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Mit ihrem Debüalbum "Helden und Halunken" Anfang 2018 auf eigener Tournee: Antje Schomaker.

Wille und Glück

Ein Interview mit Musikerin Antje Schomaker

22.12.2017, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Promo/CommunityPromotion

Vor kurzem war sie noch mit deutschsprachigen Musikern wie Bosse oder Johannes Oerding in ganz Deutschland unterwegs, nun freut sich Antje Schomaker auf ihre erste eigene Tour, die sie mit dem Titel ihres im Februar erscheinenden Debütalbum „Helden und Halunken“ auch wieder nach Hannover führen wird. Antje Schomaker steht für gefühlvolle Popmusik. Wir trafen uns mit der Künstlerin, die momentan in Hamburg lebt und dort auch ihre musikalischen Anfänge machte zum Interview und sprachen mit ihr über Inspiration, Menschen und die Zukunft.

Rockszene.de: Wie schreibst du Songs und was inspiriert dich? Gibt es dafür bestimmte Lieblingsorte oder etwas Ähnliches?

Antje Schomaker: Ich habe keinen bestimmten Ort oder so etwas, um mich zu inspirieren. Um Songs zu schreiben nutze ich mein Umfeld aktiv oder höre, was meine Mitmenschen sagen. Eigentlich notiere ich mir immer etwas (lacht) und schreibe über das, was um mich herum passiert. Ich glaube nicht, dass ich mich einfach auf einen Suhl in einem Cafe setzen kann und anfange, einen Song zu schreiben, sondern eher durch Momente, Filme oder Orte inspiriert werde. Man saugt das alles auf.

Schreibst du lieber positive oder negative Songs?

Es gibt nichts, worüber ich nicht gerne schreibe. Es gibt Songs über Freunde, die den Kreis zu früh verlassen haben. Aber es ist schwer, einen Gute-Laune-Song zu schreiben, bei dem mehr übrigbleibt als nur diese gute Laune, also so etwas wie ein kleiner Gedanken.

Werfen deine Songs eher Fragen auf oder geben Antworten?

Das kommt auf den Song an. Manchmal weiß ich gar nicht, wohin sich etwas entwickelt. Im Song „Euphorie“ gibt es beispielsweise eine Art Aufruf. Es geht darum, dass du denkst, dass das dein zu Hause sei, aber es ist eigentlich nur eine eingefahrene Gewohnheit. Ich versuche nicht, Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu geben. Der Hörer findet in meinen Songs von selbst was er sucht. Ich kann zwar eigenes Gewicht dazu geben, aber ich versuche nichts zwanghaft einzubauen.

Wie beeinflusst Social Media dein Musikerdasein? Bekommst du Feedback eher direkt oder online vermittelt?

Ich finde beides schön. Ich bekomme oftmals nach den Konzerten direktes Feedback, aber auch in den sozialen Netzwerken lese ich mir alles durch und antworte immer. Ich finde das einfach total schön und man kriegt einiges mit. Es ist aber auch verrückt, wie man dadurch beeinflusst wird und es geht ja auch viel um Zahlen. Davon muss man auch mal loskommen und so versuche ich aktiv zu lernen, auch mal Langeweile zu haben, denn dadurch wird man kreativ.

Was erdet dich?

Meistens Menschen! Ich bin froh, dass ich eine Handvoll Menschen um mich habe, die mich setteln. Aber auch meine Band oder mein direktes Umfeld sind mir sehr wichtig. Und in Hamburg habe ich mir ein schönes zu Hause eingerichtet; ein Nest gebaut.

Welche Rolle spielt Hamburg für dich?

Als ich 17 Jahre alt war bin ich zum ersten Mal für drei Wochen nach Hamburg gekommen. Dabei habe ich die Stadt und die Menschen lieben gelernt. Dort kann ich mich entfalten und habe schon sehr viel live gespielt. Dazu gibt einem die Stadt die Möglichkeit und man kann sich einen Namen erarbeiten. Man wird immer weiterempfohlen. In Berlin gibt es glaube ich ein viel größeres Meer. Hamburg ließ mir einfach keine Wahl keine Musik zu machen (lacht).

Kannst du jungen Musiker Tipps geben?

Ich glaube nicht, dass es einen einzigen Schlüssel gibt. Für jeden gibt es einen anderen Weg. Es gibt Leute, die erst sehr lange im Studio an ihren Songs basteln und wider andere, die mit ihren Songs sehr schnell auf die Bühne gehen, ausprobieren und danach weiter daran arbeiten. Man sollte einfach sein eigenes Ding machen. Es braucht Willen und Glück. Ich kann da keine großen Tipps geben (lacht), aber ein großer Durchbruch kann bestimmt auch ein Fluch sein. Ich finde aber auch einen steinigen und nachhaltigen Weg gut.

Du warst bereits mit Johannes Oerding und Bosse unterwegs – Welche Erinnerungen hast du daran?

Ich habe viel Liebe von beiden bekommen (lacht). Bosse hat mich zu Anfang des Konzerts immer auf die Bühne geholt und vorgestellt und Johannes hat mich am Ende des Abends immer nochmal auf die Bühne geholt und gerufen „Antje, wo bist du?“. Ich hatte natürlich sehr viel Glück und bin sehr verwöhnt gewesen, mit den beiden unterwegs gewesen sein. Beide habe ein gute Arbeit gemacht und ein tolles Team um sich. Es war genauso, wie ich es mit gewünscht habe.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Man hat so viele Wünsche (lacht). Ich bin im Moment einfach ganz stolz auf mein Album, in das ich so viel reingesteckt habe und das am 23. Februar nächsten Jahres erscheint. Für das Artwork haben wir beispielsweise jemanden durch Pinterest gefunden. Ich liebe es, im Detail zu arbeiten und alles bis ins kleinste Ding zu machen. Ich freue mich, wenn es gehört wird und bin froh zu sagen, dass ich hinter jedem Satz stehe.

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externer Link www.facebook.com/antjeschomakermusic

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