Bild

30 Jahre Rock´n´Roll, Spaß und Freundschaft: Die Band Dustpipe

30 Jahre Spaß und Freundschaft

Die Band Dustpipe im Interview

02.03.2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Hubert Müller

Ihre Basis liegt in der Gegend südlich von Hildesheim und am Harz. Von dort aus starten die Musiker der Party-Rock-Band Dustpipe seit nunmehr 30 Jahren zu kleinen und großen Auftritten. Auch in und um Hannover waren Dustpipe schon oft zu Gast und sind es heute noch. Die Band zählt zu den fleißigen und beständigen der Rock-Cover-Bandszene. Es wird aber nicht nur gecovert , es fließen auch regelmäßig eigene Songs ins Programm ein. Seit etwa zehn Jahren sind die vier auch als Tribute To Status Quo Band mit einer speziellen und ausgeklügelten Show unterwegs. Wir haben die Musiker zum Interview getroffen.

Von der ursprünglichen Besetzung, die 1987 unter dem Namen Dustpipe loslegte sind heute noch die Gitarristen und Sänger Matthias „Mathe“ Berking und Rainer Gaus dabei. Schlagzeuger Tobias „Tobi“ Euler, der sich auch um das Booking kümmert, stieg etwas später in die Band ein, Bassist Jörg „Kiwi“ Kiwitt ist von der aktuellen Besetzung vor einigen Jahren als Letzer zu Dustpipe und damit auch zur Tribute To Status Quo Band gestoßen. Die umtriebigen Musiker, die beide Bands nebenberuflich am Laufen halten, organisieren zudem noch das auch in der Hannover-Szene bekannte Bornum-Rock-Open-Air, das aktuell pausiert.

Anlässlich des 30-jährigen Dustpipe-Jubiläums war man kürzlich auf Besuchs-und Medientour in Hannover und so ergriffen auch wir die Gelegenheit beim Schopfe, die Musiker rund um Dustpipe zu interviewen.

Rockszene.de: 30 Jahre Dustpipe, das kann man nachhaltig nennen. Mit welcher Motivation habt ihr die Band gegründet und wie erklärt ihr euch den Erfolg und dass ihr immer noch unterwegs seid?

Tobi: Wir waren schon immer glühende Fans von Status Quo und diese Band hat uns motiviert, selbst Musik zu machen und so ist dann 1987 Dustpipe entstanden. Wir hatten selbst Lust, Publikum gut zu unterhalten und Spaß zu haben. Zur Anfangszeit können aber Rainer und Matthias mehr sagen, ich bin erst etwas später zur Band gestoßen.

Rainer: Genau, der Spaß ist wichtig. Wir haben bei unseren Auftritten auch sehr oft die Rückmeldung bekommen: „Mensch Leute, man sieht euch richtig an, dass ihr Spaß habt“. Wir sind eine richtige Band und kein zusammengewürfelter Haufen. Ich denke wir zählen zu den fleißigsten Rockbands überhaupt, sind immer unterwegs gewesen, spielen kleine und große Konzerte, da hat sich in all den Jahren nichts verändert.

Matthias: Wir sind auch immer Freunde gewesen, ein eingeschworener Haufen, wenn du so willst.

Tobi: Das ist wie bei den Fünf Freunden, fehlt nur noch der Hund (lacht).

Warum spielt ihr hauptsächlich Cover-Version von Rock-und Pop-Klassikern und kaum eigene Song?

Tobi: Mit Cover-Versionen begeistert man die Leute auf den Konzerten mehr, sie feiern lieber zu Musik, die sie kennen, aber wie bauen meist auch drei, vier oder fünf eigene Songs ins Programm ein.

Rainer: Wir haben uns in der Anfangsphase Gedanken gemacht, was wir wollen. Die Antwort war schnell gefunden: Viel spielen, möglichst oft auftreten. Wir haben auch in Hannover mal ein Feedback von einem Kneipenveranstalter bekommen, der uns riet, mehr Cover-Songs zu spielen, was das dem Publikum besser gefällt, da einfach mehr Stimmung ist. Schließlich haben wir mit unserem Cover-Programm mehr und mehr Auftritte an Land ziehen können.

Matthias: Wir hatten mal vor vielen Jahren den Versuch mit einem Album mit eigenen Songs unternommen, das kam nicht ganz so gut und dann haben wir das gelassen. Ausgewählte eigene Songs spielen wir aber weiterhin, gut dosiert und so klappt es bei Konzerten gut.

Wie hat sich aus eurer Sicht Dustpipe entwickelt und wie hat sich die Musik-und Veranstalterszene in den letzten Jahren verändert?

Tobi: Es gab kaum einen Stillstand, es ging immer bergauf, wir hatten immer Erfolge auch wenn es in manchen Jahren mal mehr, mal weniger Gigs waren.

Matthias: Subjektiv hat sich was geändert. Früher haben wir oft kleinere Gigs gespielt, oft auch auf Geburtstagen und anderen privaten Anlässen, heute spielen wir des Öfteren auf Altstadtfesten und größeren Bühnen.

Tobi: Es gibt viel mehr Bands die unterwegs sind, als früher. Man muss sich im Booking richtig reinhängen, die Konzertangebote fallen nicht vom Himmel, zum Teil fallen die Gagen geringer aus. Highlights für mich in der Dustpipe-Ära waren die bislang zwei Shows auf dem Maschseefest in Hannover.

Rainer: Wir spielen heutzutage auch mal größere Konzerte weit von daheim entfernt, wie beispielsweise in Bayern. Ich beobachte auch häufig, dass einige Leute nach unseren ersten Auftritten in manchen Gegenden, beim nächsten Mal wiederkommen. Das ist ein gutes Gefühl. Ich denke, es gab auch schon Phasen wo es schlechter lief. Konzerte mit Live-Bands sind aktuell doch recht angesagt. Ich habe das Gefühl, dass Konzerte an sich besser laufen, auch bei großen Stars.

Tobi: Wir bieten dem Publikum auch eine richtige Show und stellen uns nicht nur mit unseren Instrumenten auf die Bühne und rattern das Programm herunter. Wir haben unsere eigenen Techniker dabei, machen uns über Licht und diverse andere Dinge richtig Gedanken. Man muss aus meiner Sicht dem Publikum heutzutage einfach mehr bieten, in dieser Richtung haben auch wir uns weiterentwickelt.

Ihr spielt hauptsächlich Party-Rock der Siebziger und Achtziger, das ist auch euer Slogan. Rund um das Jahr 2000 gab es ja ein Classic-Rock-Revival. Wie aktuell ist euer Programm heute? Muss man nicht mit der Zeit gehen und auch neuere Songs proben und dann auch live spielen und nach welchen Aspekten entscheidet ihr, welche Songs ins Programm genommen werden und welche nicht?

Matthias: Entscheidend ist, dass es uns gefällt. Wir spielen keine Songs, auf die wir keine Lust haben, dabei ist es nicht wichtig, ob der jeweilige Song älteren oder neueren Datums ist. Im Programm haben wir zum Beispiel auch „Altes Fieber“ von Die Toten Hosen oder „Mein Ding“ von Udo Lindenberg.

Tobi: Wir sind nicht festgelegt. Natürlich haben wir Songs, wie von Westernhagen, im Programm die nicht fehlen dürfen, die man quasi bringen „muss“, grundsätzlich wir aber Lust drauf haben.

Rainer: Wir spielen auch mal weniger bekannte Musik von bekannten Bands. Bei unserer zweiten Band, der Tribute To Status Quo Band, spielen wir auch den Quo-Song „Gerdundula“, so läuft das vom Grundsatz her bei Dustpipe auch.

Und welche Songs spielt ihr persönlich am liebsten?

Tobi: Bei mir sind das von Status Quo Songs wie „Backwater“, „Softer Ride“ oder „Mean Girl“, oder auch von Udo Lindenberg „Du knallst in mein Leben“.

Rainer: „Caroline“ von Status Quo ist ein Muss, das spielen wir sowohl bei der Tribute To Status Quo Band als auch bei Dustpipe als Opener. Das ist so herrlich vertraut, das braucht man einfach.

Wie unterscheidet sich für euch das Publikum in Städten von dem im eher ländlichen Bereich? Gibt es da überhaupt einen Unterschied?

Rainer: Das ist eher abhängig vom Club selbst und weniger davon, ob der sich in einer Großstadt oder im ländlichen Bereich.

Tobi: Ich sehe da keinen Unterschied und so wie Rainer. Es kommt auf die Kombination Band und Laden an. Wir haben für uns unter anderem sehr gute Erfahrungen im Meisenfrei in Bremen oder im Käpt´n Ahab in Cuxhaven gemacht. Da war es voll und die Leute sind richtig abgegangen. Für mich steht und fällt das mit der Werbung, ob bei einem Gig was los ist oder eher weniger.

Euer schönster und euer schlechtester Gig?

Tobi: Schönste Gigs…das ist schwierig sich da festzulegen. Ich würde sagen, es waren viele schöne (lacht).

Rainer: Ich erinnere mich noch an einen Gig in irgendeinem Kellergewölbe bei Kassel. Es muss Anfang Mai gewesen sein, das Jahr erinnere ich nicht. Nach einem langen Winter war es einer der ersten schönen, sonnigen und warmen Tage und entsprechend wenig motiviert war das potenzielle Publikum, bei diesem Wetter, ein Konzert in einem Kellergewölbe-Club zu sehen und zu hören. Es war dann letztlich ein zahlender Gast dort, der auch noch die Zeche geprellt hatte und schließlich von der Polizei abgeführt wurde. Sonst war nichts los, es war aber kein schlechter Gig (schmunzelt).

Ihr habt auch das Bornum-Rock-Festival im Ort Bornum am Harz ins Leben gerufen, das ihr auch organisiert. 2016 gab es eine Pause, wird es dieses Jahr ein Festival geben?

Rainer: Auch dieses Jahr wird es eine Pause geben.

Tobi: Wir konzentrieren uns in diesem Jahr auf unser 30-jähriges Dustpipe-Jubiläum. Für den 2.September planen wir unser offizielles Jubiläumskonzert in Bornum-City im Festzelt, zuvor spielen wir am 12.August in Bockenem auf dem Marktplatz

Rainer: Wir haben anlässlich des Jubiläums einiges vor, möglicherweise gibt es eine DVD/CD-Veröffentlichung von uns, die unsere langjährige Bandgeschichte nachzeichnet. Nächstes Jahr gibt es vielleicht wieder Bornum Rock.

Wo würdet ihr gern mal spielen, was fehlt euch in eurer Live-Historie und was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Tobi: Auf der Kieler Woche würde ich gern mal spielen.

Matthias: Da, wo Elvis schon mal gespielt hat (lacht). Im Ernst, ich wünsche mir –und da spreche ich sicher im Namen der ganzen Band, das wir alle gesund bleiben, fit bleiben und Freunde bleiben.

INFO-BOX

Links
externer Link www.band-dustpipe.de
externer Link www.facebook.com/Dustpipe

Tools
Drucken Artikel drucken (PDF) Versenden Artikel versenden An Redaktion E-Mail an Redaktion


Ähnliche Artikel

, Foto(s): Christoph KoestlinEin Schnitt und ein Neuanfang
Das Rockszene.de-Interview mit Clueso

02.08.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Christoph Koestlin

 


, Foto(s): Brigitte HaugGegen den Strom zur Quelle
Little Steven spielte rares Deutschland-Konzert

19.06.2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Brigitte Haug

 


, Foto(s): Louis Arzonico (Renegade Nation)Reise nach Frankfurt erscheint praktisch
Little Steven & The Disciples Of Soul in Deutschland

30.05.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Louis Arzonico (Renegade Nation)

 


, Foto(s): Louis Arzonico (Renegade Nation)Ein ehrliches Bild
Little Steven kehrt mit neuem Album zurück

13.05.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Louis Arzonico (Renegade Nation)

 


, Foto(s): Graham TrottWieder im Trott
Punk-Rock-Legende Ruts D.C. bald in Hannover

09.05.2017, Von: Redaktion, Foto(s): Graham Trott

 




Zur Übersicht Zur Startseite