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Wünscht sich, dass man den Wert von Musik wieder mehr schätzt: Robert Mühlbauer, Leiter der PPC Music Academy und einer der Geschäftsführer von PPC Music im Rockszene.de-Interview.

Musikgeschäft mit eigener Musikschule

Robert Mühlbauer von PPC Music im Interview

01.11.2017, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Eine Nacht in einem Musikgeschäft eingeschlossen zu sein, das ist vielleicht der Traum vieler Musiker. Anfang November will PPC Music in Hannover diesen Wunsch erfüllen und gewährt Interessierten einen lockeren Jam oder eine ausgiebige Beratung bis in die Nacht hinein. Doch auch mit der PPC Music Academy bietet das Musikgeschäft einen weiteren Zweig für Instrumentalisten an. Wir trafen uns mit Robert Mühlbauer, um über die Rolle des Musik-Einzelhandelsgeschäftes im Zeitalter des Internets, die Entstehung der Music Academy und auch über die hannoversche Musikszene zu sprechen.

Rockszene.de: Mit welchem Leitmotiv arbeiten Sie hier?

Robert Mühlbauer: Jeder Kunde soll unser Haus mit einem Lächeln verlassen und das erreicht man nur, indem man jeden Kunden als Individuum ansieht. Manche kommen zu uns in den Laden und wissen noch gar nicht genau, was sie möchten. Da analysieren wir dann gemeinsam das Anliegen. Wir wollen als Lösungshelfer bei der Suche mithelfen.

Zum Musikgeschäft betreiben Sie auch noch eine Music Academy – Wie ist diese entstanden?

Ihre Gründung war in gewisser Weise auch ein Selbstzweck (lacht). Die Idee wurde daraus geboren, dass ich wieder angefangen habe, ein bisschen Musik zu machen, aber hier im täglichen Geschäft sehr eingebunden bin und mir somit die Zeit fehlte, um regelmäßig Unterricht zu nehmen. Wir richten uns damit vor allem an Menschen, die zeitlich sehr eingebunden sind und nach einem Arbeitstag nicht mehr unbedingt Lust haben zu üben. Ich weiß, dass das Musik machen so dann nicht sehr effektiv ist. So entstand die Idee und in den Kursen geht es immer um ein Thema, das dann intensiv in einigen Stunden behandelt wird.

Dass wir direkt mit Menschen zu tun haben kann ein großer Vorteil gegenüber dem Internet sein. Bei der Music Academy kommentierte beispielsweise einmal jemand, dass man das ja auch auf YouTube lernen könne. Ich habe lange überlegt, ob ich das kommentiere, bis dann ein anderer User konterte, man solle bei YouTube mal eine Frage stellen (lacht). Wir haben auf die Music Academy eine positive Resonanz bekommen und haben die Möglichkeit, so individuell wie möglich zu arbeiten. Man kann Stunden und Tage vor dem Computerbildschirm verbringen oder einige Stunden in der Music Academy.

Wie hat das Internet das Kaufverhalten Ihrer Kunden verändert?

Der Kauf geht anders von statten. Meist sitzen die Menschen zu Hause auf der Couch, um sich vorzuinformieren, bevor sie zu uns in den Laden kommen. Das war vor 20 Jahren anders. Da hat man Zeitschriften gelesen und ist mit der Frage „Was gibt es Neues?“ in den Laden gegangen. Das Medium ist nun schneller geworden und viele gehen gezielter ins Geschäft. Die Vorberatung kann also entfallen. Andererseits lese ich in Onlineforen auch oftmals Humbug, der als die goldene Wahrheit verkauft wird. Da muss man aufpassen. Was die Preise betrifft, so bringt das Internet mehr Transparenz. Unsere Preise sind grundsätzlich internetkonform und wir gehen auf jedes dort zu findende vergleichbare Angebot ein.

Wie empfinden Sie die hannoversche Szene?

Sie ist bunt. Es gibt hier eine enorme Vielfalt, die von wirklich guten Top 40-Bands bis hin zu tollen Jugendbands reicht. Außerdem bemerke ich, dass die Szene enorm an Qualität gewonnen hat. Für die Jugend wird viel gemacht, aber ich würde mir auch wünschen, dass ein normalsterblicher Hobbyist beispielsweise mit einer Local-Heros-Ü50-Version unterstützt wird. In dem Bereich gibt es ebenfalls viele, die gut sind und Spaß an dem haben, was sie tun.

Was sind für Sie Ziele und Wünsche für die Zukunft?

Ich würde mir wünschen, dass man den Wert von Musik wieder mehr schätzt. Es ist ein Kulturgut und es lohnt sich, dieses zu erhalten und dafür zu bezahlen. Dem kann man auch Rechnung tragen, indem man lokal kauft – egal ob es da um Lebensmittel oder Musikinstrumente geht.

Anfang November veranstalten Sie eine Nacht der offenen Tür – Wie entstand die Idee und was kann man erwarten?

Die Idee entstand durch unsere Kunden, die scherzhaft davon träumten, einmal bei uns im Laden für eine ganze Nacht eingeschlossen zu sein. Diesen Wunsch haben wir immer wieder gehört und uns dann dafür entschieden, so etwas möglich zu machen. Die Nachfrage ist bereits jetzt besser als gedacht, es sind nur noch einige Karten verfügbar und wir haben die Anzahl der Karten bewusst begrenzt, um alle Besucher betreuen zu können. An diesem Abend wird es aber nicht ums Verkaufen gehen, sondern um den Spaß an der Musik. Wir werden Bühnen aufbauen, auf denen gejammt werden kann und man über seinen Tellerrand hinaus schauen kann.

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