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Besuch in Hannover: Lisa Eimermacher und Andreas Haug von Rockszene.de im ausführlichen Gespräch mit Sportfreunde-Stiller-Schlagzeuger Florian "Flo" Weber.

Freundschaft, Nostalgie und die positive Wendung

Florian Weber von Sportfreunde Stiller im Gespräch

16.05.2017, Von: Lisa Eimermacher, Andreas Haug, Foto(s): Jeff Kahra

In den 20 Jahren ihres Bestehens hat die Münchner Indie-Rock-Band Sportfreunde Stiller vieles erlebt, auch in Hannover. Hier sind die drei Musiker seit den späten Neunzigern regelmäßig zu Gast und das nicht nur anlässlich ihrer Tourneen. Mit ihrem aktuellen Album „Sturm & Stille“ treten Sportfreunde Stiller am 23.Mai im Capitol auf. Lisa Eimermacher und Andreas Haug trafen Schlagzeuger Florian „Flo“ Weber zu einem Interview und sprachen unter anderem über wichtige Ereignisse in der Bandkarriere, neue Musik, Einflüsse, Erfolge, Herausforderungen, Optimismus, das bevorstehende Hannover-Konzert und den Umgang der Band mit ihren Vorgruppen.

Ein Dienstag Ende März 2017 in einem Hotel in Hannover. Sportfreunde Stiller sind in der Stadt, es ist Messezeit und die Band für Auftritte außerhalb ihrer Tournee engagiert. Wir haben uns für 11 Uhr zu einem Interview verabredet, sind früher vor Ort und werden zunächst von Manager Marc Liebscher sehr freundlich begrüßt und in Empfang genommen. Kurz darauf erscheint Schlagzeuger Florian „Flo“ Weber in der Lobby, auf den ersten Blick entspannt, aber es gilt nochmal kurz durchzuatmen. Es habe kürzlich eine Feueralarm-Übung im Hotel gegeben, erzählt Flo und diese unvorhergesehene Aktion habe die Band schon auf Trapp gebracht und gehalten.

Wir nehmen in einer gemütlichen Ecke am Fenster Platz, bestellen Kaffee. Unser Fotograf Jeff Kahra bringt seine Kamera an den Start. Dann und wann lässt sich auch die Sonne blicken. Einen Tag nach offiziellem Frühlingsbeginn auch eine schöne Sache.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Jeff Kahra
Rockszene.de: Flo, schön, dass du dir Zeit nimmst. Ihr seid gerade außerhalb einer Tour hier zu Besuch in Hannover, was habt ihr hier spontan vor?

Florian „Flo“ Weber: Sehr gern, ein Spontanbesuch ist das aber nicht ganz. Wir sind hier zu einem Radiokonzert und zu einem Auftritt auf der Messe CeBIT eingeladen worden. Das trifft sich ganz gut, denn vor allem Rüde (Bassist Rüdiger Linhof) ist sehr an technischen Neuerungen und Entwicklungen interessiert und nutzt gerade jetzt die Gelegenheit, über die Messe zu laufen und zu stöbern. Die CeBIT und das Radiokonzert sind die Gründe. Am 23.Mai sind wir wieder hier und spielen im Rahmen unserer Tour im Capitol.

Ihr seid in Hannover ja schon seit vielen Jahren Stammgäste…

Das kann man so sagen. Im Béi Chéz Heinz hat das angefangen, Ende der Neunziger und seitdem kommen wir immer wieder gerne hierher.

Also doch schon länger, unsere Erinnerung reicht an die frühen 2000er mit einer Show im Capitol zurück…

Bevor wir das erste Mal im Capitol gespielt haben, waren wir vorher noch in der Faust, dann war da noch ein Open-Air in einem Freibad…

Das Blickpunkt-Pop-Festival im Musiktheater BAD 2002 mit Bands wie Tomte…als das alles so richtig los ging mit den damals noch relativ neuen Indie-Bands aus Deutschland…

Genau, Tomte, Readymade, Cosmic Casino waren dabei. Das war ein schönes Open-Air, funktioniert immer super hier. Wir waren dann mal auf der Expo-Plaza bei einem Open-Air und im Mai wird das bestimmt schon der dritte oder vierte Gig im Capitol sein.

Und dann wart ihr auch mal 2007 oder 2008 in der Sporthalle, allerdings fanden sich dort nicht ganz so viele Besucher ein, wie eventuell erhofft.

Ja, das war die Tour zum „La Bum“-Album, das wir direkt nach dem Fußball-Hit zur Weltmeisterschaft 2006 gemacht haben. Damals haben wir uns teilweise mit der Hallengröße doch ein klein wenig verplant. Aber das war, glaube ich, direkt neben dem Stadion hier in Hannover.

Genau, das ist die heutige Swiss-Life-Hall, hieß früher AWD-Hall und ist ursprünglich die Stadionsporthalle.

Da war ich sogar extra noch im Stadion. Benny Lauth ist unser Kumpel und der spielte damals bei Hannover 96 in der Mannschaft.

Kommen wir zum Musikalischen. Welche Musik hört ihr derzeit privat?

Wir haben alle ein wenig unterschiedliche Geschmäcker, das macht den Sportfreunde-Sound aus. Ich kann nur für mich sprechen. Ich war vor einigen Jahren noch sehr gitarrenlastig interessiert und habe mich vorwiegend mit den neuesten Bands beschäftigt, die in Musikmagazinen vorgestellt wurden. Das hat sich zuletzt etwas gewandelt. Ich habe inzwischen auch eine eigene Radioshow und bin sehr breitgefächert aufgestellt, kann da vorstellen, was ich mag.

Was ist das für eine Radioshow?

Die läuft im Internet über ein Jugendformat des BR, zur besten Tatort-Zeit sonntagabends (lacht). Da wird dann schon mal Hardcore gespielt oder auch HipHop. Ich habe dort die Band Dicht und Ergreifend für mich entdeckt und deren Album als mein „Album des Jahres“ tituliert. Das ist sehr guter HipHop in bayerischer Mundart. Das hat mich so geflasht, die haben einen DJ dabei aber auch Tuba und Trompete und die zwei Jungs rappen eben in Mundart und das ist so sympathisch und angenehm schräg, das kann ich rauf und runter hören. Aber auch immer noch die verzerrten Gitarren. Es gibt eine Band, die heißt Swain und die klingt ein bisschen nach Nirvana. Oder die Band The Dirty Nil. Mittlerweile bin ich breit aufgestellt. Die anderen beiden sind jetzt eher dem Brit-Pop zugewandt. Rüde hört gern seine alten Springsteen Platten und so bringt jeder seine Ideen und Einflüsse in die Band ein.

Beeinflusst das auch euer Songwriting?

Ja, auf jeden Fall.

Inwiefern?

Wir müssen die Vorlieben eines jeden berücksichtigen, damit jeder von uns mit einem Sportfreunde-Lied auch etwas für sich anfangen kann und sich dort wiederfindet. Das gilt es unter einen Hut zu bekommen. Aber wir machen nun seit 20 Jahren zusammen Musik und das klappt alles gut bei uns. Wir kennen uns gut und wissen, dass man mit bestimmten Ideen gar nicht in der Band ankommen muss und sich lieber für mögliche Projekte zurückhält.

Was wären das für Songideen oder Stile, die du magst, aber die anderen wahrscheinlich nicht?

Wir kommen immer wieder zu dem Punkt, dass die früheren punkigen Sachen, die ich gern wieder aufleben lassen würde, nicht so gut reinpassen. Obwohl wir das bestimmt machen könnten, aber man hat für ein neues Album auch eine gewisse Erfolgserwartung und nachdem die letzten Alben erfolgreich waren, will man da gern wieder anknüpfen und das bedeutet, dass wir nun nicht unbedingt ein Punk-Album veröffentlichen (schmunzelt). Aber wer weiß, ob wir vielleicht außerhalb der regulären Veröffentlichungsperioden mal eine EP raushauen, auf der es fünfmal scheppert…

Fällt es schwer, wenn man so lange zusammen Musik macht und Songs schreibt, noch etwas Neues zu finden? Dreht man sich nicht beim Songwriting irgendwann oft um die eigene Achse und kommt, was Harmonien, Melodien und Themen angeht immer wieder bei sich selbst an?

Ja, das merken wir. Aber Melodien sind ausgeschöpft und es gibt zwölf Akkorde, die werden immer wieder durcheinander gewürfelt. Es war alles irgendwie schon einmal da, außer es kommt einer drauf, wie der Schweizer Künstler, der Gospel mit Dark Metal mischt (lacht). Zeal & Ador heißt der, glaube ich. Das ist eine Schublade, die gibt es noch nicht und die macht der einfach auf. Aber unsere Melodien, die funktionieren einfach und wenn wir merken, dass es irgendwas doch sehr ähnlich zu einem anderen unserer Songs klingt, dann tauschen wir einen Ton und fertig. Aber bei den Texten fällt auf, dass man sich irgendwann wiederholt. Da muss man bemüht sein, sich nicht zu wiederholen, obwohl man die Haltung nicht verändern will. Das ist die größere Herausforderung, finde ich.

Wie schafft ihr es, in einer Welt, in der in letzter Zeit soviel Negatives passiert, eure positive Art beizubehalten? Ich denke da an den Song „Viel zu schön“…

Das liegt in uns, dass wir immer wieder die positive Wendung beschreiben wollen, zumindest einen Lösungsansatz anbieten wollen in den Liedern. Wir haben auch gemerkt, dass es naiv klingen kann, wenn man sagt „es klappt schon“ oder man hinterfragt sich noch mal genauer und dann wirst du Alternativen finden. Wir merken, wenn wir einen Text schreiben, der traurig oder melancholisch bleibt und kein Ausweg gefunden wird, wir uns da unwohl fühlen. Irgendwie muss es erlaubt sein, dass es so passiert, sonst haben wir den ewigen Vorwurf, so genannte „Gutmenschen“ zu sein. Wisst ihr, ich schlage die Zeitung auf und lese täglich, wie scheiße es ist, ich schaue die Tagesschau und weiß, wie viele schlimme Sachen auf der Welt passieren. Warum soll ich das in meinen Liedern singen, was eigentlich auf der Hand liegt? Lieber versuchen wir, ein paar Sätze zu finden, die den Menschen Mut machen und Individuen, die nicht so vom Glück gesegnet sind, wie wir es sind, nach vorne blicken lassen.

Was sagt ihr dann Kritikern, die euren Optimismus als naiv bezeichnen?

Seit es uns gibt, werden wir immer mal wieder kritisiert, wir polarisieren durchaus und das finden wir super. Es gibt nichts Schlimmeres, als allen egal zu sein. Wir nehmen ernst gemeinte Kritik durchaus gerne in entgegen und durchleuchten die, aber ich kann wenig damit anfangen, wenn jemand unsere Positivität kritisiert. Uns vorzuwerfen, dass wir optimistisch sind, finde ich bescheuert. Das kommt auch vor, das ist aber auch eine Entwicklung unserer inzwischen langen Karriere. Am Anfang haben wir uns in den Arsch gebissen, wenn uns jemand kritisiert hat. Mittlerweile finden wir es manchmal sogar lustig, welche Einfälle die teilweise haben und wie die uns teilweise darstellen, aber gelassener wird man natürlich erst mit der Zeit.

Der Titelsong vom neuen Album „Sturm und Stille“ klingt doch ziemlich nostalgisch, ihr habt da einige Erinnerungen aufleben lassen. Habt ihr noch viele andere Erinnerungen, gerade an die Anfänge der Band?

Ja, ganz viele, vor allem in diesem Jahr, in dem es die Sportfreunde Stiller 20 Jahre gibt. Peter (Sänger und Gitarrist Peter Brugger) und ich spielen seit 21 Jahren zusammen, Rüde ist seit 20 Jahren dabei. Wir haben sowohl in Fotokisten gestöbert und alte Geschichten ausgepackt. Da wird man zwangsläufig nostalgisch. „Sturm und Stille“ beinhaltet auch die Rückschau auf vergangene Zeiten, die sehr verbindend waren, wo dann auch mal die Beastie Boys auftauchten, mit denen jeder von uns etwas verbindet, rüber gerettet in die heutige Zeit, in der man dem anderen Rückhalt und ewige Freundschaft und Liebe verspricht. Nostalgie ist ein gern benutztes Stilmittel, wobei wir uns auch gern nach vorn orientieren wollen.

Was waren für euch besonders wichtige Ereignisse?

Das ging los mit der ersten Unterschrift bei einer Plattenfirma, das war sehr wichtig. Erst dadurch konnten wir dann tolle Videos drehen und viel mehr Werbung machen, was ein wichtiger Schritt war. Dann wurde uns beim „Burli“-Album 2003 nahegelegt, dass wir uns Leute ins Boot holen sollten, die Lieder für uns schreiben. Wir haben uns dann nach einem zweistündigen internen Gespräch der Plattenfirma gegenüber präsentiert und gesagt: „Ihr nehmt uns so, wie wir sind oder wir lassen das Ganze bleiben.“ Das war auch ein ganz wichtiger Schritt für uns zu sagen: „Hey, wir machen alles selber.“ Zur Not klappt es halt nicht.

Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, dem „Sommermärchen“, die einen Irrsinn an Erlebnissen mit sich brachte. Beinahe Wahnwitzigkeiten haben wir da erlebt. Wenn ich mir überlege, was aus so einem kleinen Lied geworden ist und wie es entstanden ist. Völlig irre. (Gemeint ist die 2006er-Fußball-Superhymne „54,74, 90, 2006“, mit der Sportfreunde Stiller einen großen Hit in Deutschland landeten –d.Verf.). Das „MTV unplugged“-Album, sehr wichtig, dort festzustellen, dass auch die ruhigen Töne sehr intensiv sein können, dass es Spaß macht, mit 17 anderen Musikern auf der Bühne zu stehen. Zuvor dachten wir, dass die Verzerrer wichtig sind und fertig (lacht). Das sind Dinge, an die denken wir gerne zurück, neben bestimmt schon über 1200 Konzerten, die wir mittlerweile gespielt haben.

Peter hat mal in einer Talkshow gesagt, dass es ganz schön schwer sei, an seine Erfolge anzuknüpfen. Wie schafft ihr das, euch immer zu steigern, wenn man das so ausdrücken kann?

Ob wir uns steigern… wir würden uns ja gerne mal steigern (schmunzelt), aber das liegt natürlich nicht in unserer Hand. Wir können nur unser Bestes geben und leidenschaftlich an der Musik arbeiten. Was daraus dann wird, entscheidet der Hörer. Gerade den Umbruch zu spüren, wie Musik konsumiert wird, merken wir an den CD-Verkäufen, was etwas irritierend ist, weil wir nicht genau wissen, ob das Album nicht so gut ist oder ob alle auf Streaming umschwenken. Das ist ein bisschen gemein (lacht). Wir hängen da ein wenig in der Luft, was die Einschätzung und Beurteilung unsererseits betrifft. Aber wir sind insgesamt froh, dass es trotzdem weiterhin noch so gut klappt, wir mit einer super-Crew auf Tour gehen können. Wir haben viele gute, tolle und nach meiner Ansicht nach auch bessere Bands gesehen, die kamen und -leider Gottes- auch wieder gingen. Ich empfinde das schon als Privileg, so lange dabei sein zu dürfen.

Gibt es für euch da so etwas wie eine Erfolgsformel?

Ich würde sagen, die richtige Balance zwischen intensivem Arbeiten und der Ruhebasis, sich von dem Ganzen entfernen zu können, sich neu inspirieren zu lassen und sich auch sozial zu erholen. Das ist unglaublich intensiv, mit allen über die rund zwei Jahre, die ich für die Entstehung eines Albums rechne, zusammenzuhängen. Auch wenn wir nicht jeden Tag neun Stunden zusammen arbeiten, aber das Schreiben, Aufnehmen, die Promo zu machen, zehrt einfach und wenn man sich davon dann wieder entfernen kann, bekommt man frische Luft und neue Energie. Das ist ein Punkt.

Liegt das auch in eurer Freundschaft begründet?

Auch das ist wichtig, das stimmt. Wir waren von Anfang an nach Außen sehr nahbar, dieses Kumpel-Trio, das vermittelt: „Was die machen, das macht Spaß und das kann doch jeder irgendwie“. Mittlerweile ist es so, dass jeder von uns Familie hat und diese Ebene kommt nun auch zum Tragen. Das ist ein Punkt, der es nicht einfacher macht, aber viele werden Eltern und arbeiten trotzdem weiter. Ich glaube auch, dass der Marc (Bandmanager Marc Liebscher) großen Anteil hat, dass bei uns alles so gut funktioniert, weil er uns seit Konzert 1 oder 2 alles vom Halse hält, sowohl Organisatorisches als auch Logistisches. Er fährt immer mit, hält alles zusammen.

Im Mai geht ihr auf Tour, am 23.Mai spielt ihr in Hannover im Capitol. Was können eure Fans dort erwarten?

Wir haben das neue Album „Sturm & Stille“ im Gepäck, waren damit letzten Winter bereits unterwegs, was sehr viel Spaß gemacht hat, aber auch hier haben wir gemerkt, dass die Leute die Platte wohl noch nicht so oft gehört haben, was vielleicht auch mit dem Streaming zusammenhängt. Ich streame selbst nicht, glaube aber, dass sich die Leute nicht mehr so intensiv mit der Musik auseinandersetzen. Das ist ein schnelles Konsumieren, mal schnell drauf, einen Song angespielt, eine Lieblingsband gefunden und ab Minute Zwei zu einer anderen Lieblingsband gewechselt. Wenn man Geld für ein Album ausgibt, setzt man sich vielmehr damit auseinander, schaut sich das Artwork an, blättert im Booklet, liest eventuell in den Texten.

Das alles geht beim Streaming verloren. Das ist schade. Das ist ein wichtiger Punkt, warum Musik zum Schnellkonsum verkommt. Leider. Und das merken wir bei den Konzerten. Die Leute kommen schon noch, um zu schauen was passiert. Die freuen sich auf die alten Lieder, auch auf die neuen, haben die neuen aber noch nicht so intus. Beim letzten Album „New York, Rio, Rosenheim“ war es noch anders, da wurden auch die neuen Stücke intensiv mitgesungen, aber vielleicht bilde ich mir das auch ein (lacht). Aber zurück zur eigentlichen Frage, was auf den Konzerten und auch im Capitol in Hannover zu erwarten sein wird: Der Rüde wird in eine Kanone gepackt und quer übers Publikum geschossen, das ist eine große Sache, dafür kann man mal Geld ausgeben (lacht).

Ist das so? Auch bei Club-Shows?

Nee, nee (lacht). Es ist immer schwierig zu beantworten, was das Publikum bei Konzerten erwarten darf. Es kann sein, dass wir noch ein paar Musiker mitnehmen, in diesem Punkt müssen wir nochmal in uns gehen.

Gibt es schon einen support Act?

Ja, wir haben für diese Tour mehrere, in Hannover wird Max Richard Leßmann, der Sänger von Vierkanttretlager mit seinem Soloprogramm den Abend musikalisch eröffnen, bei anderen Shows ist Patrick Richard dabei.

Nach welchen Kriterien sucht ihr eure support-Bands aus? Besprecht ihr das gemeinsam oder wie läuft das?

Ja, auf jeden Fall. In erster Linie schlägt Marc Bands vor.

Es kursieren da unseres Wissens im allgemeinen Musikgeschäft Geschichten über Vorgruppen, die zahlen oder am meisten zahlen, um mit auf Tour gehen zu können oder sie sind mit der Hauptband gut bekannt, befreundet oder beim gleichen Label, der gleichen Agentur oder haben ein gemeinsames Management…

Um Gottes Willen, ich finde, es ist asozial, von Vorbands Geld zu nehmen…

Manche Hauptbands oder deren geschäftliches Umfeld schreiben scheinbar regelrecht Slots aus und nennen die Preise und wer will, der kann, so haben uns das andere Bands mal berichtet.

Ja, davon habe ich auch gehört. Unglaublich ekelhaft ist das. Ich kenne das von Bands, von denen ich das nie erwartet hätte und die sich dann noch riesengroß Punk auf die Fahne schreiben. Ich werde keine Namen nennen, aber ich finde das furchtbar. Uns muss die Musik der support-Band gefallen, das ist klar, wir wollen der Band helfen, es kann tatsächlich sein, dass es aus dem Kumpelkreis Bands sind. Marc forscht immer sehr viel und hat einen guten Überblick, wer so gerade auf dem Sprungbrett steht. Patrick Richard ist ein langjähriger Freund von uns, der jetzt sein zweites Album veröffentlicht hat, das ich Spitze finde. Max Richard Leßmann ist aufgefallen, wir haben zweimal auf Festivals mit Vierkanttretlager gespielt und haben uns sehr lustig unterhalten.

Das ist ein Freak, ein Poet, der Musik macht und wunderschöne Texte schreibt und so kommt man halt immer irgendwie zusammen. Manchmal wünschen wir uns einen internationalen Gast. Wir sind ja große Freunde von Ash zum Beispiel, Nada Surf haben wir schon ein paar Mal dabei gehabt. Da gibt es dann ein paar Lieblingsbands und junge Bands, die uns gefallen, die wir unterstützen wollen. Nun haben wir auch die bayerischen HipHopper Dicht und Ergreifend, von denen ich eingangs erzählte, zweimal dabei.

Die haben mich so umgehauen, dass wir gesagt haben: „Komm, lass uns das mal machen, mal schauen, was passiert.“

Wir wollen auch immer mal was ausprobieren, auch wenn eine Band auf den ersten Blick scheinbar stilistisch nicht so ganz passend ist. Aber wenn man es dann ausprobiert, dann ist das Publikum meist froh über einen Spitzenabend.

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externer Link www.capitol-hannover.de

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