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Im Interview: Markus Lüdke vom Musikland Niedersachsen

Neue Dynamik für Vernetzung

Markus Lüdke vom Musikland Niedersachsen im Interview

03.01.2017, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Das Spektrum an Genres ist vielfältig – von Klassik über Jazz bis hin zum Metal lädt das Spielfeld der Musik zu Abenteuern und spannenden Projekten. Doch wer kümmert sich in einem weiten Flächenland wie Niedersachsen darum, dass Musiker zusammenfinden? Ein Anlaufpunkt ist die Geschäftsstelle der Musikland Niedersachsen gGmbH in der Nähe des Maschsees. Hier kümmert sich das Team unter anderem um Veranstaltungen, Kampagnen und Musikvermittlung. Wir trafen Geschäftsführer Markus Lüdke zum Interview über Aufgaben und Ziele.

Rockszene: Wie ist die Musikland Niedersachsen gGmbH entstanden?

Markus Lüdke: Da gibt es mehrere Stränge, die zur Konstellation beigetragen haben. Zum einen gab es in den 80er Jahren den Wunsch, zu zeigen, was Niedersachsen zu bieten hat und die Kultur ins Flächenland Niedersachsen zu tragen. Der Name war durch ein gleichnamiges Festival schon da. Als dann Christian Wulff Niedersachsen zum Musikland erklärt hat, mussten natürlich auch Taten folgen. 2007 brauchte es dann die letzten Impulse und die Musikland Niedersachsen gGmbH als Projekt mit mehreren Trägern wurde gegründet. Ursprünglich war es vielleicht eher als Kultur-touristische Einrichtung geplant, aber heute sehen wir unsere Aufgabe vor allem darin, eine kulturelle Grundversorgung zu bieten und die Menschen auf anderen Wegen zu erreichen. Unsere Aufgabe hat sich also geändert. Heute bieten wir vor allem Begleitung, Betreuung und Beratung durch alle Sparten hindurch, mit dem Ziel, Szenen zu vernetzen und Impulse von außen zu holen.

Wie würden Sie sich und ihre Arbeit beschreiben?

Es ist eine anhaltende Arbeit und ich weiß nicht, ob sie jemals zu Ende kommt (lacht). Unser Anliegen ist es, Strukturen zu erhalten und wir glauben, dass man im Verbund anders gegenüber beispielsweise der Politik auftreten kann. Der Austausch untereinander, aber auch die Entsendung von Anliegen geht im Verbund besser. Wir sind also so etwas wie Starthelfer, damit Szenen sich selbst organisieren können – Hilfe zur Selbsthilfe könnte man sagen.

Wer ist die Zielgruppe von Musikland Niedersachsen gGmbH?

Per Auftrag sind wir für professionell Musikschaffende verantwortlich, aber wir wollen auch immer eine intensive Begleitung bieten und dabei helfen, aktiv Netzwerke zu knüpfen. Das machen wir dann spartenübergreifend und durch alle Genres.

Wie empfinden Sie die hannoversche Musikszene?

Ich erlebe es als eine besonders lebendige Szene, in der eine Menge zusammenkommt. Zudem sind hier sehr viele junge Künstler, wovon auch die Stadt profitiert und ich habe den Eindruck, dass beispielsweise die hannoverschen Chöre eine besondere Stellung in ihrer Szene haben. Im bundesweiten Vergleich wird man sicherlich noch Unterschiede wahrnehmen können. Viele große Agenturen und Labels sitzen eher nicht in Hannover und das macht was aus, wenn Künstler sich überregional orientieren wollen.

Wie beschreiben Sie ein gutes Netzwerk?

Wir freuen uns, wenn Szenen zusammenkommen und man feststellt, dass man voneinander viel lernen kann. Unser Anliegen dabei ist eine Atmosphäre zu schaffen, in der man neugierig aufeinander wird. Das bestärkt uns in unserer Arbeit, obwohl wir tatsächlich auch erleben, dass Leute aus dem gleichen Bereich praktisch nebeneinander leben und wenig voneinander wissen. Da gibt es offensichtlich die Notwendigkeit, sich abzusprechen, wenn beispielsweise zwei Bands aus dem gleichen Genre am gleichen Tag ein Konzert veranstalten und beide Termine wegen zu wenig Besuchern abgesagt werden müssen.

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externer Link www.musikland-niedersachsen.de

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