aufgezeichnet, es entstand die Live-DVD „Metropolis 2000 – Scenes From New York“. Bemerkenswert sind die Handlung illustrierende Filmsequenzen.

Am 18. Februar 2020, etwas mehr als 20 Jahre nach der Veröffentlichung von „Metropolis Pt.2 – Scenes From A Memory“ und der Tour mit dem Auftritt im Capitol, will die Band im Zuge eines ausgedehnten Konzertabends mit rund drei Stunden Spielzeit den Meilenstein ihrer Karriere nochmals komplett auf die Bühne bringen. Nicht nur für eingefleischte Dream-Theater-Fans könnte dies ein ganz besonderes Konzertereignis werden.


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externer Link www.dreamtheater.net

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