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Impulse geben und Ideen fördern - das sind nur einige Ziele des Netzwerkes rund um Geschäftsführer Kai Schirmeyer.

Impulse geben und Lösungen finden

Im Interview mit Kai Schirmeyer vom kre[H]tiv Netzwerk

01.03.2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Rund 350 Mitglieder zählt das kre[H]tiv Netzwerk Hannover. Ansässig direkt bei den alten Hanomag-Hallen kümmert sich hier das Team rund um Geschäftsführer Kai Schirmeyer darum, dass kreative Köpfe in der Landeshauptstadt ihre Ideen verwirklichen und sich selbst in die Szene einbinden können. Von kleinen Frühstücksrunden bis hin zu Fashion-Festivals eröffnet man so Kreativen aus vielen Branchen eine praktische Einstiegshilfe in die Szene. Wie die Hilfestellung ganz konkret aussieht und was Hannover als Kreativ-Standort bietet, darüber sprachen wir mit Kai Schirmeyer im Interview.

Rockszene: Was haben Sie vor Ihrer Tätigkeit beim Netzwerk gemacht und wie sind Sie zu Ihrer heutigen Aufgabe gekommen?

Kai Schirmeyer: Ich bin Mitte seit der 1990er-Jahre Geschäftsführer und auch Vorstand von Kommunikationsagenturen in Hannover gewesen. Bereits dort habe ich viel in und mit Netzwerken gearbeitet. Im Jahr 2010 hat sich dann die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls daran erinnert und mich im Zuge eines EU-Förderungsprogrammes gefragt, ob ich ein Netzwerk für Kreative in Hannover gründen möchte.

Nun haben Sie bereits über 350 Mitglieder – War also ein großer Bedarf da?

Es gab tatsächlich viel mehr Nachfrage als erwartet. Anfangs dachte ich mir, dass ich schon froh wäre, wenn wir es auf 50 Mitglieder schaffen. Ich kannte zwar vor der Gründung schon viele Leute, die ich dann auch einfach für das Netzwerk begeistern konnte, aber wir haben nie wirklich Werbung dafür gemacht. Es hat sich einfach entwickelt und heute haben wir eine tolle Mischung; von großen Medienunternehmen über hannoversche Agenturen oder Institutionen bis hin zu Einzelakteuren.

Wie sieht ihre tägliche Arbeit aus und was schätzen Sie daran?

Mir macht die Arbeit Spaß, weil sie so bunt ist. Ein Tag startet beispielsweise mit einem Kaffeetermin, bei dem ich einen Musiker berate, dann gibt es einen runden Tisch oder eine Besprechung im Seminarraum zum Thema „Digitales Hannover“ und zum Schluss noch eine Modeveranstaltung. Die Arbeit ist einfach abwechslungsreich und keine zwei Tage sind gleich.

Wie helfen Sie Ihren Mitgliedern und Kreativschaffenden in Hannover konkret?

Die drei Hauptpfeiler unserer Arbeit sind die Vernetzung, die Förderung und viele Projekte. Auf unserer Website kann man beispielsweise sein eigenes Profil anlegen und wir wissen, dass viele potenzielle Partner und Arbeitsgeber gezielt bei uns suchen. Außerdem wollen wir Hannover als Kreativstandort pushen, denn wenn es dem Standort gut geht, dann geht es auch den dort lebenden Kreativschaffenden gut. Deshalb haben wir auch wirtschaftsfördernde Absichten, denn wir wollen es Kreativen möglichen machen, leichter und besser ihr Geld zu verdienen. Die tollste Arbeit bringt nichts, wenn sie die Miete nicht bezahlen kann. Unser Netzwerk selbst kann keine Gelder für Projekte oder Ideen zur Verfügung stellen; im Gegensatz zu Kulturförderungen oder ähnlichem, aber wir helfen sowohl beim Kreativ sein, als auch dabei, Partner oder Kunden zu finden. Das Maß, an dem wir unsere Arbeit messen, ist immer die Frage und Überprüfung, ob wir Kreativen helfen, besser von ihrer Arbeit leben zu können.

Gibt es für Sie gute und schlechte Ideen?

Das ist eine gute Frage (lacht). Ich würde sagen, dass eine gute Idee im Idealfall neu und spannend ist, aber auch eine gewisse Einzigartigkeit mit sich bringt. Wir maßen uns aber nicht an, immer die besten Ideen zu erkennen und zu fördern, sondern schauen immer, wo wir als Netzwerk am besten helfen können, indem wir Probleme bearbeiten und Lösungen finden.

Was raten Sie Kreativschaffenden?

Man sollte immer fokussiert bleiben und sich über die eigenen Leistungen klar sein. Außerdem muss man sein Produkt darstellen können und wissen, warum es für wen besonders von Interesse ist. Wenn man weiß, für wen das eigene Produkt spannend ist, dann ist das ein erster wichtiger Schritt. Zudem sollte man sich nicht dauernd verzetteln und immer am Ball bleiben. Der letzte Tipp ist, sein Produkt immer wieder zu testen und von anderen testen zu lassen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Kreativschaffenden in Hannover?

Erst mal haben wir festgestellt, dass sich die meisten Kreativen in Hannover wohlfühlen und wir mit dem Netzwerk eine gute Basis geschaffen haben. Was ich mir wünschen würde, ist noch etwas mehr Mut und Konsequenz bei einigen Themen, um Hannover noch interessanter zu machen und mehr ins Bewusstsein als Kreativstandort zu bringen.

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